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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2002
09.04.2002

Stauraumkanal in Burscheid geht in Betrieb

Nach rund 2 Jahren Bauzeit ging im Januar 2002 der neue Stauraumkanal mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks Luisental in Burscheid in Betrieb

Verbesserter Gewässerschutz für den Murbach

Nach rund 2 Jahren Bauzeit ging im Januar 2002 der neue Stauraumkanal mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks Luisental in Burscheid in Betrieb.

Innovative Technik, bessere Entlastung des Burscheider Kanalnetzes bei starken Niederschlägen, verbesserter Gewässerschutz für den Murbach, Kostenersparnis in Bau und Betrieb gegenüber einem herkömmlichen Regenüberlaufbecken – das sind die Vorteile des neuen Stauraumkanals.

Bei der Präsentation des fertiggestellten Bauprojektes am Mittwoch, 9. April 2002, gab es angesichts dieser Vorteile und des erfolgreichen Projektabschlusses Grund zur Freude bei allen Beteiligten: den Vertretern der Stadt Burscheid, die den Hauptteil der Kosten in Höhe von rund 2,8 Mio. Euro (rund 5,5 Mio. DM) trägt, des Wupperverbandes als Bauträger, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, die das Projekt mit einem Forschungsvorhaben begleitet, und des an der Planung beteiligten Ingenieurbüros Weikopf aus Krefeld.

Der Stauraumkanal speichert bei starken Niederschlägen Mischwasser (Abwasser und Regenwasser) aus dem Burscheider Kanalnetz zwischen. Mit seinem Fassungsvermögen von 3.400 m³ kann der Kanal fast doppelt so viel Mischwasser „puffern" wie das alte Regenrückhaltebecken mit ca. 1.800 m³.

Zwei computergesteuerte Wehranlagen im Inneren des Stauraumkanals regeln die Verteilung des zufließenden Mischwassers.

Durch die erste Wehranlage wird der Mischwasserzufluss in den Kanal gesteuert. Von dort aus wird das Wasser dann über den Murbachsammler zum Klärwerk Leverkusen geleitet. Die gesamte Anlage wird daher auch vom Klärwerk Leverkusen aus überwacht.

Die zweite Wehranlage bewirkt, dass der Kanal bei sehr starkem Regen nicht überlastet wird. Sobald er komplett mit Wasser gefüllt ist, regelt die zweite Wehranlage den Abfluss in das an den Stauraumkanal angeschlossene Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von rund 4.000 m³. Von diesem oberirdischen Erdbecken aus wird das vom Regen stark verdünnte Mischwasser über eine dritte Wehranlage gedrosselt an den Murbach abgegeben.

Durch die neue Technik wird nicht nur qualitativ besseres Wasser an den Bach abgegeben als mit dem alten Regenüberlaufbecken, sondern auch in einer besseren Dosierung. Auf diese Weise werden der Bach mit seinen Lebewesen und die angrenzenden Uferbereiche mit ihrer Vegetation nicht plötzlich durch zu große Wassermengen belastet.

Neben der Verbesserung des Gewässerschutzes bietet der Stauraumkanal mit seiner Wehrtechnik weitere entscheidende Vorteile:

Der Kanal ist nicht nur im Bau etwa 1 Mio. DM günstiger als ein „normales Regenüberlaufbecken". Auch der Betrieb ist kostengünstiger, da sich der Kanal durch die von der ersten Wehranlage gesteuerten Spülwellen selbst reinigt.

Der Fachbereich Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen wird im Rahmen eines Forschungsprojektes die Wirkungsweise der neuen Technik untersuchen und den Betrieb des Stauraumkanals in den ersten drei Jahren begleiten.

Ihre Ansprechpartner:

Manfred Schleising, Wupperverband, Telefon: 0202/ 583-321

Jürgen Malzkuhn, Stadtverwaltung Burscheid, Telefon: 02174/ 670-400

Technische Daten des Stauraumkanals mit angeschlossenem Regenrückhaltebecken in Burscheid-Luisental:

Stauraumkanal:

Stauraumkanal mit KSE-Technik

(Kaskaden-Schwall-Entlastung)

3.440 m³
AE (Gesamteinzugsgebiet)413,3 ha
Qab (Drosselwassermenge, Abgabe in den Murbachsammler)270 l/s

Rechteckkanal (Länge ca. 200 m, Breite 4,5 m, Höhe 3,35 m)

mit:

Kaskadenbauwerk,

Entlastungsbauwerk,

Drosselbauwerk mit Spülwellenauffangraum

Regenrückhaltebecken:

Regenrückhaltebecken (RRB)

Erdbecken mit:

Drosselbauwerk

4.000 m³
Qab (maximale Abgabe in den Murbach, berechnet für ein 2-jähriges Regenereignis)2.300 l/s

Technische Ausrüstung des Stauraumkanals mit angeschlossenem RRB:

3 computergesteuerte, hydraulisch angetriebene, vertikal verfahrbare Wehranlagen,

Leitstand mit Fernwirkanschluss (Überwachung vom Klärwerk Leverkusen aus)

Baubeginn: 04/2000

Inbetriebnahme: 01/2002