Gemeinsame Presseinformationdes Wupperverbandes und der Stadtverwaltung Wermelskirchen: Die Wermelskirchener Realschule, Pestalozzischule und das Gymnasium werden vom 14. Juli bis zum 18. Juli ein gemeinsames Gewässerprojekt zur ökologischen Verbesserung der Eifgen-Aue durchführen. Ziel des Projektes ist, durch den Rückbau einer Fischteichanlage unterhalb des ehemaligen Eifgenstaubeckens dem Eifgenbach wieder seine natürliche Bewegungsfreiheit innerhalb der Bachaue zurückzugeben. Uwe Suhr vom Betrieb Gewässer des Wupperverbandes und Brigitte Zemella, Umweltbeauftragte der Stadt Wermelskirchen, unterstützen die Schulen bei den Vorbereitungen und in der Bauphase. Aus den Schulen sind Schüler aus den Klassen 8 und 9 bzw. 12 an dem Gewässerprojekt beteiligt.
Bei einem Pressegespräch erläuterten Vertreter der Schulen, Brigitte Zemella und Uwe Suhr die einzelnen Phasen des Projektes. Im Frühjahr werden die Schulen am Eifgenbach und im Umfeld der Teichanlage eine Bestandserfassung durchführen. Unter anderem werden die Schüler untersuchen, welche Tier- und Pflanzenarten dort zu finden sind. Es ist geplant, den sogenannten “LUMBRICUS-Umweltbus” der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes NRW einzubeziehen. In diesem “rollenden Klassenzimmer” können die Schüler u.a. die gefundenen Tiere und Pflanzen bestimmen und chemische Untersuchungen von Wasserproben durchführen.
Im Rahmen der Planungsphase, die bereits zu Beginn dieses Jahres anlief, hat Svenja Noga, Schülerin der Klasse 12 des Gymnasiums, eine Facharbeit über die Fischteichanlage und den geplanten Rückbau begonnen. Darüber hinaus werden Schüler der Realschule an der Planung mitarbeiten und Vorschläge zur ökologischen Verbesserung der Eifgen-Aue erarbeiten. Die theoretischen Grundlagen hierfür haben Brigitte Zemella und Uwe Suhr dem “Planungsteam” bereits im Dezember 2002 vorgestellt.
Vom 14. bis zum 18. Juli wird dann die Theorie in die Praxis umgesetzt. Unterstützt von Mitarbeitern des Betriebs Gewässer des Wupperverbandes werden je 5 - 6 Schüler aus der 8. und 9. Klasse jeder beteiligten Schule die Teiche zurückbauen.
Eine Dokumentationsgruppe wird das gesamte Projekt von der Vorplanung bis zur Ausführung begleiten und aufbereiten. Unter anderem sollen Poster und eine Internetpräsentation erstellt werden.
Was bringt dieses gemeinsame Projekt?Von der gemeinsamen Arbeit an einem ökologischen Projekt erhoffen sich die Schulen, die Umweltbeauftragte und der Wupperverband einen “Brückenschlag” zwischen allen Beteiligten. Gemeinsam wollen sie etwas für die Verbesserung der Umwelt tun. Erstmals arbeiten mehrere weiterführende Schulen in Wermelskirchen in einem Gewässerprojekt zusammen.
Mit diesem Gemeinschaftsprojekt gehen die Beteiligten auch einen konkreten Schritt in Richtung Einbeziehung und Beteiligung von Bürgern, in diesem Fall von Schülern, in den Gewässerschutz. Dies ist auch ein Ansatz für die Umsetzung der im Dezember 2000 verabschiedeten EU-Wasserrahmenrichtlinie, die die Beteiligung aller interessierter Stellen fordert.
Neben dem Miteinander steht der konkrete Beitrag für den Gewässerschutz im Mittelpunkt. Mit dem Rückbau der künstlich angelegten Teiche wird eine “Störstelle” in der Eifgen-Aue beseitigt. Die Aue und der Gewässerlauf sollen wieder in einen möglichst naturnahen Zustand zurückversetzt werden. Der Bach erhält so wieder ausreichend Raum, sich in seinem Umfeld zu entfalten. Auch wenn die Teichanlage heute sehr idyllisch aussieht, so ist sie dennoch ein künstlich vom Menschen angelegter und ehemals genutzter “Fremdkörper” für den Eifgenbach und sein Umfeld. Teichanlagen können das benachbarte Gewässer in vielerlei Hinsicht beeinflussen und beeinträchtigen. Zum Beispiel können Schlamm oder auch Futtermittel aus der Fischzucht über den Teich in den Bach gelangen. Allein schon das stehende Teichwasser kann, wenn es dann in den Bach gelangt, die dortigen Bedingungen, z. B. aufgrund unterschiedlicher Temperatur, stören und sich auf die Fauna und Flora auswirken.
Die Idee, den Rückbau der Teiche in Form eines Schulprojektes durchzuführen, hatte die Untere Wasserbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach.
Die Entfernung der Teiche wird etwa 70.000 Euro kosten. Diese Kosten werden von der Stadt Wermelskirchen aus der Haushaltsstelle “Verbandsumlage – Kostenanteil Verbesserung von Fließgewässern” getragen.
Die ökologische Verbesserung für den Eifgenbach schlägt zudem positiv im Ökokonto der Stadt Wermelskirchen zu Buche, denn nach Abschluss der Maßnahme werden die erreichten Biotopwertsteigerungspunkte in das städtische Ökokonto eingebucht.
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