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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2002
26.11.2002

Zuläufe von Gewässern und Talsperren besser schützen

Neue Broschüre stellt kooperation von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft vor


26.11.02

Zuläufe von Gewässern und Talsperren besser schützen

Neue Broschüre stellt Kooperation von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft vor

Die Landwirtschaftskammer Rheinland, Kreisstelle Lindlar, und der Wupperverband haben eine Broschüre mit dem Titel "Landwirtschaft – Wasserwirtschaft, Partner im Gewässerschutz" veröffentlicht. Sie richtet sich insbesondere an Landwirte, deren Weide- oder Ackerflächen an Gewässer in Einzugsgebieten von Trinkwassertalsperren grenzen, aber auch an Vertreter von Kommunen und Behörden sowie an interessierte Bürger. Die Broschüre ist kostenlos und kann bestellt werden:

bei der Landwirtschaftskammer, Kreisstelle Lindlar, Bahnhofstraße 9, 51789 Lindlar unter der Rufnummer 02266/47999-235 oder per E-Mail an Krst_Rheinberg@lwk-rheinland.nrw.de, oder

beim Wupperverband unter der Rufnummer 0202/583-0 oder per E-Mail an info@wupperverband.de.

Die Broschüre stellt die Zusammenarbeit von Landwirten und Wasserwirtschaft am Beispiel des Einzugsgebietes der Großen Dhünn-Talsperre vor.

Die Große Dhünn-Talsperre des Wupperverbandes liegt auf der Grenze der Kommunen Wermelskirchen, Odenthal und Kürten. Das Rohwasser aus dieser Talsperre wird von der Bergischen Trinkwasserverbund GmbH (BTV) und dem Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper (WVV) zu Trinkwasser aufbereitet und in die Versorgungsnetze bergischer Kommunen geleitet.

Durch Düngung und Beweidung landwirtschaftlicher Flächen in Gewässernähe kann die Qualität von Bächen und somit von Talsperren beeinflusst werden. Zum Beispiel können Nährstoffe, u.a. Stickstoff und Phosphor, direkt oder über den Boden in die Gewässer gelangen, wo sie zu Überdüngung und zu verstärkten Algenwachstum führen können.

Gerade im Hinblick auf die Aufbereitung von Rohwasser zu Trinkwasser ist eine Vermeidung von Belastungen der Gewässer von großer Bedeutung.

Durch den sorgfältigen landwirtschaftlichen Umgang mit Düngung und Viehhaltung in den Wasserschutzgebieten und besonders in der Nähe von Bächen und Siefen kann die Wasserqualität von Trinkwassertalsperren und auch anderen Talsperren positiv beeinflusst und verbessert werden. Krankheitskeime (z. B. der Durchfallerreger Giardia) und Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die sonst direkt in die Gewässer gelangen und die Aufbereitung zu Trinkwasser erschweren und verteuern, können so weitgehend eliminiert werden.

Auf Initiative der Landesregierung wurde an der Großen Dhünn-Talsperre – wie auch an der Neye-Talsperre der Remscheider Entsorgungsbetriebe und der Sengbach-Talsperre der Stadtwerke Solingen – 1993 eine Kooperation von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft ins Leben gerufen. Das Ziel der Kooperation ist, gemeinsam mit den Landwirten auf freiwilliger Basis Gewässerschutzmaßnahmen umzusetzen und dadurch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Gewässer zu verringern bzw. weitgehend zu vermeiden.

Ziel der Kooperationen ist, dass Talsperrenbetreiber gemeinsam mit den Landwirten auf freiwilliger Basis Gewässerschutzmaßnahmen umsetzen und so Nährstoff- und Keimeinträge aus der Landwirtschaft in die Gewässer verringern oder vermeiden.

Ein landwirtschaftlicher Berater, der bei der Landwirtschaftskammer Rheinland angesiedelt ist und von BTV und WVV über den Wupperverband finanziert wird, steht den Landwirten mit Rat und Tat zur Seite. Der Berater leistet auf den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb zugeschnittene Hilfe, wie z. B. Beratung und Unterstützung bei der Düngeplanung oder Vermittlung von speziellen Geräten zur optimierten Düngerausbringung.

Die Broschüre gibt einen Überblick darüber, welche Strategien von den Landwirten im Einzugsgebiet der Großen Dhünn-Talsperre mit Unterstützung des Beraters bereits erfolgreich umgesetzt werden.

