| 16.09.2003
Der Ausbau des Klärwerks Buchenhofen geht in die zweite Runde.
Arbeiten starten im September
Im Klärwerk Buchenhofen, dem größten Klärwerk des Wupperverbandes, wird das Abwasser aus dem größten Teil Wuppertals gereinigt. Seit dem Jahr 1997 baut der Wupperverband das Klärwerk bei laufendem Betrieb aus. Insbesondere die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor, die in Gewässern zu Überdüngung führen können, werden nach dem Ausbau in wesentlich größerem Umfang aus dem Abwasser entfernt. Dies wird zu einer weiteren Verbesserung der Gewässergüte der Wupper beitragen. Durch den Ausbau gewährleistet der Wupperverband die Abwasserreinigung in Buchenhofen gemäß den verschärften gesetzlichen Vorgaben der EG.
Am 01.09.2003 hat der Wupperverband mit der 2. Ausbaustufe des Klärwerks Buchenhofen begonnen. Der Einsatz von innovativen Technologien beim Kläranlagenausbau trägt dazu bei, Verfahrensabläufe in der Kläranlage zu optimieren und Ressourcen (z. B. durch weniger Materialeinsatz) zu schonen. Bei einem großen Projekt wie dem Ausbau des Klärwerks Buchenhofen vergehen von der ersten Planung über das Genehmigungsverfahren bis hin zur Umsetzung der Baumaßnahmen mehrere Jahre. In diesem Zeitraum entwickelt sich auch die Technik weiter. Damit neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Rechnung getragen werden kann, baut der Wupperverband das Klärwerk Buchenhofen - wie auch die übrigen im Ausbau befindlichen Klärwerke – in Stufen aus.
Was erfolgt im jetzt beginnenden zweiten Ausbauschritt? Zum Ausbau der Stickstoffentfernung werden sechs Denitrifikationsbecken in zwei getrennten Beckengruppen und ein Nachklärbecken gebaut. (Denitrifikation bedeutet Umwandlung von Nitratstickstoff (NO3) in gasförmigen Stickstoff, der in die Atmosphäre entweicht. Die Denitrifikation ist der zweite Teilschritt der Stickstoffentfernung. Im ersten Teilschritt – der Nitrifikation - werden zunächst die im Abwasser vorhandenen Stickstoffverbindungen durch Bakterien unter Zugabe von Luftsauerstoff zu Nitrat (NO3) umgewandelt.) Insgesamt werden die zu erstellenden Denitrifikationsbecken ein Volumen von 49.000 m³ und das zusätzliche Nachklärbecken ein Volumen von 9.000 m³ haben. Zu diesen Becken gehören Verbindungskanäle, Rohrleitungen, Schächte und Straßen. Weiter ist die zugehörige maschinelle und elektrotechnische Ausrüstung Bestandteil der zweiten Baustufe.
Zunächst wird die Baustelleneinrichtung aufgestellt und es erfolgen Suchschachtungen zur Bestimmung der Lage und Tiefe von diversen Leitungen. Der eigentliche Baustart beginnt ab Mitte September mit dem Bodenaushub und dem vorbereitenden Verbau. Dieser Verbau ist zur Erstellung der Denitrifikationsbecken erforderlich, da die Becken eine Tiefe von 7,80 m bzw. 8,90 m haben und die Baugrube gegen das umgebende Gelände zu schützen ist. Die Betonarbeiten der Becken fallen dann im Wesentlichen in 2004 an.
Insgesamt stehen Bauleitung und bauausführende Firmen vor einer großen Herausforderung. Der Bau großvolumiger neuer Becken, die teilweise beengten Platzverhältnisse und der Terminplan fordern hohen Einsatz aller Baubeteiligten. Dazu erfolgt der Bau unter laufendem Betrieb der bestehenden Großkläranlage, ohne dass es hier zu Störungen im Betriebsablauf kommen darf. Die neuen Anlagenteile sollen bis zum Frühjahr 2005 in Betrieb genommen werden.
Wie sah der Ausbau in Buchenhofen bisher aus? In der ersten Bauphase ab dem Jahr 1997 erfolgte ein Umbau der bestehenden Anlage mit dem Ziel, unter anderem die Nitrifikation sicherzustellen. In diesem Rahmen wurden auch die vorhandenen sechs Belebungs- und neun Nachklärbecken saniert. Diese Bauphase wurde zum Jahreswechsel 2001 / 2002 abgeschlossen. In 2002 wurde insbesondere der Betrieb der sanierten Becken optimiert. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die nachfolgenden Baustufen.
Schon während der jetzt beginnenden 2. Ausbauphase werden in einem dritten Schritt weitere Optimierungen und ergänzende Maßnahmen wie beispielsweise der Ausbau der Schlammbehandlung durchgeführt. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme wird voraussichtlich in 2005 erfolgen. Die zu Baubeginn mit einer Summe von 100 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten werden nach heutigem Stand deutlich unterschritten. Auf den ersten Bauabschnitt entfielen dabei bisher ca. 36 Millionen Euro. Die Kosten für die zweite Ausbaustufe werden voraussichtlich bei rd. 21 Millionen Euro liegen. Die Kosten werden von allen Verbandsmitgliedern des Wupperverbandes genossenschaftlich getragen.
hre Ansprechpartner beim Wupperverband:
Karl-Otto Weyer, Telefon: 0202 / 583-272, we@wupperverband.de Andreas Rueck, Telefon: 0202 / 2746155 bzw. Mobil: 0175/2608538 Dr. Wolfgang Cichon, Telefon: 0202 / 583-385 cc@wupperverband.de |
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