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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2008
30.06.2008

Schevelinger-Talsperre: Entnahmeturm wird saniert

Wasserspiegel der Talsperre wird ab 30.6.08 abgesenkt. Erhöhter Wasserstand im Schevelinger Bach möglich.

Der Wupperverband beginnt ab 14. Juli mit Bauarbeiten an der Schevelinger-Talsperre in Wipperfürth. Nach fast 70 Jahren Betriebszeit muss der Entnahmeturm der Talsperre saniert werden.
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Dezember 2008 dauern.
Ab 30. Juni wird als Vorbereitung für die Baumaßnahme der Wasserspiegel der Talsperre schrittweise abgesenkt. Daher ist unterhalb der Talsperre mit einem erhöhten Wasserstand des Schevelinger Bachs zu rechnen. Deshalb sollten Anlieger und Nutzer des Bachs besonders vorsichtig sein. Während der gesamten Bauzeit wird der Wasserspiegel der Talsperre um ca. 2,60 Meter niedriger sein als üblich.
Die Kosten für die Sanierung betragen rund 570.000 Euro und werden vom Wupperverband genossenschaftlich finanziert.

Die 1941 in Betrieb genommene Schevelinger-Talsperre ist durch ein Stollensystem mit dem Mühlenteich Wasserfuhr, der Neye-Talsperre (Eigentum der Energie und Wasser für Remscheid GmbH) und der Bever-Talsperre verbunden. Zusammen bilden sie den „Beverblock“. Durch diesen Verbund steht Wasser aus einem größeren Einzugsgebiet zur Verfügung. So können Wassermengen aus dem Schevelinger-, Hönnige- und Neye-Gebiet der Bever-Talsperre zugeführt werden.

Der trichterförmige Entnahmeturm der Schevelinger-Talsperre besteht aus Beton. Ist die Schevelinger-Talsperre ausreichend gefüllt, so fließt das Wasser in den oben offenen Trichter des Entnahmeturms. Am Fuß des Turms beginnt der Stollen zur Überleitung des Wassers in die Neye-Talsperre.
Darüber hinaus kann der Entnahmeturm auch als zusätzliche Hochwasserentlastung genutzt werden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Innenseite des Entnahmeturms Risse aufweist. Damit die Standsicherheit und die weitere Nutzung gewährleistet werden können, muss der Turm saniert werden.
Um die Funktion des Turms zu erhalten, wird der Wupperverband eine „Rohr-in-Rohr-Lösung“ umsetzen. Das bedeutet, in dem vorhandenen Turm wird über die gesamte Höhe ein neuer, statisch unabhängiger Stahlbetonschacht errichtet. Der Trichter dieses Schachts wird mit einem Durchmesser von 5,50 Metern etwas schmaler werden als der vorhandene Trichter. Der neue Schacht wird direkt an die bestehende Turmwand betoniert. Eine Trennschicht aus einer Spezialfolie gewährleistet, dass die beiden Bauteile statisch voneinander unabhängig sind.
Die „Rohr-in-Rohr-Lösung“ hat den Vorteil, dass der Wasserspiegel in der Talsperre während der Bauzeit nicht vollständig abgesenkt werden muss.

Als Gründung wird eine Stahlbetonplatte in den Turm eingesetzt um im Untergrund verankert.

Außerdem wird auf der Dammkrone der Abschlussbalken der Asphaltbetondichtung erneuert. Dieser Balken, der nach außen hin den Abschluss der Dichtung bildet, ist im Laufe der Jahre verwittert und muss nun ausgetauscht werden.
In diesem Zuge wird auch das Geländer auf dem Damm erneuert. Daher muss der Weg über den Damm voraussichtlich für vier Wochen gesperrt werden. Wann die Sperrung des Damms erfolgt, wird der Wupperverband noch mitteilen.


Daten zur Schevelinger-Talsperre:


Bauzeit: 1938 bis 1941
Damm: Steinschüttdamm mit Asphaltbetonaußenhautdichtung
Kronenlänge:150 m
Kronenbreite4 m
Einzugsgebiet:9,1 km²
Stauinhalt 300.000 m³
Wasserfläche:8 ha
Wassertiefe:12,50 m


Weitere Informationen über die Talsperre finden Sie unter Aufgaben/Talsperren.