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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2003
07.03.2003

Fischzählung am Auermühlenwehr

Wupperverband und Sportangelverein bauen eine Kontrollstation

Der Sportangelverein (SAV) Bayer betreibt im ehemaligen Betriebsgebäude des Auermühlenwehrs an der Dhünn in Leverkusen schon seit 1993 eine Brutstation für Lachse und Meerforellen.
Die Aufzucht dieser empfindlichen Fischarten und ihre Wiederansiedlung in der Dhünn sind Teil des Wanderfischprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit Hilfe einer Kontrollstation am Auermühlenwehr, das zwischen 1999 und 2001 schrittweise abgesenkt worden war, sollen nun die in der Dhünn lebenden und wandernden Fische gezielt kontrolliert und beim Brutgeschäft unterstützt werden, um so den Erfolg der bisherigen Bemühungen zur Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen sichern zu können.

Der Wupperverband und der SAV haben Ende 2002 am Wehr und am
ehemaligen Betriebsgebäude mit den Bauarbeiten für die Kontrollstation begonnen. Zunächst wurden die ca.15 Tonnen schwere Stahlklappe (“Fischbauchklappe”) und das Antriebsräderwerk im Gebäude entfernt.
Zurzeit wird neben der Hauswand die Fischaufstiegsrampe in Form einer Rinne aus einzelnen Becken so vertieft, dass die aufsteigenden Fische in eine zwischen Betonmauern eingehängte Reuse geführt werden. Große Lachse und Meerforellen werden in der Reuse gefangen und können über Hebevorrichtungen in die Wasserbecken der dafür umgerüsteten Brutstation entleert werden. Kleinere Fische schlüpfen durch die Maschen flussaufwärts. In der Brutstation werden dann Milch und Rogen der Fische von Mitarbeitern des SAV abgestreift und zur Aufzucht genutzt. Nach dem Abstreifen werden die Fische wieder freigelassen.

Vor die nach der Wehrabsenkung noch übrig gebliebene Wehrschwelle wird mit Natursteinen eine Aufstiegsrampe geschüttet, über die bei normalem Wasserstand kleine Fische die Anlage passieren können. Größere Fische werden hier durch Stahlrechen mit engen Stababständen zurückgehalten. Sie sollen den “Umweg” über die Kontrollreuse nehmen. Durch diese “Umleitung” können nun im Gegensatz zur früher angewandten Fangmethode weitgehend alle größeren Fische erfasst und abgestreift werden.


Wenn der Pegelstand der Dhünn durch Niederschläge ansteigt, wird der Rechen umgelegt und der Weg über die Rampe für alle Fische freigegeben. Da sich im Rechen Treibgut festsetzen kann und dies bei einem höheren Wasserstand einen Anstau im Bereich des Wehres verursachen kann, wird der Rechen umgelegt, damit das Wasser ohne Behinderung abfließen kann.

Die Station wird voraussichtlich im April 2003 fertiggestellt sein. Die ersten Fänge werden bereits im Herbst und Winter dieses Jahres erwartet.
Die Gesamtkosten für Planung und Bau für Fischaufstieg und Kontrollstation betragen rund 250.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt Mittel in Höhe von rund 80 % der Gesamtkosten zur Verfügung. Die verbleibenden Kosten werden vom Wupperverband und dem SAV Bayer getragen.




Ihr Ansprechpartner beim Wupperverband:
Rupert Pischel, Telefon: 0202/ 583-281