09.01.2003
Wachsender Fischbestand in der Unteren Wupper
Wupperverband registrierte 16 verschiedene Fischarten
Der Fischbestand in der Unteren Wupper hat sich im Verlauf der letzten Jahre sowohl in der Anzahl der Fische als auch in der Anzahl der verschiedenen Arten positiv entwickelt. Dieses erfreuliche Fazit konnte der Wupperverband aus einer Erhebung des Fischbestandes im Herbst 2002 ziehen, deren Ergebnisse im Dezember 2002 vorlagen. An 23 ausgewählten Probestellen der Wupper zwischen Beyenburg und Leverkusen und der Nebenbäche Morsbach, Eschbach und Weltersbach wurden an drei Tagen die Fische mittels Elektrobefischung gefangen, gezählt, in Größenklassen eingeteilt und sofort wieder freigesetzt. Die Befischung führte ein vom Wupperverband beauftragter Fischereibiologe mit Unterstützung des Fischereiberaters der Stadt Wuppertal und Mitarbeitern des Wupperverbandes durch. Insgesamt wurden über 6000 Fische gezählt, die sich auf 16 Arten verteilen. Bei der letzten umfangreichen Erhebung im Jahr 1996 waren 13 verschiedene Arten gezählt worden. Im Rahmen der aktuellen Befischung wurde festgestellt, dass die 1996 noch seltene Barbe inzwischen in der Wupper gute Fortpflanzungsbedingungen antrifft. 661 Barben – überwiegend in 2002 geschlüpfte Jungfische - wurden bei der Befischung registriert. Äschen sind von Beyenburg bis ins Wuppertaler Stadtgebiet hinein und punktuell im Bereich Leverkusen in allerdings geringen Stückzahlen angetroffen worden. Lachse und Meerforellen werden dank der Wiederansiedlungsbemühungen im Rahmen des Wanderfischprogramms des Landes NRW zunehmend wieder in der Wupper heimisch. So wurden bei der aktuellen Befischung 28 junge Lachse und 3 Meerforellen nachgewiesen. Darüber hinaus hat die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) zusammen mit regionalen Mitarbeitern des Wanderfischprogramms im Herbst 2002 im Bereich Solingen 12 erwachsene Lachse und 24 Meerforellen registriert. Das Vorkommen dieser genannten empfindlichen Fischarten ist ein Indikator für die verbesserten Lebensbedingungen in der Wupper. Die zunehmende Verbesserung des Lebensraums Wupper beruht einerseits auf der fortlaufenden Verbesserung der Wasserqualität. Daran hat der Ausbau der Klärwerke einen großen Anteil. Die Klärwerke Radevormwald, Buchenhofen und Kohlfurth befinden sich derzeit noch im Ausbau. Der Ausbau der Klärwerke Hückeswagen und Burg ist bereits abgeschlossen. Neben der Verbesserung der Reinigungsleistung der Kläranlagen wird auch die weitere Optimierung in der Mischwasserbehandlung (Einleitungen aus Entlastungsbauwerken der kommunalen Kanalisationen in die Gewässer) dazu beitragen, die Qualität der Wupper und ihrer Nebengewässer noch weiter zu verbessern. Neben der Wasserqualität ist auch die möglichst naturnahe Beschaffenheit von Gewässerbett und Gewässersohle sowie des Ufers eine wichtige Voraussetzung für eine Erholung des Fischbestandes. Insbesondere die Entfernung von Wanderhindernissen, z. B. Wehren, und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit sind von großer Bedeutung. Gerade für die Wanderfische, zu denen auch der Lachs zählt, ist es sehr wichtig, dass sie im Gewässer auf- und abwandern können, um Nahrung sowie Laich- und Ruheplätze zu finden. Der Wupperverband hat in der Wupper von der Mündung bis zum Stausee Beyenburg in Wuppertal in den vergangenen Jahren insgesamt 11 Fischaufstiegshilfen gebaut und somit einen Beitrag zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit im Gewässer geleistet. Ein noch bestehendes Hindernis ist das Wehr am Auer Kotten in Solingen. In einem derzeit laufenden wasserrechtlichen Verfahren wird mit den Betreibern der Wasserkraftanlage nach einer optimalen Lösung sowohl für die auf- und abwandernden Fische als auch für eine wirtschaftliche Stromgewinnung gesucht. Durch den Bau von zwei Fischaufstiegen in Verbindung mit einer modifizierten Wasserführung am Wehr Auer Kotten wäre die Wupper bis zum Stausee Beyenburg durchgängig. Dort wird voraussichtlich im Jahr 2003 die Planung zur Sanierung der Stauanlagen abgeschlossen sein und dabei auch mit der Genehmigung zum Bau eines Aufstiegs in Form eines naturnahen Gewässers am rechten Böschungshang entlang um Staumauer und Damm herum gerechnet. Der im Herbst 2002 nachgewiesene Fischbestand zeigt eine Verbesserung der Gewässergüte der Wupper an. Allerdings ist die für einen Mittelgebirgsfluss typische Fischbesiedlung noch längst nicht erreicht. Wichtige Gründe hierfür sind beispielsweise die Wärmebelastungen durch Heizkraftwerke, die in einigen Abschnitten mangelnde naturnahe Gewässerstruktur, insbesondere in städtischen Gebieten, sowie die noch nicht vollständig wiederhergestellte Durchgängigkeit. Der Wupperverband ist bestrebt, diese noch vorhandenen Defizite soweit wie möglich zu beseitigen und die weitere Erholung des Fischbestandes durch Maßnahmen des Gewässerschutzes zu unterstützen. Dies kann aus Sicht des Wupperverbandes nur mit einem ganzheitlichen Flussgebietsmanagement im Wuppergebiet umgesetzt werden. Das Flussgebietsmanagement (FGM) ist ein Instrument, die Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Wupper so zu gestalten, dass alle Faktoren, Einflüsse und Nutzungen einbezogen werden, z. B. Abwasserreinigung, Hochwasserschutz, Trinkwasserbereitstellung, Fischerei, Landwirtschaft, Freizeitnutzung von Gewässern u.v.m. Das FGM verfolgt die Zielsetzung, alle Akteure in der Wasserwirtschaft an "einen Tisch" zu holen, um Maßnahmen aufeinander abzustimmen, Doppelarbeit zu vermeiden und gemeinsam eine nachhaltige Wasserwirtschaft im Bergischen Raum zu entwickeln. Ihre Ansprechpartner beim Wupperverband: Wilfried Scharf, Telefon: 02196/ 80413, E-Mail: scha@wupperverband.de Andrea van den Boom, Telefon: 0202/ 583-326, E-Mail: vdb@wupperverband.de
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