20.07.2000
Vom "Industriefluss" zur "Lebensader Wupper"
Der Umbau des Wupperbettes beginnt mit dem Projekt zwischen Adlerbrücke und Loher Brücke
20.7.00
Vom "Industriefluss" zur "Lebensader Wupper" Der Umbau des Wupperbettes beginnt mit dem Projekt zwischen Adlerbrücke und Loher Brücke In früheren Zeiten stand die industrielle Nutzung der Wupper im Vordergrund: Ableitung von Abwässern aus Gewerbe, Industrie und Haushalten, Wasserkraftnutzung, gewerbliche Entnahme usw. In urbanen Bereichen – vor allem in Wuppertal – wurde die Wupper begradigt und künstlich ausgebaut. Ihre damals schlechte Wasserqualität hat sich in Zitaten und Sprichworten ("Schwarz wie die Wupper" u.a.) niedergeschlagen. Ein Umdenken in der Gesellschaft hat dazu geführt, dass sich die Menschen nun schon seit einigen Jahren verstärkt mit ihrer Umwelt und den lebenswichtigen Ressourcen auseinander setzen. Wasser als Element und der Fluss Wupper als ein Lebensraum mit wichtigen ökologischen Funktionen stehen heute im Blickpunkt. Aber auch das bloße Erleben des Flusses ist für die Menschen ein wichtiger Aspekt. Die Voraussetzungen hierfür wurden durch die Verbesserung der Wasserqualität bereits geschaffen. "Lebensader Wupper" – das Leitbild für den Stadtfluss Wupper – ist ein Konzept, das städtebauliche, abwassertechnische und ökologische / gewässerstrukturfördernde Maßnahmen verknüpft, um ein attraktives Miteinander von Mensch, Stadt und Fluss zu erreichen. Grundlegende Voraussetzung zur Umsetzung des Konzeptes "Lebensader Wupper" – einer Initiative der Stadt Wuppertal - ist die Zusammenarbeit von Anliegern, Nutzern und der Stadt Wuppertal sowie dem Wupperverband als Verantwortlichem für die Gewässerunterhaltung, Umwelt- und Fischereiverbänden, der Industrie und weiteren Partnern. Mit dem Projekt Adlerbrücke bis Loher Brücke nimmt die Umgestaltung der Wupper nun konkrete Formen an. Oberbürgermeister Dr. Hans Kremendahl und Wupperverbands-Vorstand Bernd Wille gaben am 20. Juli 2000 den offiziellen "Startschuss" für das Projekt, das vom Wupperverband in Zusammenarbeit mit der GESA (gemeinnützige Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung) umgesetzt wird. Die Kosten in Höhe von rund 200.000 DM werden im Rahmen des ökologischen Umbaus der Wupper im Stadtgebiet aus den Mitteln zur Gewässerunterhaltung finanziert. Das Projekt ist in zwei Abschnitte unterteilt, wobei folgende Arbeiten ausgeführt werden: - Im oberen Abschnitt wird ein ca. 260 m langes Teilstück des Wupperufers von der Schwebebahnstation Adlerbrücke bis zur Wupperbrücke Wasserstraße umgestaltet.
Auf der rechten Uferseite (in Fließrichtung) verläuft in der "Berme" - d. h. in der aus Natursteinen bestehenden Uferbefestigung, die teilweise mit Rasen, teilweise mit anderen Pflanzen bewachsen ist - ein Abwasserkanal. Dadurch kann die Berme nicht verändert werden. Um dennoch die Uferstruktur zu verbessern, werden am Rand des Gewässers abschnittsweise Steine aufgeschüttet bzw. Bepflanzungen vorgenommen. Für die Steinschüttungen wird Material aus dem Abbruch der Berme im unteren Abschnitt (zwischen Wasserstraße und Schwebebahnhof Loher Brücke) genutzt. Auf der linken Uferseite reichen auf ca. 160 m Länge die Gebäudemauern bis in die Wupper. Auch hier wird durch Steinschüttungen und ufergerechte Bepflanzung die Uferstruktur aufgelockert und verbessert. Im gesamten Abschnitt sollen Störsteine im Gewässer dazu dienen, eine abwechslungsreichere Fließdynamik und einen erhöhten Sauerstoffeintrag zu erzielen. - Im unteren Abschnitt zwischen Wasserstraße und der Schwebebahnhaltestelle Loher Brücke (ca. 200 m), mit dem das Projekt beginnt, werden umfangreiche Uferverbesserungen erfolgen.
Auf beiden Seiten begrenzen derzeit Bermen die Wupper. Die Berme auf der rechten Seite (in Fließrichtung) soll auf der gesamten Länge abgetragen werden. Mit dem freiwerdenden Material (ehemals aus der Wupper entnommene Steine und Schotter) können beispielsweise eine Insel und Vorschüttungen am gegenüberliegenden Ufer angelegt werden. Auf der linken Seite wird eine Kante der Berme abgebrochen, einzelne Steine werden aus der mauerartigen Konstruktion entfernt. Die so entstandenen Angriffsflächen ermöglichen bei höheren Wasserständen eine Art natürliche Erosion. Die Wupper kann sich somit ihr Ufer in diesem Bereich selbst gestalten.Die Umsetzung des gesamten Projektes wird voraussichtlich 6-8 Wochen dauern. Durch eine Ausstellung im Schwebebahnhof Adlerbrücke am 20. Juli bzw. eine dauerhafte Info-Tafel informieren Stadtverwaltung und Wupperverband über das Konzept "Lebensader Wupper" und den Umbau des Wupperbettes. "Lebensader Wupper" – mit der symbolischen ersten Maßnahme zwischen Adlerbrücke und Loher Brücke kommt nun im wahrsten Sinne des Wortes "der Stein ins Rollen". Weitere Maßnahmen – auch städtebauliche – werden folgen, um den Menschen in Wuppertal "ihren" Fluss wieder ein Stück näher zu bringen. Die Entwicklung vom Industriefluss zum erlebbaren Fluss wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Fluss soll sein Umfeld auch selbst mitentwickeln und so – mitten in der Stadt – naturnähere Bereiche schaffen. Im Vordergrund steht die Zielsetzung, langfristig den Stadtfluss Wupper zu einem Lebens- und Erlebnisraum für die Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln sowie eine ökologische Verbesserung der Flusslandschaft zu erreichen. Ansprechpartner: Stadt Wuppertal: Ulrich Kronenberg, Telefon: 0202/ 563-5076 Wupperverband: Benno Jahn, Telefon: 0202/ 583-251
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