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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2005
02.09.2005

Vorfall Morsbach: Untersuchungsergebnisse des Wupperverbandes liegen vor

Morsbach bleibt ein Gewässer des Wanderfischprogramms

Einen Monat nach dem Vorfall am Regenüberlaufbecken (RÜB) Breitenbruch hat der Wupperverband seine bisherigen Untersuchungsergebnisse zusammengetragen.
Durch das Überlaufen des RÜB Breitenbruch bei Trockenwetter in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli war rund 5 Kilometer oberhalb der Morsbachmündung unverdünntes Abwasser in den Bach gelangt. Der durch Sauerstoff zehrende Stoffe im Abwasser ausgelöste Sauerstoffmangel hatte ein Fischsterben im Morsbach verursacht.

Ein Schwerpunkt der Untersuchungen bestand darin, die Ursache für die Fehleinleitung zu ermitteln.
Die inzwischen vorliegenden Protokolle der Steuerungsbefehle zeigen, dass entgegen ersten Vermutungen ein Bedienungsfehler Ursache der Fehleinleitung war. Die Herstellerfirma der Steuertechnik wurde angewiesen das Steuerungsprogramm so zu verändern, dass zukünftig ein derartiger Bedienungsfehler in der Prozessleittechnik bereits technisch ausgeschlossen ist.

Die bei der Aufarbeitung des Vorfalls gewonnenen weiteren Erkenntnisse nutzt der Wupperverband dazu, die Betriebssicherheit der Anlagen noch weiter zu verbessern. Dazu trägt auch der Aufbau eines von den bisherigen Steuerungs- und Prüfmechanismen unabhängigen Überwachungssystems bei. Ein solches System wurde sowohl am RÜB Breitenbruch als auch an einem weiteren Regenbecken eingebaut und befindet sich derzeit in der Testphase.


Untersuchungen zu Fischnährtieren und Fischen durchgeführt


Bereits am 19. Juli hatte der Wupperverband am Nachmittag sowohl im Morsbach als auch in der Wupper Gewässerproben entnommen. Die Untersuchungen zeigten, dass die untersuchten physikalisch-chemischen Werte oberhalb und unterhalb der Einleitungsstelle im Morsbach nahezu gleich waren. Einen halben Tag nach dem Vorfall hatte sich die Wassergüte des Morsbachs unterhalb der Einleitungsstelle bereits wieder normalisiert. Auf die Wasserqualität der Wupper konnten keine negativen Auswirkungen durch die Abwassereinleitung in den Morsbach festgestellt werden.

Die Untersuchungen des Staatlichen Umweltamtes Düsseldorf am 20. Juli zeigten das gleiche Ergebnis. Es wurden im Morsbach Flusskrebse und Kleinstlebewesen (Makrozoobenthos) gefunden. Diese Kleinstlebewesen sind Fischnährtiere und darüber hinaus auch ein Indikator für die Wassergüte des Gewässers.

Am 29. und 30. Juli ließ der Wupperverband durch eine externe Firma erneut Untersuchungen des Makrozoobenthos im Morsbach und in der Wupper durchführen. Auch bei dieser Untersuchung waren keine Negativauswirkungen für die Wupper erkennbar. Im Morsbach ähnelte die Kleintierfauna an der Untersuchungsstelle 300 Meter unterhalb der Einleitungsstelle des RÜB Breitenbruch in Anzahl und Zusammensetzung den Ergebnissen der oberhalb der Einleitungsstelle liegenden Referenzmessstellen.

Durch die Abwassereinleitung aus dem RÜB in den Morsbach kam es am 18. Juli zu einem Fischsterben. Davon waren unter anderem folgende Arten betroffen: Bachforelle, Meerforelle, Lachs, Barbe, Elritze und Koppe.
Die Zahl der toten Fische betrug nach vorliegenden Erkenntnissen ca. 200 bis 300 Fische.
Rund einen Monat nach dem Ereignis, am 17. August, hat ein externer Gutachter im Auftrag des Wupperverbandes eine Elektrobefischung durchgeführt. Während im Mündungsbereich des Morsbachs ein noch scheinbar intakter Fischbestand zu finden war mit Groppe, Bachforelle und Lachs, zeigte der Morsbach von der Einleitungsstelle bis zum Mündungsbereich schwere Defizite im Fischbestand.
Allerdings sind die Wasserqualität des Morsbachs, seine guten Gewässerstrukturen sowie das Vorhandensein der Fischnährtiere gute Voraussetzungen für eine Wiederbesiedlung durch Fische.
Der Wupperverband wird den wirtschaftlichen Schaden, der für den ansässigen Fischereiverband entstanden ist, ersetzen.
Nach Aussage der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) wird der Morsbach als eines der wertvollsten Gewässer – auch nach dem Vorfall - im Wanderfischprogramm NRW bleiben. Der Wupperverband wird den Besatz mit Lachsbrütlingen im Rahmen des Wanderfischprogramms finanziell unterstützen.


Inzwischen haben die zuständigen Behörden die Ermittlungen aufgenommen. Der Vorfall Fehleinleitung in den Morsbach befindet sich daher im laufenden Verfahren.


Ihr Ansprechpartner:

Bernd Wille, Vorstand des Wupperverbandes, Telefon: 0202/ 583-244