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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2003
12.12.2003

Trinkwasserschutz und Stadtentwicklung

Pressemitteilung der Wuppertaler Stadtwerke, der Stadt Kierspe und des Wupperverbandes

Wenn alle in eine Richtung rudern, kommt man schneller voran – nach diesem Motto haben jetzt die Wuppertaler Stadtwerke AG (WSW), die Stadt Kierspe und der Wupperverband einen Kooperationsvertrag geschlossen, der die Interessen des Betreibers der Kerspe-Trinkwassertalsperre, der Kommune und des Wupperverbandes unter einen Hut bringt.

Der westliche Teil der Stadt Kierspe liegt im Einzugsgebiet der Kerspe-Talsperre. Um der Gemeinde eine geordnete Stadtplanung unter Einbeziehung der Gewerbeentwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität des Rohwassers in dem als Wasserschutzgebiet ausgewiesenen Areal um die Talsperre herum zu sichern, wurde jetzt zwischen der Stadt Kierspe, den WSW als Talsperrenbetreiber und dem Wupperverband eine Vereinbarung getroffen, die beides nachhaltig regelt. Gegenstand der Vereinbarung ist die Sanierung des Abwassersystems der Stadt Kierspe und des Wupperverbandes sowie die Verbesserung der Kooperation zwischen den Vertragspartnern auf operativer Ebene.

Vorgesehen sind der Bau und die Sanierung mehrerer Regenbeckenanlagen und Bodenfilter. An den Kosten werden sich die WSW beteiligen. Im Gegenzug entfällt seitens der WSW die Beitragspflicht für den Unterhalt eines mit WSW-Beteiligung in den 1950er Jahren gebauten Entwässerungsstollens zum Klärwerk.

Die zukünftige Zusammenarbeit soll durch einen regelmäßig tagenden Kooperationsrat verbessert werden. In dem Steuerungsgremium sitzen Vertreter der Stadt und der WSW sowie des Wupperverbandes. Auf dem “kleinen Dienstweg” sollen frühzeitig Absprachen in Bezug etwa auf die Regenwasserbehandlung, Fehlanschlüsse, Gewässeruntersuchungen, die Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf städtischen Grundstücken oder Maßnahmen zur Brandbekämpfung im Wasserschutzgebiet getroffen werden. Auch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Gewässerschutz soll es geben.

Eine Einigung gab es bereits bei der Ausweisung des Gewerbegebiets Kiersperhagen. Die WSW haben ihre gewässerschutzrechtlichen Bedenken zurückgestellt und einer gewerblichen Nutzung des Gebiets zugestimmt. In Abstimmung mit den WSW wird ein Entwässerungskonzept erstellt. Umgekehrt verzichtet die Stadt Kierspe auf die Nutzung gewerblicher Bauflächen im Bereich des Neuenhagener Baches, der als Quellgebiet zum Einzugsbereich der Kerspe-Talsperre gehört. Hier ist eine landwirtschaftliche und landschaftspflegerische Nutzung vorgesehen.

Als Modell für die Kooperation stand die sehr erfolgreiche und seit über zehn Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft Pate. Auch hier ist es gelungen, Konfrontation durch Kooperation zum Nutzen aller abzulösen.