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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2003
20.11.2003

Gasbehälter im Klärwerk Burg offiziell eingeweiht

Letzter Mosaikstein beim Ausbau der Kläranlage fertiggestellt

Mit der offiziellen Inbetriebnahme eines neuen Gasbehälters im Klärwerk Burg hat der Wupperverband den letzten größeren Mosaikstein im Ausbau dieses Klärwerks eingefügt.

Der Wupperverband hatte das Klärwerk ausgebaut, um die Reinigungsleistung der Anlage zu verbessern. Die für die Abwasserreinigung maßgeblichen Anlagenteile wurden zwischen 1997 und 2002 errichtet. Dazu gehörte insbesondere die erhebliche Vergrößerung der biologischen Reinigungsstufe (der sogenannten Belebungsstufe): drei runde Doppelstockbecken (Kombibecken aus Belebung und Nachklärung) mit einem Gesamtvolumen von 26.500 Kubikmetern ersetzen die früher vorhandenen Belebungsbecken, die ein Gesamtvolumen von nur 6.000 Kubikmetern hatten.
Nach Fertigstellung der für die Abwasserreinigung entscheidenden Anlagenteile erfolgte im September 2002 die offizielle Inbetriebnahme des ausgebauten Klärwerks.

Der Bau eines neuen Gasbehälters im Winterhalbjahr 2002/2003 bildete den Schlusspunkt des Kläranlagenausbaus.
Der 21 Meter hohe Gasbehälter mit einem Volumen von 1.750 m³ dient dazu, Biogas aus der Klärschlammfaulung zwischenzuspeichern, bevor es im Blockheizkraftwerk (BHKW) des Klärwerks zur Stromerzeugung und zur Beheizung genutzt werden kann. Das aus zwei Gasmotoren bestehende BHKW im Klärwerk Burg erzeugt aus der regenerativen Energiequelle Biogas pro Jahr rund 854.000 Kilowattstunden Strom. Das sind ca. 27 % des jährlichen Strombedarfs des Klärwerks Burg und entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 854 Einwohnern.

Bei der Planung des neuen Gasbehälters wurde von dem beauftragten Ingenieurbüro und dem Wupperverband neben der konventionellen Technik (geschweißte Behälter) auch eine neue Variante (geschraubter Email-Behälter) ausgeschrieben. Die Entscheidung fiel nach Auswertung der Angebote für die innovative Variante des geschraubten Email-Behälters. Zum einen war diese Variante die kostengünstigste, und zum anderen brachte diese Bauweise noch weitere Vorteile mit sich:
Das Konstruktionsprinzip dieses Behälters beruht auf der Segmentbauweise aus emaillierten Stahlplatten, die miteinander verschraubt werden.
Konventionelle Behälter hingegen werden aus Stahlplatten zusammengeschweißt. Die Platten werden anschließend beschichtet. Dies erfordert allerdings eine Mindesttemperatur von plus 5 Grad Celsius. Bei den emaillierten Platten des neuen Gasbehälters im Klärwerk Burg hingegen war eine Verarbeitung unabhängig von der Temperatur möglich, so dass der Bau zwischen September 2002 und April 2003 ausgeführt werden konnte.
Mit dieser Winterbaustelle wurde außerdem einer Auflage aus der Baugenehmigung entsprochen, wonach die Brutzeit des Eisvogels von April bis August durch Baulärm nicht gestört werden darf. Der Eisvogel hat im Tal der Wupper in der Nähe des Klärwerks ein Refugium gefunden.

Auch der Sicherheitsaspekt spielte beim Bau des Gasbehälters eine große Rolle. Daher wurde ein externer Fachmann für Gasbehälter als Berater in die Planungen mit einbezogen, so dass ein betriebssicherer Gasbehälter entwickelt werden konnte. Erstmals im Gasbehälterbau wurde eine Führung aus Edelstahl umgesetzt. Diese Führung hält die 65 Tonnen schwere Ballastscheibe mit möglichst geringem Schiebewiderstand im Gasbehälter auf Position.
Das Schadensfallrisiko konnte durch diese neuartige Technik auf ein Minimum reduziert werden.

Die Kosten für den Gasbehälter inklusive Einbindung in das Gassystem des Klärwerks betrugen 900.000 Euro. Dieser Betrag war im Gesamtbudget für den Ausbau des Klärwerks Burg (43 Mio. Euro) bereits enthalten.
Der Gasbehälter war 7% günstiger als ein Behälter in konventioneller geschweißter Bauweise.

Ihre Ansprechpartner beim Wupperverband:

Matthias Post, Telefon: 0202 / 583-373, 0170/ 7653019, pos@wupperverband.de

Frank Schmidt, Telefon: 0202/ 583-378, fsch@wupperverband.de