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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2012
12.01.2012

Quelle wird renaturiert - Teich bleibt als Biotop erhalten

Wupperverband setzt die Arbeiten am Grunder Bach in Remscheid fort

Die Vorarbeiten waren schon im letzten Jahr geleistet worden, um eine Trocknung des Teichschlamms zu ermöglichen. Nun setzt der Wupperverband seit dem 10. Januar 2012 die Arbeiten am Grunder Bach in Remscheid fort.
Ein Waldteich im Kemkenholz bei Oelingrath verhinderte bisher am Grunder Bach eine Besiedlung des Quelllaufs mit Kleinlebewesen, beispielsweise Köcher- oder Steinfliegenlarven.
Dies soll sich nun ändern. Bach und Waldteich sollen durch einen Damm voneinander getrennt werden. So erhält der Bach seinen Quellabschnitt zurück, und der Teich bleibt als Stillgewässer, z. B. für den unter Naturschutz stehenden Schild-Hahnenfuß, erhalten.

Der Grunder Bach ist ein Nebengewässer des Morsbachs, dessen ökologischer Zustand gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie nach Brüssel gemeldet werden muss. Der von der EU geforderte „gute ökologische Zustand“ kann nicht allein durch Gewässerentwicklungsmaßnahmen am Morsbach erreicht werden. Erforderlich sind auch Aufwertungen der Nebenbäche, die in den Morsbach positiv „ausstrahlen“.
Der Aufstau des Quellabschnitts des Grunder Bachs bewirkte bislang eine negative Strahlwirkung, beispielsweise aufgrund der unnatürlich starken Erwärmung des Teichwassers und des geringeren Sauerstoffgehalts. Zudem fiel der Bach unterhalb des Teiches in trockeneren Perioden trocken, da der gesamte Zufluss im Teich zurückgestaut wurde, so dass hier keine Wasserorganismen überleben konnten.

Im September letzten Jahres wurden zunächst Fische und wenige Edelkrebse von Fachleuten aus dem Teich entnommen und in Übergangsdomizilen untergebracht. Anschließend konnte der Wupperverband schrittweise das Wasser aus dem Teich ablassen, damit die Fläche trocknen konnte.
Außerdem hat der Verband im letzten Jahr bereits ein Rohr verlegt, da der Bach einen Wanderweg kreuzt.

In der zweiten Phase des Projekts errichtet der Betrieb Gewässer des Wupperverbandes nun den Damm zwischen Teich und Bach. Ein Teil des von oberhalb zufließenden Bachwassers wird dann den Teich speisen, der andere Teil fließt direkt durch den Bachlauf weiter.
Auch unterhalb des Teichs wird der Bachlauf noch neu gestaltet und erhält eine Bepflanzung, z. B. mit Schwarzerlen.

Die Arbeiten werden – je nach Witterung – etwa 1,5 Wochen dauern.

Das in einem Naturschutzgebiet befindliche Projekt führt der Wupperverband in enger Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Remscheid und der Biologischen Station Mittlere Wupper durch.

Ihr Ansprechpartner:

Torsten Fork, Telefon: 0202/ 479 35 13



Wupperverband

Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen.
Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.