Dazu gehören u.a.:

  • Beprobung der landwirtschaftlichen Flächen und bedarfsgerechter Einsatz von vorhandenen Düngemitteln (Gülle, Jauche, Stallmist)
  • genauere Dosierung der Düngemittel durch spezielle Maschinen (z. B. Gülleschleppschuhverteiler)
  • Anlage von Untersaaten, die Restdüngemengen aufnehmen und Erosion verhindern
  • Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes durch mechanische Unkrautbekämpfung bzw. den Einsatz von Geräten zur sparsameren Verteilung von Pflanzenschutzmitteln
  • Abzäunen von Bächen, um die Gewässer vor Nährstoffen, Krankheitserregern von Weidetiere sowie Viehtritt zu schützen.

    Inzwischen gehören der Kooperation im Einzugsgebiet der Großen Dhünn-Talsperre 103 von 107 Landwirten an.

    Das Engagement der Landwirte für den Gewässerschutz kommt nicht nur den Gewässern und der Großen Dhünn-Talsperre zugute, sondern bringt auch Vorteile für die landwirtschaftlichen Betriebe. So können zum Beispiel durch die bedarfsgerechte Düngeplanung Einsparungen beim Düngemittelkauf erzielt werden. Darüber hinaus fördern die Wasserversorgungsunternehmen u.a. die Anschaffung von Saatgut für die Untersaaten. Der Kauf von landwirtschaftlichen Geräten, z. B. Mulcher oder Striegel, wurde ebenfalls von den Wasserversorgungsunternehmen finanziell unterstützt.

    Im Einzugsgebiet der Großen Dhünn-Talsperre hat die Kooperation von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft bereits Früchte getragen. Der Phosphorgehalt konnte auf einem Großteil der untersuchten landwirtschaftlichen Flächen bereits deutlich von 29 Milligramm pro 100 Gramm Boden auf 20 Milligramm pro 100 Gramm Boden gesenkt werden. Der Zielwert liegt bei 15 Milligramm, um ein minimales Algenwachstum in der Trinkwassertalsperre zu erreichen.

    Dort, wo die zur Großen Dhünn-Talsperre fließenden Bäche bereits durch Abzäunung vor Viehtritt gesichert sind, haben sich die Phosphorwerte in den Bächen bereits deutlich verringert.Auch beim pH-Wert des Bodens konnten auf einem Großteil der untersuchten Flächen bereits eine Verbesserung festgestellt werden.

    Dort, wo die zur Großen Dhünn-Talsperre fließenden Bäche bereits durch Abzäunung vor Viehtritt gesichert sind, haben sich die Phosphorwerte in den Bächen bereits deutlich gesenkt.

    Inzwischen gehören der Kooperation im Einzugsgebiet der Großen Dhünn-Talsperre 103 von 107 Landwirten an.

    Das Engagement der Landwirte für den Gewässerschutz kommt nicht nur den Gewässern und der Großen Dhünn-Talsperre zugute, sondern bringt auch Vorteile für die landwirtschaftlichen Betriebe. Beim pH-Wert des Bodens konnten auf einem Großteil der untersuchten Flächen bereits eine Verbesserung festgestellt werden. Durch bedarfsgerechte Düngeplanung können Einsparungen beim Düngemittelkauf erzielt werden. Darüber hinaus fördern die Wasserversorgungsunternehmen u.a. die Anschaffung von Saatgut für die Untersaaten. Der Kauf von landwirtschaftlichen Geräten, z. B. Mulcher oder Striegel, wurde ebenfalls von den Wasserversorgungsunternehmen finanziell unterstützt.Für die Große Dhünn-Talsperre werden die Maßnahmen der Landwirte langfristig zu einer Verbesserung der Wasserqualität führen.

    Die Einbeziehung der Landwirtschaft in den nachhaltigen Gewässerschutz ist aus Sicht des Wupperverbandes ein wichtiger Baustein des Flussgebietsmanagements. Dieser ganzheitliche Ansatz sieht eine Berücksichtigung aller auf die Gewässer wirkenden Faktoren und eine Mitwirkung nicht nur der traditionellen Wasserakteure (z. B. Behörden, Wasserversorger, Wasserverbände), sondern auch der Landwirtschaft, der Fischerei, der Naturschutzverbände und der Industrie vor.

    Der Wupperverband plant, auch im Bereich seiner Brauchwassertalsperren Kooperationen von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zu initiieren.