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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2008
11.06.2008

Intakte Gewässer und eine attraktive Region

Symposium Flussgebietsmanagement des Wupperverbandes steht im Zeichen von Wasserwirtschaft in der Regionale 2010 und Hochwasserschutz

Beim „11. Symposium Flussgebietsmanagement“ des Wupperverbandes werden am 11. und am 12. Juni wieder aktuelle Fragen der Wasserwirtschaft im Wuppergebiet diskutiert. Zu dem regionalen Wasserwirtschaftsforum, das seit 1998 jährlich stattfindet, haben sich an beiden Tagen je rund 120 Teilnehmer angemeldet, u.a. Vertreter von Behörden und Ministerien, von Wasserversorgern und Entsorgungsbetrieben, von Hochschulen und Ingenieurbüros sowie von Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Fischerei.

Am ersten Veranstaltungstag steht das Thema „Regionalentwicklung und Wasserwirtschaft“ auf dem Programm.
Die Regionale 2010 umfasst die Region Köln/Bonn mit den kreisfreien Städten Köln, Bonn und Leverkusen, sowie den Rheinisch-Bergischen-, Oberbergischen-, Rhein-Sieg- und Rhein-Erft-Kreis. Diese Region erhält im Rahmen des Strukturförderprogramms die Möglichkeit, sich zu präsentieren, Besonderheiten und Stärken in Projekten weiterzuentwickeln und sich so attraktiver zu machen. Der Wupperverband bringt sich in die Regionale 2010 aktiv ein, weil für eine gute Entwicklung der Region die Einbeziehung der wasserwirtschaftlichen Themen Gewässerentwicklung, Hochwasserschutz, Siedlungsentwässerung, Talsperrenmanagement und Sicherung von Trinkwasserressourcen unverzichtbar ist.
Talsperren und Gewässer prägen das Wuppergebiet, zum Beispiel im Oberbergischen Kreis. Zwischen Radevormwald und Marienheide gibt es allein sieben Talsperren. Das Element Wasser ist ein wichtiger Baustein und trägt zur Attraktivität der Region bei. Der Wupperverband ist daher an den Regionale-Projekten Wasserquintett, Dhünnkorridor, Dhünnhochflächen und Wupperwandel beteiligt.
Für den Verband ist insbesondere auch die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) von Bedeutung. Diese fordert einen „guten Zustand“ aller Oberflächengewässer bis zum Jahr 2015 bzw. bis spätestens 2027. Zwischen den Zielen der WRRL, die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln, und den Zielen der Regionale, das Potenzial der Region stärker herauszustellen und sie attraktiver zu machen, gibt es viele Überschneidungen.
Der Wupperverband hatte beispielsweise zwischen 2005 und 2008 das „Modellprojekt Dhünn“ durchgeführt. Das Projekt hat das Ziel, gemeinsam mit allen Akteuren an der Dhünn Maßnahmen zu entwickeln, die die „Zielerreichung guter Zustand der Dhünn“ unterstützen. Im Rahmen einer Kooperation mit externen Forschungspartnern (EU-Forschungsvorhaben NeWater und das niederländische Forschungsvorhaben ACER) wurden die Akteure durch Interviews und Fragebögen eingebunden. Auf diesem Wege sind zahlreiche Vorschläge zur Gewässerentwicklung gesammelt worden, z. B. die Empfehlung, Maßnahmen zur Temperaturerhöhung mit Blick auf den Fischbestand zu prüfen. Die Vorschläge mündeten in ein Ergebnisdokument, dessen Inhalt in die Bewirtschaftungsplanung des Landes NRW (Bezirksregierung Düsseldorf) eingeflossen ist.

Durch Abstimmungen mit der Regionale 2010 konnten zwischen dem Modellprojekt des Wupperverbandes und dem Projekt Dhünnkorridor der Regionale viele Synergien entdeckt werden.
So ist z. B. der Dhünnabschnitt südlich des Altenberger Doms aus dem Modellprojekt in den Projektentwurf für die Regionale eingeflossen.
Wenn das Projekt Dhünnkorridor am 21. Juni 2008 den so genannten A-Stempel erhält, d. h. als förderfähiges Regionale-Projekt anerkannt wird und die Grundstückseigentümer kooperieren, kann diese Gewässerentwicklungsmaßnahme im Rahmen der Regionale mit Fördergeldern der NRW-Umweltstiftung des Landes umgesetzt werden.

Hochwasserschutz: Gefahrenbereiche analysieren – Lösungen entwickeln

Das Thema Hochwasserschutz wird am zweiten Veranstaltungstag aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt.
In 2008 steht beim Wupperverband die Erweiterung seines bestehenden Hochwasserschutzkonzeptes auf der Agenda. Bis zum Jahresende will der Verband seinen Gremien eine Planung hinsichtlich Organisation, Personal und Finanzen vorlegen.
Bei einem Gewässernetz von 2.300 Kilometern Länge ist der erste Schritt die Analyse von Gefahrenpunkten. Wo sind Problembereiche oder wo können bei starken Niederschlägen Probleme und Schäden entstehen? Nach dieser ersten Analyse können weitere Schritte erfolgen, wie z. B. die Priorisierung der Gewässer und Berechnungen von Abflüssen und Wasserständen, Ermittlung des Schadenspotenzials etc bis hin zur Entwicklung von konkreten Maßnahmen.
Allerdings müssen sich alle Beteiligten bewusst sein, dass es trotz technischer oder baulicher Maßnahmen keinen 100-prozentigen Schutz vor Hochwasser gibt. Zeitgemäße Meldesysteme und Katastrophenschutzplanungen sollen dort, wo Überflutungen bei extremen Regenmengen nicht vermeidbar sind, die Hochwasserfolgen begrenzen.
Auch beim Thema Hochwasserschutz wird deutlich, dass zur Problemminimierung alle potenziell Betroffenen und Zuständigen zusammenarbeiten müssen.

Dies zeigt sich zum Beispiel im Bereich des Morsbachs in Remscheid. Im Vorjahr hatte dort ein lokaler Gewitterregen zu Hochwasser geführt, das beträchtliche Schäden verursachte.
Der Betrieb Gewässer des Wupperverbandes hatte unmittelbar nach dem Ereignis und in den darauf folgenden Monaten am Morsbach und seinen Nebenbächen Schäden beseitigt, z. B. an Ufermauern, und die Gewässerläufe wieder hergerichtet.
Das Hochwasserereignis wurde detailliert ausgewertet und bei einer Bürgerversammlung mit den betroffenen Anliegern und in Gesprächen vor Ort erläutert. Anlieger wurden auch bei eigenen Sicherungsmaßnahmen fachlich beraten.
Bis Ende August 2008 wird der Wupperverband mit Unterstützung eines Ingenieurbüros eine Defizitanalyse für das Morsbachgebiet erstellen. Im Laufe des kommenden Jahres sollen daraus Vorschläge für konkrete Maßnahmen entwickelt werden, die mit den Beteiligten – der Stadt Remscheid, dem Straßenbau sowie den Anliegern – diskutiert werden müssen. Hier wird es auch um die Frage der Kostenverteilung gehen mit Blick auf die Fragenstellungen, wer Verursacher eines Problems ist bzw. wem eine Schutzmaßnahme nutzt.