Ermittlung v. störenden Stressoren hinsichtlich d. Wirksamkeit von morphologischen Maßnahmen zur Erreichung der Bewirtschaftungsziele gem. EU-WRRL

Projektdaten
AntragstellerWupperverband
PartnerPlanungsbüro Zumbroich GmbH & Co.KG • FH Köln; Institute for Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics Cologne University of Applied Sciences
Beginn des Projektes07/2010
Abschluss des Projektes07/2011
FördermittelgeberLand NRW
Fördersumme77.000 €

In einem vorangegangenen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben am Morsbach wurde aufgrund der Auswertung von Untersuchungen des Makrozoobenthos (MZB) festgestellt, dass neben morphologischen Defiziten, hydraulischen Spitzen und Strömungsverlangsamungen bei Trockenwetter vor allem der Eintrag organischer Feinsuspensa (AFS) eine Hauptbelastung darstellt. Die Ziele gemäß WRRL im Hinblick auf die Qualitätskomponente MZB werden nicht erreicht.

Ziel des Vorhabens ist die Klärung folgender Fragestellungen:

  • Welche Feinsediment-Emittenten (Punktquellen aus Misch- und Trennsystemen und diffuse Quellen) finden sich im Morsbach?
  • Wo liegen die Schwerpunkte dieser Einträge?
  • Wo treten Belastungen durch Feinsedimente im Gewässer auf (Stichw.: Transport, Quellen, Senken)?
  • Korrelieren diese Belastungsbereiche mit den im o. g. F&E-Projekt ermittelten Belastungen des MZB durch organisches Feinsediment und wie sind die Messwerte im Vergleich zu anderen Untersuchungen mit einer ähnlichen Fragestellung einzuordnen?
  • Welche Maßnahmen zur Reduzierung des AFS-Eintrags sind aus gewässerökologischer Sicht sinnvoll?

Rechenmodelle  (Niederschlag-Abfluss, Hydraulik, Erosion) lieferten zunächst gute Anhaltspunkte für eine weitergehende GIS-gestützte Nutzungsanalyse des Einzugsgebietes. Mögliche punktuelle und diffuse Quellen für Feinsedimente und deren Eintragspfade konnten rechnerisch ermittelt, bilanziert und durch Vor-Ort-Begehungen validiert werden.

Um die Annahmen bzgl. der Eintragsschwerpunkte und der belasteten Bereiche in den Gewässern überprüfen zu können wurde aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse bzw. Annahmen ein Konzept für ein umfangreiches Untersuchungsprogramm erstellt. Hierbei wurde die Gewässersohle mit folgenden drei Verfahren untersucht:

  • Entnahme und Analyse von Gefrierkernen
  • Entnahme und Analyse von Sedimentfallen
  • Kartierung der inneren und äußeren Kolmation

Das Wasser aus Einleitungen und aus der fließenden Welle wurde mit Hilfe zweier verschiedener Verfahren untersucht:

  • Ereignisgesteuerte Probenahme aus Einleitungen und fließender Welle
  • Sammelprobenahme aus fließender Welle
Ergebnisse

Durch Berechnungen wurden Gewässerabschnitte mit erhöhtem Belastungspotenzial bzgl. (organischer) Feinsedimente ermittelt und mit den Ergebnissen des empirischen Untersuchungsprogramms abgeglichen. Als Ergebnis konnten der erhöhte AFS Anteil in der Gewässersohle und die Relevanz bezüglich des MZB bestätigt werden. Darüber hinaus konnten relevante Eintragsschwerpunkte und -pfade identifiziert und Handlungsempfehlungen für die Reduzierung des AFS-Eintrags in die Gewässer formuliert werden.

Nutzen für den Wupperverband
  • Untersuchungsmethoden wurden erprobt und stehen nun für die Bearbeitung ähnlicher Fragestellungen in anderen Einzugsgebieten zur Verfügung
  • Eintragsschwerpunkte aus der Siedlungsentwässerung (sowohl Misch- als auch Trennsystem), die bzgl. Maßnahmen näher zu betrachten sind, konnten identifiziert werden
  • Vorschläge zur Betriebsoptimierung von Regenbecken wurden erarbeitet
  • Darüber hinaus können die Untersuchungen zu Feinsedimenten auch für die Wiederansiedlung von Großsalmoniden (Lachs, Meerforelle) relevant sein. Im Bewirtschaftungsplan 2009 wurden der Morsbach bis zur Gelpemündung und etwa die untere Hälfte der Gelpe als Vorranggewässer für die Wiedereinbürgerung des Lachses deklariert.
expand_less
VOILA_REP_ID=C1257817:0030CCD3