01.08.2000
Eskesberger Bach
Aus einer Rohrleitung entsteht wieder ein naturnaher Gewässerabschnitt
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Eskesberger BachAus einer Rohrleitung entsteht wieder ein naturnaher Gewässerabschnitt Mit der Renaturierung eines Abschnitts des Eskesberger Baches in Wuppertal-Varresbeck kehrt nun wieder ein Stück Natur in die Stadtlandschaft Wuppertal zurück. Bisher suchte man den Bach in der Nähe des Friedhofs "Krummacher Straße" vergeblich, da er unterhalb von zwei künstlichen Teichen durch eine Verrohrung floss. Dies soll sich nun ändern: In Zusammenarbeit mit dem Stadtbetrieb Weiterbildung der Volkshochschule Wuppertal und in Abstimmung mit den zuständigen städtischen Behörden hat der Betrieb Gewässer des Wupperverbandes am 13. Juni mit der Renaturierung eines insgesamt 400 Meter langen Teilstücks des Eskesberger Baches begonnen. Die Kosten für die Renaturierung in Höhe von rund 100.000 DM trägt die Stadt Wuppertal. Die Zielsetzung ist, den verrohrten Bach wieder in ein natürliches Gewässer zu verwandeln, das sich zu einem Lebensraum für Tiere und Pflanzen entwickeln soll. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Mitarbeiter des Betriebs Gewässer alle Hände voll zu tun. Tatkräftig unterstützt werden sie von 6 ABM-Kräften. Damit erhält die Renaturierung des Baches neben der ökologischen eine soziale Komponente. 6 jungen Menschen soll durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Stadtbetriebs Weiterbildung der Einstieg ins Berufsleben ermöglicht und somit eine berufliche Perspektive geboten werden. Bis Mitte September wird sich am Eskesberger Bach einiges verändern. Der untere der beiden Teiche wird gesäubert und erhält anstelle seiner maroden Betonschale eine naturnah gestaltete Lehmschürze. Unterhalb des Teiches erhält der Bach wieder ein natürliches Bachbett. Er soll zukünftig am nördlichen Randbereich des Friedhofes entlang laufen. Nach etwa 90 m, wo der Bach auf die Friedhofsmauer stößt, wird ein 15 Meter breiter Zwischenraum in der Mauer geschaffen, um dem Bachbett den nötigen Raum zu geben. Im Anschluss daran wird der Bach parallel zur Mauer verlaufen, bis er schließlich auf die Krummacher Straße trifft und in eine baulich bedingte Verrohrung mündet. Die für die Renaturierung des Eskesberger Baches benötigten Flächen werden von der evangelischen Kirchengemeinde auf der rechten Seite und der jüdischen Kultusgemeinde auf der linken Seite kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei der naturnahen Gestaltung des Bachbettes ist das Gefälle ein wichtiger Faktor. Um das Gefälle in besonders steilen Bereichen zu verringern, werden Grundschwellen aus Grauwacke-Natursteinen integriert. Diese stellen auch bei Niedrigwasser eine Mindesthöhe des Baches sicher und verhindern so die Tiefenerosion des Gewässers. Außerdem werden zur Überwindung von Höhenunterschieden im Gewässerbett 6 sogenannte Sohlgleiten aus Natursteinen eingesetzt, die den Lebewesen den Auf- und Abstieg im Gewässer ermöglichen werden. Durch die aufgerauhte Oberfläche der Sohlgleiten entstehen wechselnde Strömungsmuster. Um die Gebäude an der Krummacher Straße bei starkem Regen vor den anfallenden Wassermengen zu schützen, sind ein Überlauf in ein vorhandenes Betonbecken auf dem Gelände der Friedhofsgärtnerei und eine Retentionsmulde vorgesehen. 5-6 Meter vor der Krummacher Straße entsteht ein Einlaufbauwerk aus Naturstein. Ab hier wird der Bach auch in Zukunft in eine durch die Bebauung bedingte Verrohrung geführt. Am Beispiel des Eskesberger Baches wird die Problematik deutlich, dass innerhalb eines Stadtgebiets oftmals nur einige Teilstücke von verrohrten oder begradigten Bachläufen renaturiert werden können. In anderen Abschnitten ist wegen der vorhandenen Bebauung eine Renaturierung nicht möglich. Das Ziel des Wupperverbandes ist, dass die ehemals technisch ausgebauten Bäche im Einzugsgebiet der Wupper auch in urbanen Gebieten wieder ihre Funktion als wichtiger Bestandteil der Natur und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfüllen können. Eine wichtige Aufgabe des Verbandes ist daher, dort, wo es möglich ist, wieder natürliche Gewässerstrukturen - ein Gewässerbett mit abwechslungsreicher Fließdynamik, naturnah bewachsene Uferbereiche und die Durchgängigkeit der Bäche und Flüsse – zu schaffen. Ihre Ansprechpartner beim Wupperverband: Arnim Lützenberger, Telefon 0202/ 583-259 Günther Thamm, Telefon 0202/ 462177
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