| 20.07.2005
Fehleinleitung in den Morsbach
Technischer Fehler im Regenüberlaufbecken Breitenbruch
Aufgrund eines technischen Fehlers war am Abend des 18. Juli Abwasser aus dem Regenüberlaufbecken Breitenbruch des Wupperverbandes in den Morsbach gelangt. Die Fehleinleitung erfolgte rund 5 Kilometer vor der Mündung des Morsbachs in die Wupper. Der Wupperverband konnte noch in der Nacht den Fehler beheben.
„Aufgrund eines Fehlers im Prozessleitsystem des Regenüberlaufbeckens war ein Schieber geschlossen, der eigentlich geöffnet sein sollte“, erklärte Jens Klingebiel, Leiter des Betriebs Becken und Netze beim Wupperverband. „Der geschlossene Schieber hat bewirkt, dass das Abwasser aus dem Kanal nicht zum Klärwerk Kohlfurth weitergeleitet sondern im Becken angestaut wurde. Das Becken hat ein Volumen von 2.500 Kubikmetern. Als es vollgelaufen war, ist das darüber hinaus noch zufließende Abwasser in den Morsbach gelangt.“
Der Wupperverband wird die Steuerung dieses und seiner übrigen Becken überprüfen und soweit erforderlich weitere Sicherungs- und Kontrollfunktionen installieren.
Gestern waren sowohl die zuständige Untere Wasserbehörde der Stadt Remscheid, der Fischereibeauftragte der Stadt Remscheid als auch der Wupperverband vor Ort am Morsbach.
Wupperverbands-Vorstand Bernd Wille machte sich gestern am Morsbach ein Bild über die Lage. „Der Wupperverband bedauert den Vorfall sehr“, sagte Bernd Wille. „Der Morsbach gehört sowohl hinsichtlich Gewässergüte und Gewässerstruktur als auch Besiedlung mit Fischen, Kleinstlebewesen und Wasserpflanzen zu den guten Bächen in unserem Verbandsgebiet. Betroffen war von der Abwassereinleitung glücklicherweise nur der untere Gewässerabschnitt des insgesamt rund 14 Kilometer langen Morsbachs. Dort hat nach derzeitigen Erkenntnissen der durch die Abwassereinleitung auftretende Sauerstoffmangel dazu geführt, dass Fische erstickt sind. Die Einleitung aus dem Regenüberlaufbecken erfolgte in den Abend- und Nachtstunden. Durch die zu dieser Zeit üblicherweise geringere Abwassermenge waren Abwasserkonzentration und –schädlichkeit minimiert.“
Der Wupperverband hat gestern am Nachmittag im Morsbach Gewässerproben oberhalb und unterhalb der Einleitungsstelle entnommen. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die untersuchten Werte oberhalb und unterhalb der Einleitungsstelle nahezu gleich waren. Einen halben Tag nach dem Vorfall hatte sich die Wassergüte des Morsbachs bereits wieder normalisiert. Auch eine erste Inaugenscheinnahme der Kleinstlebewesen gab aus Sicht des Verbandes Anlass zur Hoffnung. So wurden u. a. in dem betroffenen Gewässerabschnitt Eintagsfliegenlarven gefunden. Der Wupperverband wird in den kommenden Wochen sowohl den Bestand an Kleinstlebewesen als auch an Gewässerflora untersuchen. Außerdem plant der Verband, die Entwicklung des Fischbestandes mit Elektrobefischungen zu verfolgen.
„Wir hoffen, dass sich neben den im betroffenen Morsbachabschnitt noch vorhandenen Kleintieren bald auch Fische aus den oberhalb liegenden Bereichen des Morsbachs und aus der Wupper wieder ansiedeln werden“, erklärte Bernd Wille.
Ihr Ansprechpartner:
Jens Klingebiel, Wupperverband, Betrieb Becken und Netze, Telefon: 0202/ 583-288
|
|
 |