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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2007
26.04.2007

Wupperverband: Energie als Teil der strategischen Ausrichtung

Nutzung erneuerbarer Energien noch weiter ausbauen

Am 28. April findet deutschlandweit der 12. Tag der Erneuerbaren Energien statt. Erstmalig hatte die Stadt Oederan diesen Tag 1996 initiiert. Damals lautete das Motto „10 Jahre nach Tschernobyl – es geht auch anders“. Inzwischen hat der Tag der Erneuerbaren Energien weite Verbreitung gefunden. Anlagenbetreiber in ganz Deutschland werden wieder u.a. ihre Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen vorstellen.

Im Vorjahr hatte der Wupperverband anlässlich des Tages der Erneuerbaren Energien bei einem Pressetermin über sein Energiekonzept informiert.
Für den Verband ist das Thema Energiemanagement von wachsender Bedeutung. Als Betreiber großer technischer Anlagen, z. B. 11 Kläranlagen, ist es für den Verband sowohl aus Kosten- als auch aus Umweltschutzgründen eine Verpflichtung und Herausforderung, mit Energie sparsam umzugehen. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist der Einsatz von erneuerbaren Energien, die im Aufgabenfeld des Verbandes z. B. in Form von Faulgas, Dampfkraft, Wasserkraft und Sonnenenergie und Holzhackschnitzeln zur Beheizung von Gebäuden nutzbar sind.

Pro Jahr verbraucht der Wupperverband insgesamt rund 57 Mio. (das ist der Jahresbedarf von 12.400 Vier-Personen-Haushalten) Kilowattstunden an Energie für seine Anlagen und Gebäude. Eingerechnet sind darin die Energieträger Strom, Heizöl, Erd- und Propangas sowie Fernwärme. Der größte Anteil (rund 71 Prozent) des Energieverbrauchs entfällt auf den Energieträger Strom. Der Stromverbrauch des Wupperverbandes betrug in 2005 rund 40,8 Mio. Kilowattstunden und in 2006 rund 40,7 Mio. Kilowattstunden.
Einen Teil seines Stromverbrauchs deckt der Verband durch Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien: In 2006 hat der Wupperverband durch die Nutzung von Faulgas, Wasserkraft, Dampfkraft und Fotovoltaik rund 25 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht in etwa dem Jahresbedarf von ca. 5500 Vier-Personen-Haushalten. Davon wurden rund 16 Mio. Kilowattstunden vom Verband selbst genutzt, rund 9 Mio. Kilowattstunden wurden in die Netze der Energieversorger eingespeist.
Der Wupperverband betreibt bereits an sechs von elf Kläranlagenstandorten Blockheizkraftwerke zur Stromerzeugung mit Faulgas aus der Klärschlammfaulung, vier Wasserkraftanlagen, eine Fotovoltaikanlage sowie eine Hackschnitzelfeuerung in seinem Forstbetrieb. Darüber hinaus wird der Prozessdampf der Schlammverbrennungsanlage in einer Dampfturbine verstromt.
In 2007 sollen zwei weitere Wasserkraftanlagen an der Lingese-Talsperre und an der Brucher-Talsperre entstehen.

Um das Thema Energie weiter voranzutreiben, hat der Wupperverband einen Querprozess „Energiemanagement“ eingerichtet. Über alle Aufgabenbereiche hinweg verfolgt das Energiemanagement das Ziel, Energieverbrauch und Eigenproduktion transparent zu machen, Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs zu erarbeiten und den Anteil regenerativer Energie zu erhöhen.

Im Frühjahr hat Vorstand Bernd Wille den Gremien des Wupperverbandes das Energiemanagement vorgestellt. Das langfristige Ziel des Verbandes ist, den Anteil an erneuerbaren Energien deutlich zu erhöhen und sogar langfristig den Energiebedarf nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Neben einer Kostensenkung steht hier auch der Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund.
Der Vorstand wird für Herbst 2007 eine Beschlussvorlage für die Gremien des Wupperverbandes vorbereiten. Somit soll das Thema Energiemanagement mit den Gremien abgestimmt und als Schwerpunkt in der strategischen Ausrichtung des Wupperverbandes verankert werden.
In den Prozess Energiemanagement wird der Verband insbesondere die regionalen Energieversorger unter seinen Verbandsmitgliedern einbeziehen.

Neben der Umsetzung der beiden Wasserkraftanlagen an Lingese- und Brucher-Talsperre widmet sich der Wupperverband in 2007 dem Thema Fotovoltaik.
Der Wupperverband wird prüfen, welche Dachflächen seiner Gebäude – von Wohngebäuden, Betriebsgebäuden und Laboratorien für Fotovoltaikanlagen geeignet sind.
Sobald ermittelt wurde, welche Dachflächen aus Kosten- /Nutzengesichtspunkten in Frage kommen, kann voraussichtlich noch in 2007 mit der Installation erster Fotovoltaikanlagen begonnen werden.