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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2002
09.07.2002

Kaukasische Herkulesstaude auch im Bergischen Land verbreitet

Biologische Station Oberberg, Aggerverband und Wupperverband veröffentlichen 3. Auflage des Faltblattes zur Herkulesstaude


Die Biologische Station Oberberg, der Aggerverband und der Wupperverband haben ihr gemeinsames Informationsfaltblatt "Die Herkulesstaude – Eine gefährliche Schönheit" in diesem Jahr zum dritten Mal aufgelegt.

Das Faltblatt kann kostenlos bei der Biologischen Station Oberberg (Tel.: 02293/ 4543), beim Aggerverband (Tel.: 02661/ 36-0) oder beim Wupperverband (Tel.: 0202/ 583-0) bestellt werden. Außerdem soll das Faltblatt in den Rathäusern der Städte und Gemeinden im Bergischen Land ausgelegt werden.

Die ursprünglich aus Kaukasien stammende Herkulesstaude, die auch Riesenbärenklau genannt wird, ist inzwischen auch im Bergischen Land verbreitet. Besonders in vom Menschen beeinflussten Bereichen, z. B. an Bahnlinien, Straßen- und Wegrändern, oder an Bachläufen findet die Herkulesstaude einen idealen Lebensraum.

Jede einzelne Herkulesstaude produziert pro Jahr bis zu 30.000 Samen. Selbst bei Windstille fliegen die Samen durch ihren besonderen Aufbau zwei bis drei Meter weit. Darüber hinaus tragen auch Tiere, an deren Fell die Samen haften, und Verdriftung in Gewässern zur Verbreitung der Samen bei.

Innerhalb von zwei Jahren kann sich ein Staudenbestand verdoppeln.

Durch ihre enorme Blattmasse und ihre schnelle Ausbreitung kann die Herkulesstaude mitunter heimische Pflanzen im Wachstum stören oder sogar verdrängen.

Da sich die Pflanze von selbst schon sehr schnell verbreitet, sollte eine zusätzliche Ausbringung der Herkulesstaude durch den Menschen vermieden werden. Zum Beispiel sollten als Zierpflanzen in Gärten kultivierte Stauden frühzeitig reduziert werden, damit sie nicht den "Sprung über den Gartenzaun" schaffen und sich auf angrenzenden Grundstücken ausbreiten.

Die Herkulesstaude in ihrer Verbreitung zu hemmen ist sehr langwierig und arbeitsaufwändig.

Die Biologische Station Oberberg versucht, die Herkulesstaude in Naturschutzgebieten und angrenzenden Flächen durch Ausgraben zu bekämpfen. Weiterhin spricht die Biologische Station Bürger und Kommunen an, sich an der Zurückdrängung der Herkulesstaude zu beteiligen.

Die für die Gewässerunterhaltung zuständigen Betriebe des Aggerverbandes und des Wupperverbandes können an den Bachläufen im jeweiligen Verbandsgebiet aus personellen Gründen keine flächendeckende Beseitigung oder Eindämmung der Herkulesstaude durchführen. Allerdings werden neu bepflanzte Uferstreifen drei Jahre lang gepflegt, um den frisch gepflanzten heimischen Gehölzen einen Wachstumsvorsprung zu geben. Im Rahmen dieser 3-jährigen Pflege beseitigen die Betriebe der Verbände auch Herkulesstauden, um den heimischen Gehölzen eine ungehindertes Wachstum zu ermöglichen.

Im Faltblatt zur Herkulesstaude weisen die Herausgeber insbesondere darauf hin, dass bei starker Sonneneinstrahlung der Hautkontakt mit dem Saft der Pflanze zu heftigen verbrennungsähnlichen Hautreaktionen führen kann.

Gerade bei Kindern sind die hohlen Stängel als Blas- oder Fernrohre beliebt, was zu Verletzungen im Gesicht und der Augen führen kann.

Eltern sollten daher ihre Kinder informieren, dass die Stängel der Herkulesstaude als Spielzeug nicht geeignet sind.