| 26.07.2010
Gewässerschonende Gülleausbringung
Win-win-Situation für Gewässerschutz und Landwirtschaft
Wupperverband und Landwirte erproben zurzeit eine neue Gülleausbringungstechnik. Diese bietet gleichermaßen Vorteile für Landwirtschaft und Gewässerschutz sowie den Klimaschutz.
Die neue Gülletechnik arbeitet mittels des so genannten „Schleppschuhverfahrens“. Schlitzgeräte schneiden die Grünlandnarbe auf und die Gülle wird dort bodennah eingebracht. Dadurch werden Immissionen (CO2 in die Atmosphäre, Geruch in die Umgebung) reduziert, Gülleabschwemmungen in die Gewässer vermieden, ein gezieltes Grenzfahren mit dem Ausbringungsgerät wird ermöglicht und Mineraldünger eingespart. Die Gülleausbringung ist auch im Sommer bei Sonne möglich: Dadurch dass die Gülle in die Schlitze im Boden eingebracht wird und nicht auf die Pflanzenblätter gelangt, verbrennen die Pflanzen auch bei hohen Temperaturen dadurch nicht. Durch das neue Verfahren steht den Landwirten somit eine größere Zeitspanne während der Wachstumsphase der Pflanzen zur Verfügung, innerhalb derer sie die Gülle ausbringen können.
Im Frühjahr dieses Jahres hat sich ein Nachbarwasserwirtschaftverband des Wupperverbandes, der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) in Siegburg, diese neue moderne Gülleeinheit angeschafft. Landwirte der Kooperation „Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden im Rhein-Sieg Kreis (ALWB)“, dessen wesentliches Trinkwasserversorgungsunternehmen der Wahnbachtalsperrenverband ist, können durch ein Lohnunternehmen zu einem günstigen Preis die Gülle nach dem neuen Verfahren ausbringen lassen. Die Gerätetechnik wird im Rahmen der Kooperation durch den Wahnbachtalsperrenverband zur Verfügung gestellt. Auch die Mitglieder der Kooperation „Wasserwirtschaft / Landwirtschaft“ an der Großen Dhünn-Talsperre des Wupperverbandes können diesen Service in Anspruch nehmen. Die Kooperation zwischen Landwirten und Wupperverband wurde 1993 gegründet, um Gewässerschutz und Landwirtschaft an der Trinkwasser-Talsperre in Einklang zu bringen.
Die neue Technik hat ihren Preis, so dass nicht jeder Landwirt alle seine Flächen mit dem neuen Verfahren düngen kann. Hinzu kommt, dass viele Landwirte in der Wachstumsphase der Pflanzen zeitgleich die Arbeiten durch Lohnunternehmen in Anspruch nehmen möchten, so dass es zu Engpässen kommen kann.
Die Vorteile begeistern, so dass mittlerweile auch Landwirte im Einzugsgebiet der Lingese-Talsperre des Wupperverbandes Interesse an der neuen Technik gezeigt haben. Der Wupperverband begrüßt dieses Verfahren sehr, da das Risiko, dass Gülle ins Gewässer abgeschwemmt wird, deutlich minimiert wird. Deshalb bezuschusst er dieses Verfahren auch an der Lingese-Talsperre probeweise. Die Lingese-Talsperre ist im Vergleich zur Großen Dhünn-Talsperre eine Brauchwasser-Talsperre. Der Schwerpunkt der Kooperationen „Landwirtschaft / Wasserwirtschaft“ konzentriert sich vorrangig auf die Trinkwasserschutzgebiete. Mit diesem Ansatz geht die Kooperationsarbeit über die Grenzen der Wasserschutzgebiete hinaus.
Ihre Ansprechpartnerin:
Meike Heuser, Telefon: 02193 / 511811; mobil: 0170 / 8517741
Wupperverband
Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen. Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet. |
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