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Pressemitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände NRW (agw)
  Presse  /  2000
20.11.2000

Regierungspräsident besucht Kläranlagen

Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Wupperverband und der Bayer AG


20. November 2000

Regierungspräsident besucht Kläranlagen

Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Wupperverband und der Bayer AG –
Versuchsphase bisher sehr erfolgreich


Regierungspräsident Jürgen Büssow möchte sich vor Ort über eine beispielhafte und innovative Zusammenarbeit informieren.

Für die Kooperation zweier Partner gibt es meist mehr als einen guten Grund. Das gilt auch für die Zusammenarbeit der Kläranlagen von Wupperverband und Bayer. Von dem Gemeinschaftsprojekt profitieren die beiden Partner ebenso wie die Beitragszahler und die Umwelt.

Durch einen technischen Verbund und den Austausch von Abwasserströmen soll der Stickstoffeintrag in die Wupper um rund eine Tonne pro Tag reduziert werden. Das ist die Menge, die etwa 350.000 Menschen mit ihrem Abwasser täglich über eine fiktive ausgebaute Kläranlage ins Gewässer schicken. Zusätzlich werden durch die optimierte Arbeitsteilung täglich ca. zwei Tonnen organische Abwasserinhaltsstoffe mehr abgebaut.

Jeder Partner übernimmt den Teil der "Arbeit", für den seine Anlage am besten geeignet ist. Hierdurch lassen sich die Ziele des Gewässerschutzes mit ökonomischen Vorteilen verknüpfen und auch die Wirtschaftlichkeit beider Einrichtungen verbessern.

Bei der Faulschlammentwässerung im Klärwerk Buchenhofen fällt ein Zentratabwasser an, das noch große Mengen Ammonium-Stickstoff enthält. Dieses Zentratabwasser wird in den Zulauf zur Kläranlage Rutenbeck geleitet. Dort sind die biologischen Verhältnisse ideal, um das Ammonium in Nitrat zu überführen. Anschließend wird das vorgereinigte Abwasser aus der Kläranlage Rutenbeck ins Klärwerk Buchenhofen zurückgeleitet und durchläuft nochmals alle Reinigungsstufen. Denn das Klärwerk Buchenhofen ist besser dazu geeignet, das Nitrat zu gasförmigem Stickstoff umzuwandeln, der unschädlich in die Atmosphäre entweicht.

Durch intensive und erfolgreiche Abstimmungsgespräche zwischen den Betreibern der Kläranlagen einerseits und den beteiligten Behörden anderseits – der Bezirksregierung Düsseldorf, der Stadt Wuppertal als unterer Wasserbehörde, des Staatlichen Umweltamtes Düsseldorf und des Landesumweltamtes – konnte der Versuchsbetrieb bereits vor zwei Monaten begonnen werden. Damit konnte die erstmalige Kooperation zwischen einer gewerblichen Kläranlage und einer kommunalen Kläranlage im Regierungsbezirk Düsseldorf trotz des immensen Abstimmungs- und Prüfungsbedarfs nach Vorlage der ersten Projektbeschreibung im Februar diesen Jahres unter der Federführung der Bezirksregierung innerhalb von nur 8 Monaten zum Abschluß gebracht werden.

Die Bezirksregierung änderte im September 2000 die Einleitererlaubnisse der Bayer AG und des Wupperverbandes sowie die Genehmigung zum Betrieb der Kläranlage Buchenhofen, um den Probebetrieb der Verbundfahrweise zu ermöglichen.

Die Versuchsphase von einem Jahr verläuft bisher sehr erfolgreich, einige Prognosen sind eingetroffen und es kann bereits jetzt die gesamte vorgesehene Abwassermenge gereinigt werden.

Der Stickstoffabbau, sowie der Abbau organischer Inhaltsstoffe verbesserte sich bisher bereits sehr deutlich, so dass mit der Erreichung des Zieles zu rechnen ist.

Es spricht bisher alles für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Nach den Erfolgen der letzten Jahre wird hierdurch ein weiterer Beitrag zur Gewässergüteverbesserung der Wupper geleistet.