| 16.12.2003
Wupperverband erweitert das Klärwerk Odenthal
Investitionen in Höhe von rund 6 Mio. Euro für den Gewässerschutz der Dhünn
Der Wupperverband hat Mitte November mit dem Ausbau seines Klärwerks in Odenthal-Osenau begonnen. Im Klärwerk Odenthal wird das Abwasser aus den Odenthaler Ortsteilen Osenau, Glöbusch, Blecher, Voiswinkel, Küchenberg, Schwarzenbroich und Altenberg sowie aus dem Bergisch Gladbacher Ortsteil Kalmünten gereinigt. Die Bemessungsgröße des Klärwerks beträgt heute rund 14.000 Einwohnerwerte (angeschlossene Einwohner und sogenannte Einwohnergleichwerte von Firmen). Nach Fertigstellung des Ausbaus wird das Klärwerk eine Bemessungsgröße von 21.000 Einwohnerwerten haben.
Das im Klärwerk Odenthal gereinigte Abwasser wird an die Dhünn abgegeben. Da die Dhünn zu den Laichgewässern für empfindliche Fischarten (z. B. für Lachse) gehört und Teil des nordrhein-westfälischen Wanderfischprogramms ist, gelten für das Klärwerk Odenthal verschärfte Anforderungen an die Reinigungsleistung. Das Klärwerk entspricht heute nicht mehr dem erforderlichen Stand der Technik. Insbesondere Stickstoff kann derzeit nicht den Anforderungen entsprechend aus dem Abwasser entfernt werden. Stickstoff ist ein Nährstoff, der im Gewässer zu verstärktem Algenwachstum führen und somit das biologische Gleichgewicht und die Qualität des betroffenen Gewässers beeinträchtigen kann. Um den Gewässerschutz für die Dhünn zu verbessern, wird das Klärwerk Odenthal ausgebaut.
Zur Verbesserung der Stickstoffentfernung wird die sogenannte Belebungsstufe erweitert. In der Belebungsstufe wird Stickstoff mit Hilfe von Mikroorganismen aus dem Abwasser entfernt. Der Wupperverband wird im Klärwerk Odenthal zwei neue Belebungsbecken mit einem Gesamtvolumen von 2.750 Kubikmetern errichten. Die bestehende Belebungsstufe mit einem Beckenvolumen von rund 1.000 Kubikmetern wird saniert. Ein weiterer wichtiger Baustein in der Erweiterung des Klärwerks Odenthal ist der Bau eines neuen Nachklärbeckens mit einem Volumen von rund 1.290 Kubikmetern. In der Nachklärung setzen sich die Mikroorganismen (der sogenannte Belebtschlamm) aus der Belebungsstufe vom bereits weitgehend gereinigten Abwasser ab. Das bestehende Nachklärbecken mit einem Volumen von 900 Kubikmetern wird saniert.
Neben der Belebungsstufe und der Nachklärung wird auch die erste Stufe im Reinigungsprozess des Klärwerks, die mechanische Reinigung, modernisiert. Das Klärwerk Odenthal erhält ein neues Rechengebäude mit neuem Rechen. Dieser entfernt z. B. Hygieneartikel aus dem Abwasser. Der Sandfang, in dem sich grobe Schmutzstoffe, z. B. Sand, vom Abwasser absetzen, wird ebenfalls erneuert. Das Betriebsgebäude, in dem sich u.a. die zentrale Schaltwarte und das Betriebslabor befinden, wird aufgestockt und erhält außerdem einen Anbau, in dem eine Werkstatt untergebracht werden soll. Weitere Maßnahmen beim Ausbau des Klärwerks sind der Umbau der Schlammbeschickung des Faulbehälters, der Bau einer neuen Ablaufleitung und die Sanierung der Bau-, Maschinen- und Elektrotechnik des Regenüberlaufbeckens auf dem Klärwerksgelände.
Der gesamte Ausbau wird bei laufendem Betrieb des Klärwerks durchgeführt. Die Inbetriebnahme der sanierten und neuen Becken wird voraussichtlich Anfang 2005 erfolgen. Mit dem Abschluss der Gesamtbaumaßnahme rechnet der Wupperverband voraussichtlich Anfang 2006. Der Kostenrahmen ist auf ca. 6 Mio. Euro angesetzt. Diese Kosten werden von den Verbandsmitgliedern des Wupperverbandes genossenschaftlich getragen.
Dem Ausbau des Klärwerks ist ein Forschungsvorhaben vorausgegangen, das der Wupperverband gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum von 2000 bis 2002 durchgeführt hatte. Das Forschungsvorhaben trug den Titel “Ein integriertes Gesamtkonzept für Entwässerungsgebiet, Kanalnetz, Kläranlage und Gewässer mit dem Ziel eines nachhaltigen Gewässerschutzes und einer Reduktion der Kosten”. Der Ansatz des Forschungsvorhabens war, nicht einzelne Komponenten zu betrachten, sondern das Entwässerungssystem vom Kanalnetz bis hin zum Gewässer als Gesamtsystem zu untersuchen. Dabei sollte insbesondere berücksichtigt werden, welche Aufnahmekapazität das Gewässer, in diesem Fall die Dhünn, hat, um so die Voraussetzungen für einen guten Zustand der Gewässer im Projektgebiet Odenthal zu schaffen. Die Ergebnisse des Forschungsvorhaben flossen in die Ausbauplanung für das Klärwerk ein.
Ihre Ansprechpartner beim Wupperverband:
Marco Friedel, Telefon: 0202/ 583-376
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