| Was ist Flussgebietsmanagement (FGM)?
Flussgebietsmanagement beinhaltet eine ganzheitliche, einzugsgebietsbezogene Betrachtungsweise zur Bewirtschaftung eines Flussgebiets. Alle Faktoren, die ein Gewässer positiv oder negativ beeinflussen, werden berücksichtigt. Alle Wasser"akteure" werden einbezogen, um einen optimalen Einsatz aller Kräfte und Geldmittel zu gewährleisten.
Das Flussgebietsmanagement ist das geeignete "Werkzeug", um die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen.
Der gute Zustand Die EU-Wasserrahmenrichtlinie hat für den Gewässerschutz ein den EU-Staaten ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Bis zum Jahr 2015 sollen alle oberirdischen Gewässer - Flüsse, Bäche und Seen - und das Grundwasser in einem "guten Zustand" sein. Flussgebietsmanagement als Weg Dieses Ziel soll nun verfolgt werden. Das Flussgebietsmanagement zeichnet sich insbesondere durch folgende Punkte aus: a) Ganzheitliche Betrachtung Die ganzheitliche Betrachtung aller Faktoren, die auf den Zustand eines Gewässers Einfluss nehmen oder den Zustand eines Gewässers anzeigen, spielt eine große Rolle. So werden z. B. sowohl chemische Untersuchungen durchgeführt als auch das Vorkommen bestimmter Fische, Pflanzen und Kleinlebewesen bewertet. Neben der Qualität des Wassers rückt auch die Gewässerstrukturgüte in den Mittelpunkt des Interesses: Gewässerstrukturgüte bedeutet die Bewertung von Gewässersohle, Ufer und Aue. So hat ein begradigter oder verrohrter Fluss im Vergleich zu einem mäandernden Fluss mit natürlichem Flussbett eine schlechtere Gewässergüte.
b) Alle Akteure der Wasserwirtschaft ins Boot holen Wichtig Bestandteil des Flussgebietsmanagement ist ebenso die Zusammenarbeit aller Institutionen und Personen, die mit der Wasserwirtschaft zusammenhängen: Kommunen, Behörden, Ver- und Entsorger, Wasserverbände, Industrie, Landwirtschaft, Fischerei, Naturschutzverbände. Der Wupperverband ist daran interessiert, alle Beteiligten an einen runden Tisch zu bringen. Neben der Kooperation im Arbeitsalltag im Rahmen verschiedenster Projekten spielen hier insbesondere der Datenaustausch z. B. mittels Geographischer Informationssysteme sowie ein jährliches, vom Wupperverband organisiertes Symposium wichtige Rollen. |  Runder Tisch der Wasserakteure
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c) Ausgleich zw. Ökologie u. Ökonomie Flussgebietsmanagement bedeutet auch, ein Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie herzustellen. Einerseits gilt es, die Qualität der Umwelt zu verbessern, andererseits müssen ökologische Maßnahmen mit der finanziellen Situation der Mitglieder (z. B. Kommunen, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie) abgestimmt werden.
Zu bedenken ist hier, dass ein ökologisch intaktes Gewässer im Endeffekt zu Kosteneinsparungen führt. So hat z.B. ein gesunder Fluss eine hohe Selbstreinigungskraft und erspart auf diese Weise wiederum Kosten bei der Abwasserentsorgung.
d) Beteiligung der Öffentlichkeit Bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie soll die Öffentlichkeit stärker einbezogen werden als in bisherigen wasserrechtlichen Verfahren. Unter Öffentlichkeit versteht man Verbände, Fachöffentlichkeit bis hin zu jeder Bürgerin und jedem Bürger. Je nach Betroffenheit wird es verschiedene Stufen der Beteiligung geben, die von der Information über eine Anhörung bis zu einer aktiven Beteiligung reichen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür werden in der Novellierung des Landeswassergesetzes (LWG) gelegt, die Ende 2003 verabschiedet sein muss. Die EU-Kommission hat zum Thema Öffentlichkeitsbeteiligung einen Leitfaden herausgegeben. Diese Veröffentlichung hat keinen rechtskräftigen sondern empfehlenden Charakter; in diesem Sinne können Bestandteile dieses Leitfadens in das LWG einfließen.
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