29.11.2001
Vom Kanal zum naturnahen Bach
Der Lenneper Bach in Remscheid Lennep, der in weiten Teilen verrohrt ist, wird nun auf einer Länge von rund 1.250 Metern offengelegt und erhält ein naturnahes Bachbett zurück
Der Lenneper Bach wird renaturiert. Der Lenneper Bach in Remscheid Lennep, der in weiten Teilen verrohrt ist, wird nun auf einer Länge von rund 1.250 Metern offengelegt und erhält ein naturnahes Bachbett zurück. Nach vorbereitenden Maßnahmen Anfang November können Ende des Monats die Hauptbauarbeiten zur Renaturierung des Bachs beginnen. Lange Zeit floss der Lenneper Bach größtenteils unterirdisch. Vor etwa 30 Jahren wurde der Bachlauf in weiten Teilen verrohrt und diente seitdem als Mischwasserkanal. Mischwasser, Quell- und Drainagewasser aus der Lenneper Altstadt sowie überschüssiges Wasser aus dem Neuenteich und dem Tocksiepenteich wurden über diesen Kanal zum Hauptsammler der städtischen Kanalisation geleitet und von dort zum Klärwerk Radevormwald. Mit der Offenlegung des Baches parallel zur Rader Straße zwischen dem Neuenteich und dem Vorbecken zur Lenneper Bach-Vorsperre – einer Vorstauanlage zur Wupper-Talsperre - werden zwei wesentliche Ziele zur Verbesserung der Situation am Lenneper Bach verwirklicht: Zum einen kann sich durch die Renaturierung des ehemals verrohrten Bachabschnitts wieder ein ökologisch wertvoller Gewässerabschnitt entwickeln. Die Voraussetzungen dafür werden durch die Wiederherstellung eines naturnahen Bachlaufs und einer für Gewässer im Bergischen Land typischen Bepflanzung geschaffen. Dadurch wird der Bach auch für die Bewohner des Stadtteils Lennep in Zukunft wieder erlebbar. Zum anderen erfolgt eine Entflechtung von Mischwasser und Fließgewässer, die zuvor gemeinsam durch die Verrohrung flossen. Der Bach wird nach seiner Renaturierung aus dem Zulauf des Neuenteichs und des Tocksiepenteichs sowie zu einem späteren Zeitpunkt durch die Zuleitung von Drainage- und Quellwasser aus dem Lenneper Stadtgebiet gespeist. Das Lenneper Abwasser fließt zunächst weiterhin durch die ehemalige Bachverrohrung und später durch einen neuen Mischwasserkanal. Dadurch, dass das unverschmutzte Drainage- und Quellwasser durch den naturnah gestalteten Lenneper Bach abfließen kann, werden die Kanalisation und das Klärwerk Radevormwald entlastet. Dies wiederum führt im Klärwerk zur Verbesserung des Wirkungsgrades und zur Reduzierung der Ausbau- und Betriebskosten. Für die Gesamtmaßnahme, die die Renaturierung des Gewässers sowie den Bau der Zuleitungen vom Tocksiepenteich und vom Neuenteich umfasst, sind Kosten in Höhe von 2,2 Mio. DM eingeplant. Nach Vorliegen des günstigen Submissionsergebnisses werden die Gesamtkosten ca. 1,7 Millionen DM (879.000 Euro) betragen. Die Kostenträger sind die Stadt Remscheid (ca. zu 60 %), die Remscheider Entsorgungsbetriebe (ca. zu 32 %) und der Wupperverband (ca. zu 8 %). Das Land Nordrhein-Westfalen hat Zuschüsse in Höhe von 60 % bewilligt. Die Renaturierung des Lenneper Bachs wird gemeinsam vom Wupperverband, der Stadt Remscheid und den Remscheider Entsorgungsbetrieben durchgeführt. Das Projekt soll Mitte des Jahres 2002 fertiggestellt sein. Ihre Ansprechpartner sind: Stadt Remscheid: Fachbereich Straßen und Brückenbau, Herr Koch, Tel.: (0 21 91) 16 – 27 18 Remscheider Entsorgungsbetriebe: Herr Furgoll, Herr Duldinger, Tel.: ( 0 21 91) 16 – 22 62 Wupperverband: Manfred Schleising, Telefon: 0202/ 583-321
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