13.07.2000
Holzer Bach aus Betonbrett befreit
Wupperverband und Kleingärtner der Brandenburger Höhe zogen gemeinsam am Strang der Gewässerrenaturierung
13.07.2000
Holzer Bach aus Betonbett befreitWupperverband und Kleingärtner der Brandenburger Höhe zogen gemeinsam am Strang der Gewässerrenaturierung Vor einem Jahr noch sah es dort, wo der Holzer Bach in Wuppertal- Elberfeld durch die Kleingartenanlage "Brandenburger Höhe" Am Heidchen fließt, ganz anders aus als heute. Bei einer Ortsbegehung im Mai 1999 bot sich Uwe Suhr vom Betrieb Gewässer des Wupperverbandes, Frank Helsper und Frank Paetzold von der Stadt Wuppertal (der Eigentümerin der Kleingartenanlage) und Reinhard Hiedels, Vorsitzender der Kleingartenanlage, und einigen Gartenbesitzern das folgende Bild: Auf dem Gelände der Kleingartenanlage floss der Bach verrohrt oder mit Betonplatten, betonierten Mauern oder Eisenbahnschwellen eingefasst zwischen den Gartenparzellen hindurch. Teilweise standen Kompostierungsbehälter im unmittelbaren Bachbereich. Der Bach war mit Gehwegplatten überbaut, seine Gewässersohle durch betonierte Wasserentnahmestellen zerstört. Von "natürlichem Gewässer" als Lebensraum für Tiere und Pflanzen keine Spur. Dem verrohrten und eingeengten Bachlauf innerhalb der Gartenanlage seine Natürlichkeit zurückzugeben - das sollte das Ziel einer Gewässerunterhaltungs-Maßnahme des Wupperverbandes sein. Beim Ortstermin wurden daher die Mängel aufgelistet und anschließend ein Maßnahmenkatalog zur Renaturierung dieses Bachabschnitts entwickelt. Bei mehreren Info-Terminen in der Kleingartenanlage wurde das Konzept für die Renaturierung vorgestellt und diskutiert. Bei der Umsetzung kam es besonders auf die Akzeptanz und die Unterstützung durch die betroffenen Gartenbesitzer in der Anlage an. Zum Beispiel mussten vorab die Kompostierer aus dem Gewässerbereich entfernt werden. Mit Rücksicht auf die Gartenbesitzer begannen die Arbeiten am Holzer Bach erst nach der Gartensaison im Herbst 1999. Am 26. Oktober 1999 verwandelte sich die idyllische Anlage für die Dauer von 14 Tagen vorübergehend in eine Baustelle. Mitarbeiter des Wupperverbandes rückten mit dem Bagger an. Während der Bauausführung wurde mit den einzelnen Gartenbesitzern die weitere Vorgehensweise besprochen, da wegen der beengten Platzverhältnisse die Grundstücke der Anlieger am Holzer Bach direkt betroffen waren. Nach und nach wurden die künstlichen Einfassungen des Baches entfernt. Auf einer Länge von rund 100 m erhielt der Bachlauf wieder ein natürliches Gewässerprofil. Sträucher und Pflanzen, die in der freien Natur nicht an Bachläufen zu finden sind, wurden entfernt oder auf Wunsch der Grundstücksbesitzer umgesetzt. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Bach-Renaturierung war auch, dass das kleine Gewässer innerhalb der Gartenparzellen genügend Freiraum bekam, um einen natürlichen Uferbereich zu entwickeln. Hier waren die Gartenbesitzer sehr entgegenkommend, so dass je nach Erfordernis ein etwa 4 m breiter Freiraum für den Bach geschaffen werden konnte. Die alten Betonübergänge wurden durch eine Holzbrücke ersetzt, über die die Gartenbesitzer nun ihre Grundstücke erreichen können. Mit der Pflanzung von Gehölzen, die in dieser Region für Wasserläufe typisch sind - wie z. B. Erle, Haselnuss, Wasserschneeball, Pfaffenhütchen -, schloss die Renaturierung ab. 8 Monate später hat sich der Bach schon gut entwickelt. In natürlichen Windungen plätschert er durch einen lebendigen, üppig bewachsenen Uferbereich. Die Pflege des Gewässerstreifens wird in Absprache mit dem Wupperverband von den Gartenbesitzer durchgeführt, die damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und dem Erhalt des kleinen Biotopes leisten. Uwe Suhr zieht eine vorläufige Bilanz: "Mit der Renaturierung des Holzer Baches ist es uns gelungen, ein gutes Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wupperverband und betroffenen Gartenbesitzer zu geben. Durch die umfassende Information und damit verbundene Möglichkeit der Beteiligung an der Neugestaltung des Bachlaufes haben wir eine für alle zufriedenstellende Lösung erarbeitet. Dies ist meiner Ansicht nach der richtige Weg der Zusammenarbeit. Das freundliche Dankschreiben des Gartenvereins ist für mich ein sicherer Hinweis darauf, diesen Weg weiter zu beschreiten. So können wir - auch im kleinen Bereich - die Aufgabe des nachhaltigen Umweltschutzes meistern." Ihr Ansprechpartner beim Wupperverband: Uwe Suhr, Telefon: 0202 / 460 03 53
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