HomePresseSitemapKontaktImpressumSuche
Das UnternehmenAufgabenFlussgebietsmanagementProjekteInformation
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2007
20.03.2007

Umweltsündern auf der Spur

Im Klärwerk Leverkusen wurden erhöhte Nickel-Werte gemessen.

In den Klärwerken des Wupperverbandes wird regelmäßig untersucht, welche Stoffe im Abwasser enthalten sind. Dabei hat der Verband im Klärwerk Leverkusen, das von Bayer AG (biologische Reinigungsstufe) und Wupperverband (mechanische Reinigungsstufe) betrieben wird, mehrfach in den vergangenen Monaten eine erhöhte Konzentration von Nickel festgestellt. Nickel ist ein Schwermetall, das in herkömmlichen Klärwerken nicht abgebaut werden kann. Die Folge ist: das Schwermetall bleibt im Wasser und gelangt nach der Klärung in die Flüsse und Bäche. Dort reichert es sich in den Sedimenten der Gewässersohle an. In hohen Konzentrationen ist Nickel für die Lebewesen im Gewässer giftig.
Um diese Auswirkungen auf die Natur zu vermeiden, darf Nickel nicht in erhöhter Konzentration in Kanal, Kläranlage und schließlich in die Flüsse gelangen.
Unternehmen, die mit Schwermetallen arbeiten, z. B. Galvanikbetriebe, müssen ihr Abwasser in entsprechenden Anlagen vorbehandeln, bevor es in den städtischen Kanal und von dort in die Kläranlage gelangt.
Im Einzugsgebiet des Klärwerks Leverkusen scheint bei der Vorbehandlung von Abwässern, die mit Schwermetallen belastet sind, einiges im Argen zu liegen.
In dem Klärwerk wird das Abwasser aus den Kommunen Burscheid, Leichlingen, Leverkusen, Solingen und Wermelskirchen gereinigt.
Da der Wupperverband im Klärwerk eine Nickelkonzentration von bis zu 0,43 Milligramm pro Liter gemessen hat, ist - gemessen an der Verdünnung durch die großen Abwassermengen - davon auszugehen, dass die Einleitung in den Kanal eine deutlich höhere Konzentration aufwies, vermutlich im Grammbereich. Metall verarbeitende Betriebe dürfen aber bei Einleitung in den Kanal den Grenzwert von 0,5 Milligramm Nickel pro Liter nicht überschreiten.

Um dem Ursprung der Nickeleinleitung in den Kanal auf die Spur zu kommen, arbeiten die Unteren Wasserbehörden als Aufsichtsbehörden, die Kommunen als Kanalnetzbetreiber und der Wupperverband als Kläranlagenbetreiber eng zusammen. Kommunen, Untere Wasserbehörden und Wupperverband haben gemeinsam ein Konzept erarbeitet, um im gesamten Wuppergebiet die so genannten Indirekteinleiter (Firmen, die Abwasser in den Kanal leiten) zu überwachen. Die Zielsetzung ist, Einleitungen von Schwermetallen möglichst zu vermeiden bzw. den Verursacher ausfindig zu machen. Die Suche nach möglichen Verursachern ist nicht immer einfach und verlangt akribische Detektivarbeit.


„Die Einleitung von erhöhten Nickelkonzentrationen kann nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Verursacher weit reichende Folgen haben“, erklärt Karl Böcker, Bereichsleiter „Nachhaltige Entwicklung und Flussgebietsmanagement“ beim Wupperverband. „Den Kommunen, Unteren Wasserbehörden und dem Wupperverband ist daran gelegen, dass solche Einleitungen erst gar nicht passieren. Hier sind die Metall verarbeitenden Unternehmen gefragt, für eine ausreichende Vorbehandlung ihrer Abwässer zu sorgen. Untere Wasserbehörden und Wupperverband bieten den Firmen auch Beratungen an, wie sie mit dem Abwasser umgehen können. Es ist uns lieber, vorher mit den Firmen zu sprechen, als später durch Untersuchungen möglichen Schwermetalleinleitern auf die Spur kommen zu müssen. Wir möchten außerdem an die Firmen appellieren, zum Schutz unserer Lebensgrundlage Wasser für eine ausreichende Vorbehandlung ihrer Abwässer zu sorgen.“

Kommt es dennoch zu erhöhten Schwermetalleinleitungen, so lassen die Untere Wasserbehörde und der Wupperverband nichts unversucht, den Verursacher durch Untersuchungen im Kanalnetz ausfindig zu machen. Firmen, die ihre Vorbehandlungsanlagen nicht korrekt betreiben, gehen ein hohes Risiko ein. Werden sie überführt, so drohen Anklage, ein Bußgeld sowie Schadensersatzforderungen.

Die Untersuchungen in den Kanalnetzen der an das Klärwerk Leverkusen angeschlossenen Städte haben gezeigt, dass im Solinger Stadtteil Höhscheid Höchstbelastungen an Nickel zu finden waren. An anderen Probenahmestellen waren die Nickelwerte unauffällig.

Der Wupperverband hat bezüglich der erhöhten Nickeleinleitungen zweimal Strafanzeige gestellt. Ein Ermittlungsverfahren läuft bereits.


Ihre Ansprechpartnerin:
Birgit Bendt, Telefon: 0202/ 583-357