04.02.2000
Wupperverband setzt Dichtsystem der Bever - Talsperre instand
Vorarbeiten im Februar - Bauarbeiten beginnen mit den Sommerferien
4.2.2000
Wupperverband setzt Dichtsystem der Bever-Talsperre instand Vorarbeiten im Februar - Bauarbeiten beginnen mit den Sommerferien Nach mehr als 60 Jahren Betrieb muss die 1938 fertiggestellte Bever-Talsperre nun an die heute geltenden Regeln der Technik angepasst werden. Zu diesem Zweck hat der Wupperverband zwischen 1996 und 1999 eine vertiefte Überprüfung der Talsperre vorgenommen. Unter anderem wurden hierbei Mess- und Kontrolleinrichtungen erneuert, die Betriebseinrichtungen (z. B. Grundablass und Kontrollgang) überprüft sowie umfangreiche Untersuchungen und Berechnungen zur Beschaffenheit des Staudammes und insbesondere des Dichtsystems durchgeführt. Die eingehenden Untersuchungen des Staudammes haben ergeben, dass - bedingt durch den bei Staudämmen natürlichen Setzungsprozess - das Dichtsystem im Inneren des Dammes sich ebenfalls gesetzt hat. Das bedeutet, es liegt heute unterhalb seiner ursprünglichen Höhe. Um den Damm wieder an die heute gültigen Regeln der Technik anzupassen, muss das Dichtsystem aufgehöht werden. Wie ein Gutachten eines unabhängigen Ingenieurbüros bestätigt, ist die Standsicherheit des Bever-Dammes uneingeschränkt gewährleistet. Mit der Baumaßnahme zur Aufhöhung des Dichtsystems wird der Wupperverband nach heutigem Sachstand am 29. Juni 2000 beginnen. Da sich die umfangreichen Maßnahmen über die gesamte Länge des Staudammes erstrecken werden, wird die über den Damm führende Kreisstraße K12 aus Sicherheitsgründen während der gesamten Bauzeit voll gesperrt. Nähere Informationen zur Straßensperrung sowie zum Ablauf der Arbeiten am Bever-Damm werden zeitnah bekannt gegeben. Die Durchführung der Sanierung macht eine Stauabsenkung von ca. 5 m im Vergleich zum Höchststau (295,53 m ü. NN) erforderlich. Dennoch wird den Wassersportlern und Erholungssuchenden an der Bever-Talsperre nach heutiger Einschätzung eine ausreichend große Wasserfläche für ihre Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich im Dezember 2000 abgeschlossen sein. Bereits ab Februar 2000 wird der Wupperverband vorbereitende Arbeiten im Bereich des Staudammes der Bever-Talsperre durchführen. So werden beispielsweise die Hecken auf der Dammkrone entfernt. Dadurch kann es kurzfristig zu Verkehrsbeeinträchtigungen auf der K12 kommen. Der Staudamm der Bever-Talsperre besteht aus unterschiedlichen vertikalen Schichten: Eine starke Steinpackung deckt den Damm zur Wasserseite ab. Dahinter liegt eine Schicht aus steinigem Lehm. Eine Schicht aus fettem, steinfreiem Lehm bildet die Hauptdichtung. Die Zusatzdichtung besteht aus einer 8 mm dicken gewellten Stahlwand, die auf einem Betonsockel mit Kontrollgang aufsetzt. Zur Luftseite schließen sich ein Sand-Kiesfilter und der Stützkörper des Dammes aus durchlässigen Bodenschichten an. Sowohl die gewellte Stahlblechwand als auch die davorliegende Hauptdichtung aus Lehm haben sich im Laufe der langjährigen Betriebszeit der Talsperre gegenüber der ursprünglichen Einbauhöhe gesetzt. Das Konzept zur Instandsetzung sieht vor, auf der gesamten Länge des Staudammes die vorhandene Dichtung freizulegen und je nach Absenkung bis maximal ca. 3,50 m aufzuhöhen. Die gewellte Stahlblechwand wird durch eine Kunststoffdichtungsbahn von 4 mm Stärke verlängert. Zur Aufhöhung der Hauptdichtung wird lagenweise Dichtungslehm eingebaut. Den Abschluss bilden die Arbeiten zur Wiederherstellung der wasserseitigen Dammböschung und der Dammstraße. Bei der Wiederherstellung der Dammstraße wird der Wupperverband besonderen Wert auf Verkehrssicherung sowie auf eine ansprechende Gestaltung der Dammkrone legen. Für das Projekt sind Baukosten von insgesamt rund 2 Mio. DM angesetzt. Die Baumaßnahme wird zu etwa einem Drittel vom Land NRW finanziert. Ihr Ansprechpartner beim Wupperverband: Jürgen Fries (Telefon: 0202/ 583-331)
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