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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2012
18.03.2010

Sauberes Wasser: lebenswichtig für Mensch und Umwelt

Internationaler Tag des Wassers am 22. März: Aufruf zum Gewässerschutz

Reines Wasser für eine gesunde Welt – so lautet in diesem Jahr das Motto des internationalen „Tag des Wassers“ am 22. März. Seit 1992 wird an diesem von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Gedenktag an die Bedeutung der Ressource Wasser erinnert. Sauberes Wasser ist die Grundlage für intakte Ökosysteme und gute Lebensbedingungen für die Menschen. Laut Informationen der Vereinten Nationen sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder durch Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser verursacht werden. Schätzungsweise mehr als 2,5 Milliarden Menschen haben keine ausreichenden sanitären Anlagen und Abwasserentsorgung. Täglich werden weltweit rund 2 Millionen Tonnen Abwasser in die Gewässer geleitet. In den Entwicklungsländern gelangen mehr als 90 % der Abwässer ungeklärt und 70% der Industrieabfälle unbehandelt in die Oberflächengewässer, z. B. Flüsse und Seen. (Quelle: www.worldwaterday2010.info)

Welche gravierenden Auswirkungen die Verschmutzung von Flüssen durch Abfälle und Abwässer hat, wurde im Wuppergebiet im 19. Jahrhundert deutlich: die Industrie wuchs rapide, immer mehr Menschen zogen ins Tal der Wupper. Da es keine Abwasserreinigungssysteme gab, wurden die ungereinigten Abwässer der Haushalte und Fabriken und die Abfälle direkt in die Wupper geleitet. Alles Leben in der Wupper starb. Stinkende Schlammmassen wälzten sich flussabwärts. Durch die Verschmutzung des Flusses wurde auch das Grundwasser verseucht. Durch die mangelnde Hygiene und das verschmutzte Trinkwasser breiteten sich Krankheiten aus, z. B. Cholera und Typhus.


Umweltschutz und gute hygienische Bedingungen für die Menschen

Heute stellt sich die Situation im Wuppergebiet wieder ganz anders dar: die „Lebensader Wupper“ hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erholt. Der einstige Abwasserfluss ist heute wieder von vielen Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Selbst der empfindliche Lachs, der eine gute Wasserqualität und naturnahe Gewässerstrukturen zum Leben braucht, kann heute wieder in der Wupper und ihren Nebenflüssen angesiedelt werden.

Wie in ganz Deutschland erfolgt auch im Wuppergebiet die Abwasserbeseitigung heute nach hohen Standards. Der überwiegende Teil der Haushalte ist an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen oder verfügt dort, wo das nicht möglich ist, über dezentrale Abwassersysteme, z. B. in ländlich gelegenen Ortslagen.
Der Wupperverband, der vor 80 Jahren gegründet wurde, betreibt im Einzugsgebiet der Wupper 11 Klärwerke. In diesen Anlagen werden die Abwässer aus Haushalten, Gewerbe und Industrie nach dem Stand der Technik gereinigt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen die ersten Klärwerke im Wuppergebiet in Betrieb, z. B. 1906 das Klärwerk Buchenhofen, in dem die Abwässer der Städte Elberfeld und Barmen gereinigt wurden. Damals bestand die Reinigung nur aus dem Entfernen der groben Schmutzstoffe. Erst die ständige Weiterentwicklung der Reinigungsverfahren brachte eine spürbare Verbesserung der Gewässerqualität der Wupper mit sich.


Abwasserreinigung wird weiter verbessert

Auch heute bedarf es einer ständigen Anpassung der Anlagen. Zwischen 1996 und 2008 wurden z. B. die Klärwerke Buchenhofen, Burg, Kohlfurth, Radevormwald, Hückeswagen und Odenthal ausgebaut, um die Reinigungsleistung zu verbessern. In den Ausbau dieser Anlagen hat der Wupperverband 234 Mio. Euro investiert, die von seinen Verbandsmitgliedern finanziert wurden.
Heute liegt der Schwerpunkt in der Betriebsoptimierung der Klärwerke. Bis voraussichtlich 2012 setzt der Wupperverband das Maßnahmenprogramm „Kläranlagen Fit 2010“ um. Mit einem Minimum an baulichem Aufwand soll die Abwasserreinigung verbessert und Betriebsaufwand eingespart werden, z. B. durch ein optimiertes Zusammenspiel von technischer Ausrüstung und moderner Mess- und Regelungstechnik. Die Investitionen für dieses Programm betragen insgesamt rund 11 Mio. Euro. Im Klärwerk Dhünn in Wermelskirchen wurde die Ausnutzung des vorhandenen Beckenvolumens in der biologischen Reinigungsstufe verbessert. So konnte die Reinigungsleistung verbessert werden, ohne dass zusätzliche Becken gebaut werden mussten. Außerdem wurde durch den Einbau einer neuen Belüftung der Stromverbrauch der Anlage um ca. 35 Prozent gesenkt.
Im Klärwerk Schwelm soll in diesem Jahr z. B. die biologische Reinigungsstufe optimiert werden.


Gute Gewässer in ganz Europa

Die systematische Einleitung von Abfällen und ungeklärten Abwässern ist heute an der Wupper längst Vergangenheit. Der Schutz der Ressource Wasser hat einen hohen Stellenwert.
Dies wird auch in der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) deutlich, die im Jahr 2000 in Kraft trat. Das Ziel der WRRL ist, in ganz Europa Bäche, Flüsse und Seen in einem guten Zustand zu erhalten oder wiederherzustellen, damit auch für kommende Generationen Gewässer in ihrer Artenvielfalt erhalten bleiben und Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität verfügbar ist.
Die Gewässer sind auch als Lebensraum für Flora und Fauna und Landschaftselement für die Menschen von Bedeutung. Die Menschen im Bergischen Land können heute ihre Wupper wieder genießen, z. B. bei Wanderungen und Kanutouren.





Wupperverband

Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen.
Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.