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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2003
13.03.2003

Regenüberlaufbecken in Betrieb genommen

Entlastung für Klärwerk Kohlfurth - Verbesserung des Gewässerschutzes


Der Wupperverband hat Anfang März nach rund dreijähriger Bauzeit das neue Regenüberlaufbecken (RÜB) Breitenbruch im Remscheider Morsbachtal in Betrieb genommen.
Das RÜB hat ein Volumen von 2.500 Kubikmetern. Im Kanalsystem ist es das letzte Becken vor dem Klärwerk Kohlfurth. Das RÜB ist Teil des Gesamtkonzeptes zum Ausbau dieses Klärwerks.

Im Klärwerk Kohlfurth werden Abwässer aus den Stadtteilen Wuppertal-Ronsdorf, -Cronenberg und –Kohlfurth, Remscheid-Lüttringhausen, -Hasten und –Güldenwerth sowie aus Teilen Solingens gereinigt.
Insgesamt können im Klärwerk Kohlfurth nach Abschluss des Ausbaus im Jahr 2005 maximal 1.600 Liter Abwasser pro Sekunde aufgenommen und gereinigt werden. Bei starkem Regen fließen dem Klärwerk allerdings größere Wassermengen zu.
Das neue RÜB dient dazu, den Zufluss aus denjenigen Remscheider und Wuppertaler Stadtgebieten, die durch das Morsbachtal entwässern, auf 1.000 Liter pro Sekunde zu begrenzen und dadurch eine hydraulische
Überlastung der Kläranlage zu vermeiden. In dem Becken werden bei starken Niederschlägen die Wassermengen gesammelt, die über die genannten 1.000 Liter pro Sekunde hinausgehen. Lässt der Regen nach, so kann das im RÜB gespeicherte Wasser dem Klärwerk zur Reinigung zugeleitet werden.

Sollte aufgrund extremer Regenmengen die Kapazität des RÜB Breitenbruch nicht ausreichen, so wird ein Teil des dort gespeicherten nicht klärpflichtigen Mischwassers (Abwasser, das durch Regenwasser stark verdünnt ist) an den Morsbach abgegeben.

Vor dem Bau des RÜB Breitenbruch wurden die Mischwassermengen, die die zulässigen 1.000 Liter pro Sekunde überschritten, im Klärwerk Kohlfurth in die Wupper abgeschlagen. Dieser Abschlag wird nun geschlossen.
Das RÜB trägt in zweifacher Hinsicht zur Entlastung des Gewässersystems bei. Zum einen werden durch das Rückhaltevolumen des RÜB nun seltener Mischwasserabschläge in das Gewässersystem erfolgen. Zum anderen ist das abgeschlagene Wasser nun durch die mechanische Klärwirkung des Beckens geringer verschmutzt.

Nach der Inbetriebnahme des RÜB wird nun untersucht, ob das Rückhaltebecken die erwartete Wirkung zeigt und ob auf den Bau eines zusätzlichen Retentionsbodenfilters verzichtet werden kann.


Neben dem RÜB hat der Wupperverband am Standort Breitenbruch auch eine Fäkalienannahmestation errichtet. Per LKW werden Fäkalien aus abflusslosen Gruben tagsüber zur Annahmestation transportiert und im Fäkalienspeicher zwischengelagert.
In den Nachtstunden, wenn der Zufluss und die Auslastung der Kläranlage geringer sind als tagsüber, wird der Inhalt des Fäkalienspeichers ins Klärwerk eingeleitet. Durch Ausnutzen dieser “Schwachlastzeiten” in der Nacht wird das Klärwerk gleichmäßiger beansprucht.
Um die Beeinträchtigung durch Gerüche so gering wie möglich zu halten, ist der Fäkalienspeicher mit einem Bio-Filter für den Luftaustausch ausgestattet.


Die Kosten für das RÜB Breitenbruch und die dazugehörigen Bauwerke - das Drosselbauwerk, den Schaltraum, die Fäkalienannahme und den Fäkalienspeicher - betrugen rund 3,1 Mio. Euro.
Das Land Nordrhein-Westfalen stellte für die Baumaßnahme rund 270.000 Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Die verbleibenden Kosten werden von den Städten Remscheid zu 60 % und Wuppertal zu 40 % übernommen.






Ihr Ansprechpartner beim Wupperverband:

Thorsten Luckner, Telefon: 0202/ 583-219