08.12.2000
Verbandsversammlung tagte
Oberstes Organ des Wupperverbandes kam zur jährlichen Sitzung in Radevormwald zusammen
8. Dezember 2000
Verbandsversammlung tagte Oberstes Organ des Wupperverbandes kam zur jährlichen Sitzung in Radevormwald zusammen Am Donnerstag, 7. Dezember 2000, kamen die Delegierten der Verbandsversammlung im Bürgerhaus der Stadt Radevormwald zu ihrer jährlichen Sitzung zusammen. Die derzeit 99 Vertreter der 4 Mitgliedergruppen – Kreisfreie Städte, kreisangehörige Städte und Gemeinden, Unternehmen und sonstige Träger der öffentlichen Wasserversorgung, Eigentümer von Grundstücken, Verkehrsanlagen und sonstigen Anlagen an Gewässern – haben die Aufgabe, durch ihre Beschlüsse die Verbandspolitik der nächsten Jahre festzulegen. Wirtschaftsplan 2001 beschlossen Zu den zentralen Themen gehört der Beschluss über den Wirtschaftsplan 2001, der von den Delegierten einstimmig angenommen wurde. Für den Bereich Kläranlagen/Sammler einschließlich Entsorgung sieht der Wirtschaftsplan eine Beitragssteigerung um 2,4 % vor. Wie in den Vorjahren kann auch in 2001 die Zielvereinbarung mit den Verbandsgremien für diesen Geschäftsbereich deutlich unterschritten werden. Diese sieht für den Zeitraum zwischen 1999 und 2002 eine maximale Beitragssteigerung von 4,5 % vor. Die Beschränkung der Beitragssteigerung auf 2,4 % ist trotz des hohen Investitionsvolumens - das durch den Ausbau der Klärwerke bedingt ist - möglich durch konsequentes Kosten- und Baucontrolling sowie durch Betriebsoptimierungen und Finanzmanagement. Im Geschäftsbereich Talsperren und Stauanlagen steigen die Beiträge im Jahr 2001 um 1,5 %. Damit kann die Zielvereinbarung von maximal 1,5 % Beitragssteigerung zwischen 1999 und 2004 eingehalten werden. Zur Dämpfung der Beitragssteigerung werden für diesen Geschäftsbereich zwischen 1999 und 2004 jährlich 2 Millionen DM aus der Beitragsausgleichsrücklage entnommen und auf die Beitragsgruppen Verschmutzer und Hochwassergeschützte entsprechend ihres Anteils am Gesamtbeitragsbedarf angerechnet. Für den Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung ist für das Jahr 2001 im dritten Jahr in Folge keine Beitragserhöhung erforderlich. Rückblick auf "70 Jahre Wupperverband" und Zukunftsvisionen Wupperverbands-Vorstand Bernd Wille nahm in seinem Jahresbericht das 70-jährige Jubiläum des Verbandes im Januar 2000 zum Anlass, die vergangenen Jahrzehnte aus wasserwirtschaftlicher Sicht Revue passieren zu lassen und über die Gegenwart hinaus Zukunftsvisionen zu präsentieren. Mit Inkrafttreten des Wuppergesetzes am 8. Januar 1930 wurde der Wupperverband als Nachfolger der Wupper-Thalsperren-Genossenschaft gegründet und mit der wasserwirtschaftlichen Problemlösung beauftragt. Die Gründung des Verbandes fiel in eine Zeit der wachsenden Industrialisierung, verbunden mit dem zunehmenden Verbrauch von Ressourcen und der Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft. In den ersten Jahrzehnten des Wupperverbandes war die Erfüllung der Aufgaben in erster Linie eine technische Herausforderung. Mit ingenieurmäßigen Lösungen wurde durch den Bau von Talsperren, Klärwerken und Regenbecken die Ver- und Entsorgung auf hohem Niveau sichergestellt. Von der Sichtweise her war die Wasserwirtschaft zunächst stark lokal bzw. regional geprägt. In den letzten Jahren ist der Gedanke des gemeinsamen Handelns mit der Zielsetzung des Flussgebietsmanagements – d. h. Einbeziehung aller Einflussfaktoren und der an der Wasserwirtschaft Beteiligten innerhalb eines Flussgebietes - immer wichtiger geworden. Diese Sicht- und Handlungsweise lässt sich an zahlreichen Beispielen aus der Gegenwart ablesen, z. B. an den Kooperationen zwischen Wupperverband und Industrie sowie an der Gründung von Arbeitsgruppen zu verschiedenen Bereichen der Abwasserentsorgung mit Stadtwerken, Entsorgungsbetrieben, Kommunen und Wupperverband. Mit Verabschiedung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRR) im September 2000 wurden nun europaweit einheitliche Vorgaben für den Gewässerschutz festlegt. Die ganzheitliche Betrachtungsweise von länderübergreifenden Flussgebieten (z. B. Flussgebiet Rhein) und von Teileinzugsgebieten (z. B. Flussgebiet Wupper) schafft die Grundlage für einen effektiveren und nachhaltigen Gewässerschutz. Die Voraussetzung dafür, dass die Gewässer wieder einen "guten Zustand" erhalten, ist die intensive Zusammenarbeit aller Verbände, Behörden, Kommunen, Entsorger, Institutionen, der Fischerei und Landwirtschaft und nicht zuletzt der Bürgerinnen und Bürger. Die Zielsetzung des Wupperverbandes für die nächsten Jahre ist, diese Zusammenarbeit zu intensivieren, um gemeinsam mit den Partnern im Verbandsgebiet "für Wasser, Mensch und Umwelt" zu handeln und dabei auch Doppelarbeit und –kosten zu vermeiden.
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