30.05.2000
Nicht abwarten, sondern mitgestalten
3. Symposium Flussgebietsmanagement beim Wupperverband
3. Symposium Flussgebietsmanagement beim Wupperverband "Nicht abwarten, sondern mitgestalten." Unter diese Devise hat sich der Wupperverband in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Behörden und den wasserwirtschaftlichen Partnern im Wuppergebiet bereits intensiv mit dem "Flussgebietsmanagement" beschäftigt. Das Flussgebietsmanagement ist eine ganzheitliche, auf das gesamte Einzugsgebiet eines Gewässers bezogene Betrachtungsweise. Es soll als Instrument dazu beitragen, das Kernziel der geplanten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) – "einen guten Zustand aller oberirdischen Gewässer und des Grundwassers" – zu erreichen. Verabschiedung und nationale Umsetzung der Richtlinie Die Verabschiedung der EU-WRR wird für das 2. Halbjahr 2000 erwartet. Als generelle Frist zur Erreichung des "guten Zustandes" sind im jetzigen Entwurf 16 Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie vorgesehen. Nach Verabschiedung der Richtlinie haben die EU-Staaten 3 Jahre Zeit, diese in nationales Recht umzusetzen. Das bedeutet, innerhalb von 3 Jahren müssen das Wasserhaushaltsgesetz (Rahmengesetz des Bundes) sowie die Landeswassergesetze der Länder (Regelung der Einzelheiten) angepasst sein. Im Anschluss daran erfolgt die Erstellung von Flussgebietsplänen und von Maßnahmenprogrammen zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer. Inzwischen hat die Vorbereitung für die praktische Umsetzung der EU-WRR begonnen: Für jedes Teileinzugsgebiet wurde bereits eine federführende Behörde zur Umsetzung der EU-WRR festgelegt. Für das Einzugsgebiet der Wupper ist das Staatliche Umweltamt in Düsseldorf zuständig. Der Wupperverband wird in einer vom Staatlichen Umweltamt initiierten Leitungsgruppe mitarbeiten und kann so seine praktischen Erfahrungen bei der Bewirtschaftung eines Flussgebiets in die Umsetzung der EU-WRR einbringen. 3. Symposium als Informations- und Diskussionsveranstaltung Auch wenn die Umsetzung in nationales Recht noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird, ist es dennoch sinnvoll, sich schon frühzeitig auf die Konsequenzen einzustellen, Erfahrungen mit dem Aufbau des Flussgebietsmanagements zu sammeln und diese in die öffentliche Diskussion zu tragen. Wie in den vergangenen beiden Jahren hat der Wupperverband auch im Jahr 2000 zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema "Flussgebietsmanagement" eingeladen. Zum "3. Symposium Flussgebietsmanagement" am Dienstag, 30. Mai 2000, sind die Mitglieder und Gremien des Verbandes, Vertreter von Behörden, beteiligten Universitäten und Unternehmen sowie die Presse zusammen gekommen. Ziel des Symposiums ist, über den derzeitigen Stand bei der Verabschiedung und Umsetzung der EU-WRR zu informieren, ihre Konsequenzen zu diskutieren und konkrete Maßnahmen und Wege der Zusammenarbeit der an der Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet Beteiligten vorzustellen. Konkrete Beispiele für das Flussgebietsmanagement im Wuppergebiet Durch den Anspruch des Flussgebietsmanagements, ein Gewässer in seiner Gesamtheit zu betrachten mit allen natürlichen und durch die menschliche Nutzung bedingten Einflüssen, ist die Zusammenarbeit von Wasserverbänden, Behörden, Kommunen, Stadtwerken, Entsorgungsbetrieben, Unternehmen usw. immer wichtiger geworden. Zur gemeinsamen Problemlösung und zum besseren Informationsaustausch haben der Wupperverband und seine Mitglieder daher bereits Kooperationen beschlossen und verschiedene Arbeitkreise gegründet, z. B. für die Bereiche Kanalkataster/ Geografisches Informationssystem, Planung/ Neubau/ Sanierung, Kanalbetrieb/ Beschaffungswesen und Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist auch, Synergieeffekte zu erzielen, um damit die wasserwirtschaftliche Aufgabenstellung wirtschaftlicher zu lösen. Eine engere Zusammenarbeit erfordert einen schnellen und unkomplizierten Austausch von Daten. Der Wupperverband ist daher mit der Erstellung eines Geografischen Informationssystems (GIS) zur Dokumentation und Präsentation der wasserwirtschaftlich relevanten Daten beschäftigt. Die Entwicklung des GIS erfolgt in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und benachbarten Wasserverbänden, um einen für alle nutzbaren einheitlichen Standard zu erreichen. Das GIS soll auch dazu dienen, die Umsetzung der EU-WRR zu dokumentieren und anhand der durchgeführten Maßnahmen transparent zu machen. Ein weiterer konkreter Schritt in Richtung Flussgebietsmanagement ist die Erfassung und anschließende Verbesserung der Gewässerstrukturgüte. Der Qualität von Gewässersohle, Ufer und Aue – kurz gesagt der Gewässerstruktur – wird in der EU-WRR eine große Bedeutung beigemessen. Eine gute Gewässerstruktur trägt maßgeblich zum "guten Zustand" der Oberflächengewässer bei. Der Wupperverband hat daher bereits an der Wupper, der Dhünn und einigen anderen Gewässern die Gewässerstruktur erfasst. Daraus lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten, die in Konzepten für die Gewässer gebündelt werden. Das Ziel des Wupperverbandes ist, an den Gewässern des Verbandsgebietes sowohl in ländlichen als auch in urbanen Bereichen die jeweils bestmögliche Gewässerstruktur zu erzielen. Das Handlungsspektrum reicht hierbei von größeren Renaturierungen bis zu kleinen, aber dennoch wirkungsvollen Maßnahmen, wie z. B. der Beseitigung von künstlichen Uferbefestigungen oder dem Abflachen und der standortgerechten Bepflanzung von Uferböschungen. Der Wupperverband wird zusammen mit seinen Mitgliedern und den Behörden das Flussgebietsmanagement weiter entwickeln.
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