24.04.2001
Zwei neue Becken in Ronsdorf entlasten Kanal und Leyerbach
Seit September 1999 befindet sich das Regenüberlaufbecken Ronsdorf im Bau. Im Januar 2001 begannen die Arbeiten für das Hochwasserrückhaltebecken am Leyerbach
Rund 21,3 Millionen Mark fließen in die beiden Bauprojekte Seit September 1999 befindet sich das Regenüberlaufbecken Ronsdorf im Bau. Im Januar 2001 begannen die Arbeiten für das Hochwasserrückhaltebecken am Leyerbach. Bei einem gemeinsamen Pressetermin am Dienstag, den 24. April, stellten die Stadt Wuppertal und der Wupperverband die beiden umfangreichen Baumaßnahmen vor, die vom Wupperverband gebaut und von der Stadt Wuppertal finanziert werden. Bernd Wille, Vorstand des Wupperverbandes, und Harald Bayer, Beigeordneter der Stadt Wuppertal, präsentierten die beiden Projekte und fassten ihre Bedeutung für die Entwässerung in Ronsdorf zusammen. Vor Ort konnten sich die Teilnehmer selbst ein Bild machen vom Regenüberlaufbecken (Kosten: 15 Mio. DM), das auf dem Gelände des Betriebs Gewässer des Wupperverbandes an der Remscheider Straße gebaut wird, und vom Hochwasserrückhaltebecken (Kosten: 6,3 Mio. DM), das etwa 500 Meter weiter flussabwärts am Leyerbach entsteht. Beide Becken sind Bausteine eines neuen Gesamtkonzeptes zur Entwässerung in Ronsdorf. Die Entwässerung erfolgt im Mischsystem. Das bedeutet, Schmutzwasser und von bebauten Flächen abfließendes Regenwasser fließen durch denselben Kanal. Bei starken Niederschlägen wird das Kanalsystem überlastet. Eine Entlastung erfolgte bisher über mehrere Regenüberläufe direkt in den Leyerbach. Das bestehende Entwässerungssystem – Kanäle, Regenüberläufe und ein vorhandenes, aber viel zu kleines Auffangbecken – entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Gewässerschutz. Darüber hinaus reicht es aufgrund der stetig zunehmenden Bebauung und Versiegelung nicht mehr aus. Das Kanalsystem wird zurzeit von den Wuppertaler Stadtwerken saniert und vergrößert. Beide Bauprojekte des Wupperverbandes werden in enger Abstimmung mit den Stadtwerken abgewickelt. Als Puffer wird das neue Regenüberlaufbecken (RÜB) bei starken Niederschlägen zur Entlastung des Kanals beitragen. Das RÜB mit einem Speichervolumen von 4.500 Kubikmetern wird insbesondere das bei Regenbeginn stärker verschmutzte Oberflächenwasser zwischenspeichern, mechanisch reinigen und gedrosselt zum Klärwerk Kohlfurth des Wupperverbandes weiterleiten. Das RÜB wird als Stahlbetonbecken mit mehreren Kammern errichtet. Der Ablaufsammler und das RÜB-Bauwerk sind im Wesentlichen fertiggestellt. Parallel zur maschinellen und elektrotechnischen Ausrüstung wird in den nächsten Monaten der Zulaufsammler erstellt. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2001 vorgesehen. Die Gesamtmaßnahme soll Mitte 2002 abgeschlossen sein. Reicht die Kapazität des RÜB bei extremen Regenmengen nicht aus, so wird zukünftig das überschüssige Wasser (dabei handelt es sich um nicht mehr klärpflichtiges Mischwasser, da eine sehr starke Verdünnung mit Regenwasser erfolgt) über einen Entlastungssammler in den Staubereich des neuen Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) am Leyerbach geleitet. Das HRB wird durch einen rund 7 Meter hohen Erddamm begrenzt. Zur Pufferung des Hochwasserabflusses steht ein Stauvolumen von 56.000 Kubikmetern zur Verfügung. Dadurch werden Leyerbach und Morsbach entlastet und der Hochwasserschutz für die unterhalb des Beckens liegenden Wohn- und Gewerbegebiete deutlich verbessert. Zurzeit wird der Hang entlang der Remscheider Straße durch Vorschüttung von Bodenmassen gesichert. Im Bereich des späteren Absperrdammes entsteht die Baugrube für das Grund-ablassbauwerk. Der Leyerbach wurde provisorisch aus dem Baustellenbereich verlegt, um Beeinträchtigungen des Gewässers zu vermeiden. Das HRB wird voraussichtlich im Februar 2002 fertiggestellt. Neben den Menschen in Ronsdorf und Remscheid profitiert vor allem auch der Leyerbach von dem verbesserten Entwässerungssystem. Darüber hinaus ist vorgesehen, nach der Fertigstellung des RÜB den im Ronsdorfer Stadtgebiet kanalartig ausgebauten Oberlauf des Bachs zu renaturieren und somit wieder eine naturnahe Gewässerstruktur zu entwickeln. Ihre Ansprechpartner: Benno Jahn, Wupperverband, Telefon: 0202/ 583-251; Manfred Schleising, Wupperverband, Telefon: 0202/ 583-321; Bernard Arnold, Stadt Wuppertal, Telefon: 0202/ 563-5477
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