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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2001
06.12.2001

Der Lachs als Silberstreifen am Horizont

Gewässerschutz im Wuppergebiet durch Flussgebietsmanagemant noch weiter verbessern


Am Nikolaustag kamen die Mitglieder des Wupperverbandes zur jährlich im Dezember stattfindenden Verbandsversammlung in das weihnachtlich geschmückte Radevormwald. Bei der Verbandsversammlung wird durch die Beschlüsse der Delegierten die Verbandspolitik der nächsten Jahre festgelegt.

Nach einem Bericht des Vorsitzenden des Verbandsrates, Dipl.-Kfm. Wolfgang Roth, zu den Tätigkeiten des Verbandsrates im abgelaufenen Jahr gab Bernd Wille, Vorstand des Wupperverbandes, einen Überblick über die Aktivitäten des Verbandes im Jahr 2001 sowie über in die Zukunft weisende Entwicklungen.

Der Wupperverband hat sich in 2001 den Kernthemen EU-Wasser-rahmenrichtlinie und Einführung eines Flussgebietsmanagements im Einzugsgebiet der Wupper wiederum intensiv gewidmet.

Die Das Kernziel der im Dezember 2000 in Kraft getretenen EU-Wasserrahmenrichtlinie, die im Dezember 2000 in Kraft getreten ist, beinhaltet die Erreichung eineseinen guten Zustandes der Gewässer bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Dieser gute Zustand bezieht, der nicht nur die biologische und chemische Gewässerqualität, sondern z. B. auch die Einbeziehung der Gewäs-sersohle sowie der die Ufer ein. betrachtet, bis zum Jahres 2015.

Der Fang des Leitfisches Lachs am 19. November 2001 ist ein positives Signal und gleichzeitig Ansporn, die Anstrengungen zur weiteren Verbesserung des Gewässerschutzes im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie fortzusetzen. Dies erfordert Augenmaß im Hinblick auf die ökonomischen Auswirkungen und die Einbeziehung der Mitglieder des Wupperverbandes und aller Wasserakteure im Wupperverbandsgebiet.

Das Kernziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist ein "guter Zustand der Oberflächengewässer und des Grundwassers". Das Flussgebietsmanagement ist ein Instrument zur Umsetzung dieser Zielsetzung, das darauf aufbaut, dass alle Einflussfaktoren bei der Bewirtschaftung eines Flussgebietes einbezogen und aufeinander abgestimmt werden, z. B. Abwasserentsorgung, Trink- und Brauchwasserversorgung, Gewässerökologie, Fischerei, Landwirtschaft, Freizeitnutzung und vieles mehr. Die Voraussetzung hierfür ist eine enge Zusammenarbeit und Koordination mit den Kommunen und Akteuren der Wasserwirtschaft, um Doppelarbeit und Doppelkosten zu vermeiden.

Dem Ziel, eine abgestimmte Wasserwirtschaft im Wuppergebiet aufzubauen, sind die Kommunen, Stadtwerke und Entsorgungsbetriebe, Indus-trieunternehmen und der Wupperverband in 2001 auf verschiedene Weise ein großes Stück nähergekommen.

Beispiele hierfür sind unter anderem die Grundsatzerklärung zur Kooperation in der Abwasserentsorgung, die die Entsorgungsbetriebe der Städte Remscheid, Solingen und Leverkusen, die Wuppertaler Stadtwerke, die Stadt Wuppertal und der Wupperverband unterzeichnet haben sowie die Verwaltungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Odenthal und dem Wupperverband zur Abwicklung von Pflichtaufgaben der Gemeinde im Bereich Kanalnetz durch den Verband (z. B. Erstellung eines Kanalkatasters, Kanalnetzberechnung).

Eine ähnliche Zusammenarbeit wie mit der Gemeinde Odenthal wird auch zwischen der Stadt Hückeswagen und dem Wupperverband für das Aufgabengebiet Siedlungswasserwirtschaft angestrebt. Im Wesentlichen sollen vom Wupperverband Planungs- und Informationsleistungen für die Stadt Hückeswagen übernommen werden. Die Delegierten der Verbandsversammlung hatten über die Unterzeichnung einer Rahmenverwaltungsvereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Verband zu beschließen.

Zur engen Zusammenarbeit verschiedener Akteure gehört auch der wechselseitige Austausch von Daten und Informationen. Die sogenannte Internet-Map-Server-Technologie ermöglicht, Geodaten einer großen Zahl von Anwendern zur Verfügung zu stellen. Der Wupperverband nutzt diese Technologie bereits intern. Zukünftig möchte der Verband diesen Service auch den Mitgliedskommunen anbieten, um eine gemeinsame Nutzung von bisher getrennt gepflegten Daten zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Beschluss der Verbandsversammlung betraf den Wirtschaftsplan für das Jahr 2002.

Für den Geschäftsbereich Kläranlagen/ Sammler/ Entsorgung wird für das kommende Jahr eine Beitragssteigerung von 2,3 % vorgeschlagen. Die in der Zielvereinbarung für diesen Geschäftsbereich festgesetzte Höchststeigerungsrate von 4,5 % zwischen 1999 und 2002 wird wiederum deutlich unterschritten.

Im Geschäftsbereich Talsperren und Stauanlagen sollen die Beiträge im Jahr 2002 wiederum um 1,5 % steigen. Damit wird die Zielvereinbarung für diesen Geschäftsbereich von maximal 1,5 % Beitragssteigerung zwischen 1999 und 2004 eingehalten.

Im Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung schlägt der Vorstand den Verbandsgremien angesichts der angespannten Situation der kommunalen Haushalte für 2002 eine "Nullrunde" vor. Somit wurden die Beiträge in diesem Geschäftsbereich im vierten Jahr in Folge nicht erhöht.