HomePresseSitemapKontaktImpressumSuche
Das UnternehmenAufgabenFlussgebietsmanagementProjekteInformation
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2000
24.08.2000

Klärwerk Hückeswagen nach Erweiterung offiziell in Betrieb genommen

Ursprünglicher Kostenansatz deutlich unterschritten


24.8.2000

Klärwerk Hückeswagen nach Erweiterung offiziell in Betrieb
genommen

Ursprünglicher Kostenansatz deutlich unterschritten

Wenn der Ausbau eines großen Klärwerkes abgeschlossen ist, die Umwelt und die Stadtentwicklung davon profitieren und der Klärwerksausbau außerdem deutlich kostengünstiger durchgeführt werden konnte als ursprünglich veranschlagt, dann ist das schon ein besonderer Grund zum Feiern.

Zur offiziellen Inbetriebnahme war es eine besondere Ehre, Regierungspräsident Jürgen Roters, Bezirksregierung Köln, begrüßen zu können. Im Klärwerk Hückeswagen des Wupperverbandes kamen am 24. August 2000 zahlreiche Vertreter der Verbands-Gremien, der Aufsichtsbehörden, der Kommunen Hückeswagen,
Wipperfürth und Kierspe, der ausführenden Ingenieurbüros und Baufirmen sowie Anwohner und Mitarbeiter des Wupperverbandes zusammen, um den Erfolg der abgeschlossenen Baumaßnahme zu feiern.

Nach der Begrüßung durch Wolfgang Roth, Vorsitzender des Verbandsrates des Wupperverbandes, überbrachten Regierungspräsident Jürgen Roters und Bürgermeister Norbert Jörgens die Grußworte der Bezirksregierung Köln und der Stadt Hückeswagen. Im Anschluss an die Erläuterung der Ausbaumaßnahme durch Wupperverbands-Vorstand Bernd Wille wurde die Anlage durch den Druck auf den symbolischen roten Knopf offiziell in Betrieb genommen.

Verbesserung der Gewässergüte der Wupper

Bei laufendem Betrieb war das Klärwerk zwischen September 1996 und Frühjahr 2000 erheblich erweitert worden.

Kernstück dieser Erweiterung war die Vergrößerung der biologischen Reinigungsstufe. Um die verschärften Ablaufwerte einzuhalten - insbesondere bzgl. der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor, die in Gewässern zu Überdüngung führen können – wurden 2 neue Belebungsbecken errichtet. Deren Volumen ist mit insgesamt 12.960 m³ etwa fünfmal so groß wie das der alten Belebungsbecken. Durch die optimierte Entfernung von Stickstoff und Phosphor wird die Gewässerqualität der Wupper und der Wupper-Talsperre weiter verbessert werden.

Nutzung von Biogas durch neues Blockheizkraftwerk

Eine wichtige Neuerung für das Klärwerk Hückeswagen und ein weiterer Baustein im Energiekonzept des Wupperverbandes war der Bau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW). Mit dem BHKW kann der Wupperverband nun das bei der Klärschlammfaulung anfallende Biogas zur Stromgewinnung nutzen. Pro Jahr können im Klärwerk Hückeswagen etwa 800.000 kWh Strom erzeugt werden. Bei einem Strombedarf von rund 1,6 Millionen kWh pro Jahr kann die Hälfte des im Klärwerk benötigten Stroms aus umweltfreundlicher regenerativer Energie gedeckt werden.

Insgesamt betreibt der Wupperverband inzwischen 6 BHKW, und zwar in den Kläranlagen Buchenhofen, Kohlfurth, Burg, Radevormwald, Schwelm und Hückeswagen.

Im Klärwerk Hückeswagen wird das Abwasser aus Hückeswagen, Wipperfürth und Kierspe-Rönsahl gereinigt. Vor dem Ausbau betrug die Anschlussgröße 40.000 Einwohnerwerte (EW), d. h. maximal an das Klärwerk anschließbare Einwohner und sogenannte Einwohnergleichwerte aus Industrie und Gewerbe. Nach dem Ausbau garantiert das Klärwerk die Entsorgung von 48.000 EW und ist somit auch ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der angeschlossenen Kommunen.

Kosteneinsparung durch optimierte Planung des Ausbaus

Der gesamte Ausbau des Klärwerks Hückeswagen kostete knapp 50 Millionen DM. Der ursprüngliche Kostenansatz von 55 Millionen DM konnte deutlich unterschritten werden.

Die Einsparungen wurden unter anderem durch eine Optimierung der Planung erzielt. So wurde beispielsweise kein separates Grobentschlammungsbecken errichtet, sondern die Grobentschlammung zwischen die Belebungsbecken gesetzt und somit Baumaterial und Aufwand gespart. Die ursprünglich geplante separate
Gebläsestation am Betriebsgebäude ist entfallen. Statt dessen wurden die Gebläse zur Belüftung der Belebung unter dem Grobentschlammungsbecken untergebracht. Hier wurde auch das für den Keller des Betriebsgebäudes vorgesehene Zwischenhebewerk plaziert. Beim Bau des neuen Rechenhauses konnte auf ein 2. Stockwerk verzichtet werden.

Kunstwerk im Klärwerk ausgestellt

Dass Kunst und Klärwerk nicht im Widerspruch stehen müssen, zeigte ein weiterer Programmpunkt bei der Inbetriebnahme des Klärwerks Hückeswagen.

Die in Remscheid wohnende Künstlerin Angela B. Clement präsentierte eine Installation mit dem Titel "Wassertisch" - einen Holztisch, der auf einer alten Eisenhantel ruht. Eine Metallschale im Zentrum des Holztisches enthält Wasser aus einer Hückeswagener Quelle. Dunkle Farbspuren von gemahlenem Rotschiefer bis hin zu hellblauen Tönen von Azurit und Lapislazuli am Rande der Wasserschale greifen den Reinigungsprozess im Klärwerk auf. Der "Wassertisch" wird dauerhaft im Klärwerk Hückeswagen ausgestellt und kann von Besuchergruppen im Rahmen von vorab angemeldeten Führungen besichtigt werden.

Ihr Ansprechpartner beim Wupperverband:

Karl Otto Weyer, Telefon: 0202/ 583-272