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Hochwasserschutz beim Wupperverband


Durch das Wupperverbandsgesetz wurde uns der Hochwasserschutz übertragen. Wir betreiben Hochwasserschutz durch Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken, Deiche, Abflusssteuerung, Schutz von Einzelanlagen etc. und arbeiten hierbei insbesondere eng mit unseren Mitgliedern zusammen.

Hochwasserschutzkonzept
Wir haben im September 2008 ein Hochwasserschutzkonzept vorgelegt, das vom Verbandsrat beschlossen wurde.

Das Hochwasserschutzkonzept hat drei Säulen:
1. Daten, Modelle und Berechnungen
2. Maßnahmen
3. Kommunikation und Information



    Das Hochwasserschutz-
    konzept

Fragen und Antworten
Darüber hinaus haben wir im Folgenden einige der wichtigsten Fragen und Antworten in Bezug auf den Hochwasserschutz zusammengestellt:

Könnte es im Wuppergebiet bei extremen Niederschlägen zu Hochwasserkatastrophen kommen oder können die Talsperren dies verhindern?
Der Niederschlag allein ist nicht unbedingt ausschlaggebend, sondern das Wasser, das zum Abfluss kommt. Wichtig ist dabei auch die jeweilige aktuelle Situation betreffend Bodenbeschaffenheit (trocken oder gesättigt).
Einen 100%igen Schutz gibt es nicht, grundsätzlich kann es bei extremen Niederschlägen auch bei uns zu Hochwasser kommen, vor allem in Bereichen, die nicht durch Talsperrenrückhalt geschützt sind (z. B. an kleineren Nebengewässern). In den niederschlagsreichen Wintermonaten wird in den Brauchwasser-Talsperren (Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre) ein Hochwasserschutzraum von 16,4 Mio. m³ freigehalten.

    Stuttgarter Luftbild Elsäßer GmbH


Wird der Hochwasserschutzraum in den Talsperren zukünftig "vergrößert"?
Der Hochwasserschutz wurde anhand langjähriger Niederschlagsmessreihen errechnet und ist mit den Behörden abgestimmt sowie in den Genehmigungen für den Bau der Talsperren festgeschrieben. In den langjährigen Messreihen sind auch extreme Niederschläge enthalten, so dass auch solche Niederschlagsereignisse bei Bemessungen des Hochwasserschutzraumes einbezogen wurden. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Notwendigkeit zur Vergrößerung des Hochwasserschutzraumes.

Hat es in den letzten Jahren an der Wupper Hochwasser gegeben?
Seit der Inbetriebnahme der Wupper-Talsperre ist es nicht mehr zu solchen bedrohlichen Hochwassersituationen gekommen. Bei der Hochwasserkatastrophe von 1946 hatte die Wupper einen Abfluss von 210 m³ pro Sekunde im Bereich Kluser Brücke in Wuppertal-Elberfeld. Insbesondere durch den Rückhalt der Wupper-Talsperre konnten Hochwasserspitzen seit Ende der 80er Jahre deutlich abgemildert werden. Abflüsse von bis zu 80 bzw. 90 m³ pro Sekunde kommen bisweilen vor, sind aber noch nicht bedrohlich. Höchster Abfluss am Pegel Kluser Brücke seit Inbetriebnahme der Wupper-Talsperre waren 116 m³ pro Sekunde (1.-5. März 1999).

Wie werden die Wasserstände und Niederschläge bzw. drohende Hochwasser erfasst?
Zur Überwachung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse steht dem Wupperverband ein umfangreiches Messnetz von Pegel- und Niederschlagsmessstationen zur Verfügung. Zudem wird verstärkt eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst ausgebaut, um mit Hilfe von Radardaten und Wetter-Satelliten die Hochwasservorhersage im Bergischen Land zu verbessern.

Welche Kooperationen gibt es in punkto Katastrophenschutz?
Der Wupperverband arbeitet im Katastrophenschutz mit verschiedensten Institutionen zusammen, z. B. den Kommunen, dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Feuerwehr und vielen anderen.

Forschungsprojekt IMRA
Zurzeit läuft ein Forschungsprojekt mit dem Titel "Integrative flood risk governance approach for improvement of risk awareness and increased public participation (IMRA)", über setzt heißt dies: Integratives Hochwasserrisiko-Governance Konzept zur Verbesserung des Risikobewusstseins und stärkerer Beteiligung der Öffentlichkeit“. Weitere Informationen finden Sie auf unserer IMRA-Forschungsprojektseite.


Ansprechpartner: Marc Scheibel, Tel.: 0202/583-246, Fax: 0202/583-228