| 13.05.2003
Wipper wieder ein Stück natürlicher
Wupperverband beginnt mit Renaturierung unterhalb der Wipperquelle
Der Wupperverband hat Anfang dieser Woche mit der Renaturierung eines rund 270 Meter langen Teilstücks der Wipper begonnen. Unterhalb des bereits renaturierten Quellbereichs erhält die Wipper nun bis südlich der Ortslage Börlinghausen ein naturnahes Gewässerbett zurück. Die Renaturierung hat das Ziel, diesen Abschnitt der Wipper, der bisher durch künstlichen Ausbau in Form von Verrohrungen sowie durch einen stellenweise gewässeruntypischen Gehölzbestand geprägt war, ökologisch zu verbessern. Durch dieses Projekt wird gleichzeitig auch das Ortsbild von Börlinghausen aufgewertet. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Monate dauern.
Vorhandene Verrohrungen werden entfernt, die Gradlinigkeit des Gewässerverlaufs wird aufgehoben. Eine geschwungene Linienführung mit Aufweitungen, Flachbereichen und Steinschüttungen wird nicht nur zu wechselnden Fließgeschwindigkeiten, sondern auch zur Entwicklung von vielfältigen Lebensbereichen für Flora und Fauna führen. Zum Schutz des Gewässers vor Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft wird der Wupperverband linksseitig einen fünf Meter breiten Schutzstreifen anlegen, der die Wipper von der angrenzenden bewirtschafteten Fläche abgrenzt.
Im Bereich zweier die Wipper kreuzenden Fahrbahnen werden als Bachquerung kleine Brücken aus Fertigteilen angelegt. An diesen Bachquerungen sollen Steine das Gewässerbett aufrauhen und Fischen und Kleinlebewesen das Durchwandern dieser Passagen erleichtern.
Ein wichtiger Aspekt der Renaturierung ist auch der Gehölzbestand am Bachlauf. Standortgerechte Bäume und Sträucher sind für das Gewässer von großer Bedeutung. Sie sorgen u.a. für ausreichende Beschattung und tragen somit zu einer guten Gewässerqualität bei. Eine artenreichere Vegetation am Bachlauf bietet außerdem einen wertvolleren Lebensraum für Insekten und Vögel. Im Rahmen der Renaturierung werden vorhandene Bäume und Sträucher, die für einen Mittelgebirgsbach typisch und daher erhaltenswert sind, erhalten und durch Neuanpflanzungen ergänzt. Dazu gehören z. B. Erlen und Weiden. Eine vorhandene Rotfichtenhecke, die nicht zum standortgerechten Baumbestand zählt, wird durch Laubgehölze ersetzt. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit kann der Wupperverband die Bepflanzung erst im kommenden Herbst durchführen.
Die Baukosten für die Renaturierung betragen rund 90.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert diese Maßnahme mit rund 80 % der Baukosten. Die verbleibenden Kosten werden vom Wupperverband getragen und genossenschaftlich auf die Verbandsmitglieder umgelegt.
Ihre Ansprechpartner: Wupperverband, Arnim Lützenberger, Tel.: 0202/ 583-259 |
|
 |