Wupperverband
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25.08.2008

Weg frei für Wanderfische

Eifgenbach wird wieder durchgängig. Wupperverband beginnt mit der Wehrabsenkung an der Burscheider Talsperre.

Der Wupperverband beginnt am 25. August 2008 mit der Absenkung des Wehrs der ehemaligen Burscheider Talsperre am Eifgenbach.
Im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau NRW führt der Verband die Wehrabsenkung als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 1 im Bereich Anschlussstelle Schloss Burg / Wermelskirchen und Rastanlage Remscheid durch.

Das vier Meter hohe Wehrbauwerk soll in vier Schritten abgesenkt werden. In diesem Jahr erfolgt als erster Schritt eine Absenkung um etwa einen Meter, so dass das Wasser dort wieder hindurchfließen kann. Die Steine werden unterhalb in den zum Teil über zwei Meter tiefen Toskolk (Becken vor dem Wehr, in dem die
Energie des vom Wehr herabstürzenden Wassers beruhigt wird) eingebaut. Dadurch wird das Eifgental nur mit unbedingt notwendigen Transportfahrten belastet.
Die Arbeiten werden etwa eine Woche dauern.
Die Rheinische Bodendenkmalpflege wird die einzelnen Schritte des Rückbaus dokumentieren.

In den weiteren Schritten, die sich voraussichtlich über die kommenden drei Jahre erstrecken werden, wird das Wehr jeweils zwischen einem halben und einem Meter abgesenkt. Die jeweils verträgliche Absenktiefe wird über ein begleitendes Monitoring mit Untersuchungen der Wasserbeschaffenheit, des Fischbestandes und der Kleinstlebewesen ausgelotet.
Es wird aber nur so viel vom Wehr der Burscheider Talsperre entfernt werden, wie der Eifgenbach benötigt, um wieder ungehindert fließen und ein naturnahes Bachbett entwickeln zu können.

Mit Rücksicht auf den Eifgenbach und seine Bewohner erfolgt die Maßnahme stufenweise und so schonend wie möglich. So werden beispielsweise Laichzeiten von Fischen berücksichtigt. Außerdem soll durch die schrittweise Absenkung eine Anpassung der Vegetation des langsam austrocknenden Sumpfs oberhalb des Wehres erfolgen, um möglichen Böschungsrutschungen vorzubeugen.

Um die Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt einschätzen und beobachten zu können, musste zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen. Das Institut für angewandte Ökologie (IFAÖ) hat daher im November 2007 den Eifgenbach oberhalb und unterhalb des Wehrs kartiert und Referenzstellen für die späteren Auswertungen festgelegt. Der Fischbestand wurde Anfang Juni 2008 untersucht.

Die Gesamtkosten für alle Schritte zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit einschließlich Monitoring betragen insgesamt rund 100.000 Euro, die vom Landesbetrieb Straßenbau NRW
übernommen werden.

Das Projekt ist ein zentraler Baustein in einem Gesamtkonzept, im Rahmen des Wanderfischprogramms des Landes NRW das Gewässersystem von Dhünn und Eifgenbach wieder passierbar zu machen. Die Beseitigung von Hindernissen im Bachlauf ist eine wichtige Voraussetzung für die Rückkehr der Wanderfische. Dadurch können sich z. B. Lachse wieder zum Laichen in diese Gewässer zurückziehen.
Bereits seit 1998 werden im Rahmen des Wanderfischprogramms Lachse und andere Wanderfische in den Nebenflüssen des Rheins angesiedelt.
Auch für den „guten Zustand“ aller Gewässer, wie die EU-Wasserrahmenrichtlinie ihn fordert, ist die Durchgängigkeit als eines der Merkmale einer guten Gewässerstruktur ein wichtiges Kriterium.

Im Fließgewässernetz Dhünn-Eifgenbach hat der Wupperverband in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen Stellen die Durchgängigkeit wieder hergestellt. Beispielsweise war am Eifgenbach in Wermelskirchen in 2002 das frühere Staubecken Kovelsberg zurückgebaut worden. Der ehemals im Staubereich verrohrte Eifgenbach war wieder an die Oberfläche geholt worden und hatte ein naturnahes Bachbett erhalten.
Der Eifgenbach ist der einzige Bach in Nordrhein-Westfalen, der im Monitoring 2007 eine sehr gute Fischfauna aufwies.
Vergleichbar zum Wehr der Burscheider Talsperre hatte der Wupperverband das Auermühlenwehr an der Dhünn zwischen 1999 und 2001 Schritt für Schritt abgesenkt.
Im April 2008 hatte der Verband die Durchgängigkeit am ehemaligen Wehr Osenau in Odenthal wieder hergestellt.
Zur vollständigen Durchgängigkeit des Dhünn-Eifgenbach-Systems ist neben dem Projekt an der Burscheider Talsperre nur noch ein Projekt an der Dhünn – die Umgehung des Wehres am Freudenthaler Sensenhammer in Leverkusen – umzusetzen.
Somit steht den Wanderfischen auf ihrem Weg vom Meer zu den Laichplätzen im Dhünn und Eifgenbach bald nichts mehr im Wege.

Ihr Ansprechpartner:
Rupert Pischel, Telefon: 0202/ 583-281



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Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen.
Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.



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