HomePresseSitemapKontaktImpressumSuche
Das UnternehmenAufgabenFlussgebietsmanagementProjekteInformation
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2012
20.07.2010

120 m Morsbach naturnaher gestaltet

Uferbegrenzung aus Steinen wurde entfernt

In der Nähe der Ortslage Aue kann der Morsbach zukünftig freier fließen. Die großen Steine, die seinen Lauf am Uferrand begrenzten, hat der Wupperverband seit dem 6. Juli entfernt. Auf einer Strecke von ca. 120 m kann der Bach nun über die Zeit wieder ein natürlicheres Bachbett ausbilden. Natürlicher heißt, dass der Bach wieder verstärkt einen gekrümmten Verlauf aufweisen wird. Die nunmehr ungeschützten Uferböschungen werden streckenweise durch die Kraft des Wassers abgetragen, so dass das Bachprofil sich deutlich aufweiten kann.

Die neuen Strukturen, die der Bach nach seiner „Entfesselung“ selbst schaffen wird, begünstigen die Ansiedlung von Kleintieren und Fischen im Morsbach. Der Bach erhält Zonen mit unterschiedlichen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten. Diese sind für die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Tierarten wichtig. Unter überhängenden Uferböschungen können beispielsweise Fische Schutz vor Fressfeinden wie Reihern finden.

Der Gewässerabschnitt liegt in einem Naturschutzgebiet. Dies erfordert besondere Vorsicht z. B. bei Umgang mit schwerem Gerät wie Baggern. Die Bagger können überdies nur bei sehr trockenem Wetter die Auen des Baches befahren, weil der Boden dann eine entsprechend feste Konsistenz hat. In der jetzigen Heißwetterphase bot sich deshalb die Umsetzung an. Hilfreich war dabei, dass jeweils die Untere Wasserbehörde und die Untere Landschaftsbehörde der Städte Remscheid und Wuppertal ein kurzfristiges und unkompliziertes Abstimmungsverfahren ermöglichten.

Die Steine wurden vor Jahrzehnten installiert, als noch der technische Ausbau von Gewässern im Vordergrund stand. Man erhoffte sich damals einen besseren Abfluss bei hohem Wasseraufkommen. Die ökologischen Folgen eines befestigten Ausbaues fanden zu dieser Zeit noch keine ausreichende Beachtung.
Heute fordert die Europäische Wasserrahmenrichtlinie den „guten ökologischen Zustand“ der Gewässer. Indikator für den guten Zustand eines Gewässers ist z. B. die Vielfalt der leitbildgerechten Tierarten.

Für den Bereich der Unteren Wupper einschließlich seiner Nebengewässer ist geplant, dass der Wupperverband ökologisch motivierte Maßnahmen wie aktuell am Morsbach im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgabe „Gewässerunterhaltung“ durchführt. Der Morsbach weist insbesondere hinsichtlich des Vorkommens von Kleintieren Defizite auf, die durch die Auflockerung der Uferbegrenzung behoben werden können.

Die Arbeiten werden voraussichtlich am 20. Juli 2010 abgeschlossen.
Die entfernten Steine hat der Wupperverband kostenneutral weiterverwertet, da er sie als so genannte „Störsteine“ in den Morsbach eingebaut hat, um dessen um dessen abwechslungsreicheren Verlauf zu fördern. Zudem wurden in Absprache mit der Landschaftsbehörde von Remscheid in benachbarten Biotopen Steinhaufen für Wärme liebende Tiere wie z. B. Reptilien errichtet.

Ansprechpartner:
Torsten Fork, Telefon: 0202 / 47935-13