| 07.10.2003
Renaturierung der Dhünn: Rund 2 Kilometer sind schon geschafft
Arbeiten liegen gut im Zeitplan
Mitte Juli hatte der Wupperverband mit der naturnahen Umgestaltung eines drei Kilometer langen Abschnitts der Dhünn in Leverkusen von der Mündung aus flussaufwärts begonnen. Innerhalb der Deiche erhält die Dhünn größere Bewegungsfreiheit und Entwicklungsmöglichkeiten, wobei der Hochwasserschutz weiterhin gewährleistet ist. Inzwischen sind bereits rund zwei Kilometer fertiggestellt. Das Ziel des Projektes ist, einen Einklang zwischen Hochwasserschutz und einer naturnäheren Gewässerentwicklung herzustellen. Die Umgestaltung der Dhünn wird im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2005 durchgeführt.
Im unteren Bereich bis zur Mündung in die Wupper ist die Dhünn eingedeicht und war darüber hinaus bisher begradigt und mit Beton und Wasserbausteinen eingefasst. Frühere Hochwässer hatten die damaligen Planer bewogen, durch diesen technisch geprägten Ausbau das Wasser bei starken Niederschlägen schneller abzuleiten, um so Überschwemmungen zu verhindern. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein Gewässerlauf mit Bögen und Windungen, der über Spielraum im Ufer- und Auenbereich verfügt, für den Hochwasserschutz die gleiche Funktion erfüllen kann. Darüber hinaus ist ein naturnaher Gewässerlauf bedeutend wertvoller als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Inzwischen wurde ein Großteil der Betoneinfassungen und Wasserbausteine entfernt ebenso die acht Schwellen und Gleiten, die bisher kleine Hindernisse im Gewässerlauf darstellten. Die frühere schnurgerade Uferlinie ist inzwischen durch Windungen deutlich aufgelockert. Breitere und schmalere Stellen entstehen. Wie in einem vom Menschen unberührten Flusslauf sollen Kiesbänke und Seitenarme entstehen. Auch Inseln hat der Wupperverband bereits angelegt.
Die Auflockerung des Flusslaufs ist eine Starthilfe für die weitere naturnahe Entwicklung in diesem Bereich. Durch die verbesserte Gewässerstruktur können sich Pflanzen und zahlreiche Tierarten ansiedeln. Fische und Kleintiere finden in dem neu gestalteten Gewässerabschnitt Nahrung und Ruheplätze. Ein naturnahes Gewässer besitzt außerdem eine höhere Selbstreinigungskraft als ein kanalartiger Bachlauf, so dass sich die Gewässerqualität der unteren Dhünn insgesamt verbessert.
Die Umgestaltung der Dhünn soll planmäßig Ende Oktober 2003 abgeschlossen sein, so dass der Fluss bis zum Beginn der Landesgartenschau im Frühjahr 2005 noch ausreichend Zeit hat, sich zu entwickeln. Die Baukosten belaufen sich auf rund 620.000 Euro. 70 % werden aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Die verbleibenden Kosten trägt die Stadt Leverkusen.
Ihre Ansprechpartner:
Dieter Stein, Büro für Umweltanalytik, Tel.: 0201/ 7949-41, Arnim Lützenberger, Wupperverband, Tel.: 0202/ 583-259 |
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