15.02.2007
Januar deutlich nasser als im Durchschnitt
Orkantief Kyrill brachte am 18. Januar fast 40 Liter Niederschlag an der Bever-Talsperre.
Der erste Monat des Jahres 2007 brachte im Wuppergebiet überdurchschnittlich viel Regen, wie die Auswertung des Wupperverbandes für Januar zeigt. An den Beispielmessstellen Bever-Talsperre, Lindscheid / Große Dhünn-Talsperre, Wuppertal-Buchenhofen und Wuppertal-Barmen gab es im Vormonat nur sechs Trockentage.
An der Bever-Talsperre wurden im Januar insgesamt 216,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das sind rund 76 Liter mehr als im Januar-Durchschnitt dieser Messstelle (141 Liter). Mit 154,5 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war es in Buchenhofen um ca. 49 Liter nasser als im dortigen Durchschnitt von 106 Litern. An der Messstelle in Wuppertal-Barmen fielen mit insgesamt 160,8 Litern sogar noch sechs Liter mehr als im westlichen Stadtgebiet an der Messstelle Buchenhofen. An der Großen Dhünn-Talsperre wurden im Januar 152,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Damit wurde der Januar-Durchschnitt dieser Messstelle von 104 Litern um knapp 49 Liter übertroffen.
Der Januar war nicht allein aufgrund seiner überdurchschnittlichen Regenmengen bemerkenswert, sondern auch aufgrund des Orkantiefs „Kyrill“, das vom 18. auf den 19. Januar mit Windgeschwindigkeiten von stellenweise bis zu 200 Kilometern pro Stunde über Deutschland hinwegfegte. Das Tief brachte außerdem viel Regen mit sich. An der Messstelle Bever-Talsperre wurden am 18. Januar 39,7 Liter gemessen. In Wuppertal-Barmen fielen 24,9 Liter und in Buchenhofen 22,5 Liter. An allen drei Messstellen war der 18. Januar der nasseste Tag des Monats. An der Großen Dhünn-Talsperre fielen am 18. Januar 17,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. An dieser Messstelle war der 17. Januar der nasseste Tag des Monats mit 19,9 Litern pro Quadratmeter.
Auf die in den Wetterprognosen angekündigten Regenmengen des Tiefs „Kyrill“ war der Wupperverband vorbereitet. In den Talsperren des Verbandes war ausreichend Platz, um im Bedarfsfall Wassermengen puffern zu können. So standen z. B. in der Wupper-Talsperre noch rund 11 Mio. Kubikmeter und in der Bever-Talsperre noch rund 7 Mio. Kubikmeter Stauraum als Puffer zur Verfügung. Der Betrieb Gewässer des Wupperverbandes war am 18. und am 19. Januar mit allen Mitarbeitern im Einsatz, um an gefährdeten Stellen, z. B. an verrohrten Bachabschnitten, ein problemloses Abfließen der Wassermengen sicherzustellen. So wurde zum Beispiel Treibgut entfernt, um Verstopfungen an verrohrten Bächen zu verhindern.
Die Niederschläge in den Tagen vor, während und nach „Kyrill“ führten zu einem Anstieg der Pegelstände in den Gewässern im Wuppergebiet. Lag der Abfluss in der Wupper am Pegel Kluser Brücke in Wuppertal-Elberfeld am 17. Januar noch bei 9 Kubikmetern pro Sekunde, stieg er im Laufe des 18. Januars kurzzeitig auf zwischen 50 und 60 Kubikmeter pro Sekunde an. Ohne den Hochwasserrückhalt in Bever- und Wupper-Talsperre wäre der Abfluss auf ca. 80 Kubikmeter pro Sekunde angestiegen. Ab dem Nachmittag des 19. Januar sank der Wasserstand der Wupper bereits wieder kontinuierlich. Zu Problemen führte dieser Anstieg des Abflusses nicht.
Wupper-Abflüsse zwischen 50 und 80 Kubikmeter pro Sekunde sind insbesondere für die Monate November bis März normal und kommen fast jedes Jahr vor. Die Wupper ist ein temperamentvoller Mittelgebirgsfluss, auch wenn sie durch die Talsperren des Wupperverbandes gezähmt wird. Die Talsperren sorgen dafür, dass die Wupper in ihrem Bett bleibt und das Bemessungshochwasser von 210 Kubikmetern pro Sekunde in Wuppertal nicht überschritten wird. 210 Kubikmeter pro Sekunde ist die Wassermenge, die im Stadtgebiet Wuppertal noch schadlos unter den zahlreichen Brücken durchfließen kann. Statistisch gesehen entsprechen 210 Kubikmeter pro Sekunde einem Hochwasser, wie es in der Wupper alle 100 Jahre vorkommt.
Niederschläge im Januar 2007 (in Litern pro Quadratmeter bzw. mm)
Datum | Bever- Talsperre | Große Dhünn-Talsperre | Buchen- hofen | Barmen Wupper- verband | 01.01.2007 | 10,4 | 7,9 | 8,2 | 8,9 | 02.01.2007 | 3,1 | 1,7 | 3,0 | 3,1 | 03.01.2007 | 3,1 | 1,7 | 3,0 | 2,5 | 04.01.2007 | 10,5 | 11,7 | 6,8 | 7,5 | 05.01.2007 | 10,8 | 7,5 | 6,4 | 4,8 | 06.01.2007 | 20,3 | 17,2 | 18,2 | 18,5 | 07.01.2007 | . | . | . | . | 08.01.2007 | 14,6 | 5,9 | 9,8 | 9,6 | 09.01.2007 | 0,6 | 0,3 | 0,1 | 0,1 | 10.01.2007 | 10,6 | 7,3 | 4,2 | 8,0 | 11.01.2007 | 21,9 | 15,1 | 14,0 | 16,5 | 12.01.2007 | 4,1 | 1,7 | 2,0 | 1,7 | 13.01.2007 | 5,3 | 2,0 | 1,7 | 2,9 | 14.01.2007 | . | . | . | . | 15.01.2007 | . | . | . | . | 16.01.2007 | 2,5 | 2,8 | 3,0 | 3,4 | 17.01.2007 | 27,4 | 19,9 | 18,8 | 17,5 | 18.01.2007 | 39,7 | 17,3 | 22,5 | 24,9 | 19.01.2007 | 2,1 | 0,7 | 1,9 | 0,6 | 20.01.2007 | 4,5 | 3,8 | 6,0 | 4,0 | 21.01.2007 | 1,5 | 2,2 | 4,0 | 6,9 | 22.01.2007 | 0,6 | 0,1 | 1,0 | 0,9 | 23.01.2007 | . | . | . | . | 24.01.2007 | . | . | . | . | 25.01.2007 | . | . | . | . | 26.01.2007 | 6,0 | 7,4 | 5,3 | 4,9 | 27.01.2007 | 1,3 | 0,9 | 0,6 | 0,8 | 28.01.2007 | 12,4 | 12,8 | 9,0 | 9,2 | 29.01.2007 | 0,9 | 1,4 | 1,5 | 1,7 | 30.01.2007 | 0,2 | 0,1 | 0,2 | 0,1 | 31.01.2007 | 2,2 | 3,2 | 3,3 | 1,8 | | Summe | 216,6 | 152,6 | 154,5 | 160,8 |
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