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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2001
22.11.2001

Wasserwirtschaft nur noch als "Hobby"

Geschäftsbereichsleiter des Wupperverbandes geht in den Ruhestand


"Wasser ist Leben" – dieses Motto trägt ein Kolloquium, zu dem der Wupperverband anlässlich der Verabschiedung von
Dr.-Ing. Joachim Renner am 23. November 2001 nach Wuppertal eingeladen hat.

Im Rückblick auf den Werdegang Renners hat dieses Motto doppelte Bedeutung: Wasser ist Lebensgrundlage für alle Lebewesen, aber auch ein Lebensinhalt – der Ausgangspunkt für das berufliche und ehrenamtliche Engagement des langjährigen Geschäftsbereichsleiters beim Wupperverband.

Nach dem Studium des Bauingenieurwesens mit dem Schwerpunkt Wasserbau an der Technischen Hochschule Karlsruhe zwischen 1960 und 1966 promovierte Renner 1973 an der Universität Karlsruhe. Im Anschluss an die Promotion arbeitete er in einem Planungsbüro. Eine besondere Herausforderung in dieser Tätigkeit waren der Bau der Trinkwassertalsperre "Kleine Kinzig" bei Freudenstadt im Schwarzwald.

Seit April 1984 war Renner zunächst Abteilungsleiter, später Geschäftsbereichsleiter im Bereich Technik / Talsperren des Wupperverbandes. Für den begeisterten Wasserbauer boten sich auch im Wuppergebiet interessante Projekte, an deren Durchführung er maßgeblich beteiligt war: u.a. der Bau der Großen Dhünn-Talsperre (Bau 1975-1985, Inbetriebnahme 1987) und der Wupper-Talsperre (Bau 1982-1987, Inbetriebnahme 1987).

Zu seinen Aufgaben als Geschäftsbereichsleiter gehörten die Leitung der Bereiche Talsperren und Gewässerunterhaltung. Seit Mai 2001 war Renner darüber hinaus ständiger Vertreter des Wupperverbands-Vorstandes.

In den vergangenen Jahren entwickelten sich der Aufbau und die Einführung eines Flussgebietsmanagements im Wuppergebiet zum Schwerpunkt seiner Arbeit. Dieser ganzheitliche Ansatz eines nachhaltigen Gewässerschutzes gründet sich auf die im Dezember 2000 verabschiedete Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Das Ziel des Flussgebietsmanagements ist, in die Gewässerbewirtschaftung innerhalb eines Flussgebietes alle Einflussfaktoren und beteiligten Akteure einzubeziehen und dadurch eine Verbesserung der Gewässerqualität zu erreichen.

Neben seiner Arbeit für den Wupperverband nahm auch die ehrenamtliche Arbeit in Gremien und Fachverbänden der Wasserwirtschaft breiten Raum und eine wichtige Stellung im Leben Renners ein. Seit 1988 gab er am Internationalen Institut für Wasserbau (IHE) in Delft, Niederlande, in der Lehrveranstaltung "Dam Design" (Talsperrenbau) seine Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb von Talsperren an eine internationale Studentenschaft weiter.

Beim Deutschen Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK) war er von 1987 bis 1995 Vorsitzender des Landesverbandes West, von 1994 bis 1998 Präsident und von 1999 bis 2000 Vizepräsident. An der Fusion der Abwassertechnischen Vereinigung (ATV) und dem DVWK war Renner maßgeblich beteiligt und leitet dort bis heute mehrere Fachgremien.

Im wohlverdienten Ruhestand ab Dezember 2001 will Renner sein Interesse an der Wasserwirtschaft und insbesondere seine Begeisterung für Talsperren nur noch als Hobby pflegen. Daneben will der Pensionär sich aber auch viel Zeit für Reisen und das Zusammensein mit der Familie nehmen.

Der Wupperverband dankt Dr. Joachim Renner für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.