13.09.2000
Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Verbund
Eine Tonne Stickstoff, das ist die Menge, die etwa 100.000 Menschen mit ihrem Abwasser zur Kläranlage schicken ? und das jeden Tag
13. September 2000
Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Verbund Eine Tonne Stickstoff, das ist die Menge, die etwa 100.000 Menschen mit ihrem Abwasser zur Kläranlage schicken – und das jeden Tag. Das ist die Größe einer mittleren Stadt. Und um diese Menge wird die Wupper entlastet durch eine neue Kooperation von Bayer AG und Wupperverband. Zusätzlich werden durch die Reinigung in der Bayer-Werkskläranlage 2 Tonnen schwerer abbaubarer organischer Abwasserinhaltsstoffe (CSB) abgebaut, da die Kläranlage durch die längeren Verweilzeiten hierfür die richtigen Voraussetzungen aufweist. Möglich wird dieser Erfolg für die Umwelt durch den Austausch von Abwasserströmen zwischen dem Klärwerk Buchenhofen und der Bayer-Werkskläranlage Rutenbeck. Jeder Partner übernimmt den Teil der Stickstoffentfernung, für den die jeweilige Anlage am besten geeignet ist. Zur Zeit kann der Stickstoff nur teilweise umgewandelt werden. So enthält ein Teilstrom der Kläranlage des Wupperverbandes am Ende der Abwasserreinigung immer noch große Mengen Ammonium-Stickstoff. Dieses sogenannte Zentratabwasser wird nun in den Zulauf der Bayerkläranlage eingeleitet. Dort sind die biologischen Verhältnisse ideal, um das Ammonium in Nitrat zu überführen. Das ist jedoch nur der erste Schritt der Stickstoffelimination. Für die Reduktion des Nitrats zu gasförmigem Stickstoff, der unschädlich in die Atmosphäre entweicht, ist wiederum die Kläranlage Buchenhofen besser geeignet. Diese wird zudem durch den laufenden Ausbau des Klärwerks weiter optimiert. Deshalb fließt das vorgereinigte Abwasser vom Bayerklärwerk künftig dorthin zurück, durchläuft nochmals alle Reinigungsstufen und wird sauber und mit weniger Stickstoff in die Wupper entlassen. Zunächst ist das Projekt auf eine einjährige Versuchsphase begrenzt. Dann wird sich zeigen, ob diese Lösung auch wirtschaftlich hält, was sie verspricht. Wupperverband und Bayer sind zuversichtlich, dass aus der Testphase, die im September 2000 beginnt, eine langfristige Zusammenarbeit wird. Die einhellige Aussage: "Die Anforderungen an den Gewässerschutz und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes steigen für beide Partner. Deshalb ist es sinnvoll, die jeweiligen Kapazitäten der benachbarten Kläranlagen optimal zu nutzen." Verläuft die Testphase erfolgreich, können sowohl die Wupper als auch die Firma Bayer und die Beitragszahler des Wupperverbandes hiervon profitieren. Dr. Heinz L. Bahnmüller, Werksleiter des Werkes Bayer Elberfeld, und Dipl.-Ing. Bernd Wille, Vorstand des Wupperverbandes, sind stolz auf die neue Kooperation. "Ökologische und ökonomische Vorteile zusammen sind Idealziele, die wir uns immer wünschen". Ihr Dank gilt den Mitarbeitern, die diese Zusammenarbeit mit Leben füllen, aber auch den Aufsichtsbehörden, ohne deren Einsatz eine schnelle Umsetzung nicht möglich gewesen wäre.
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