Kühlwassernutzung Untere Wupper

Handlungsbedarf und Abwägungskriterien bei der Umsetzung der EU-WRRL am Beispiel der Kühlwassernutzung der Unteren Wupper

Projektdaten
AntragstellerWupperverband
PartnerPlanungsbüro Koenzen - Sydro Consult GbH - WSW Wuppertaler Stadtwerke AG - WiW mbH - NZO GmbH - ifeu GmbH
Beginn des Projektes12/2005
FördermittelgeberMUNVL NRW
Fördersumme80%
Ziel des Projektes

Das Vorhaben greift die vorhandenen ökologischen und ökonomischen Probleme in Bezug auf die Kühlwassereinleitung der Heizkraftwerke (HKW) Barmen und Elberfeld in die Untere Wupper auf. Die Festsetzung einer niedrigeren Aufwärmspanne (3°C anstatt 5°C) führt zu starken wirtschaftlichen Belastungen der HKW. Ob die Festsetzung ökologisch zielführend ist, steht in Frage. Ziel des Vorhabens ist es, an einem 'Runden Tisch' aus Expert/-innen und 'Stakeholder' die sowohl ökologisch als auch ökonomisch effizienteste Lösung zu suchen. Vor dem Hintergrund der Anforderungen der EU-WRRL sollen die Bescheide der HKW Barmen und Elberfeld derart ausgerichtet sein, dass die Ziele der EU-WRRL verfolgt werden können und der Betrieb der HKW wirtschaftlich sinnvoll möglich bleibt.

Arbeitsprogramm

Zum Arbeitsprogramm gehören

  • die Entwicklung eines Temperaturmodells für den potentiell natürlichen Zustand der Wassertemperatur der Wupper mit Hilfe eines kalibrietes ATV-Simulationsmodell (IST-Zustand)
  • die Erarbeitung von Gewässerentwicklungszielen hinsichtlich der Fischfauna
  • die Ableitung von ökologisch zielführenden Jahresganglinien für die Wassertemperatur anhand der zu fördernden Zielarten (Bachforelle, Äsche, Koppe, Lachs) sowie
  • die Prüfung möglicher Maßnahmen und
  • die Aufstellung eines zielführenden Maßnahmenprogramms.
  • Zusätzlich muss ein Weg gefunden werden, die möglichen Widersprüche zwischen EU-FischGewRL und EU-WRRL aufzulösen und die Fischfauna in Hinblick auf die EU-WRRL zu entwickeln.
Ergebnisse

Die Untere Wupper ist im Vergleich zum potentiell natürlichen Zustand zu warm. Als Leitfisch der Region sollte die Äsche zu finden sein (Äschenregion). Derzeit ist es jedoch die Barbe. Im Vorhaben wurde ein 'ausgewogener Fischbestand' gem. FischGewRL definiert, welcher die Entwicklung selbst reproduzierender Bestände von Äschen, Koppen und Bachforellen vorsieht, sich jedoch an der oberen Barbenregion orientiert. Das Ziel stellt, ausgehend vom IST-Zustand, einen anspruchsvollen Schritt in Richtung 'Referenz' gem. EU-WRRL dar.
Die Temperaturbetrachtungen führen zur Entwicklung einer Jahresganglinie für Wassertemperaturen von 10°C bis 25°C anstelle einer festgesetzten Aufwärmspanne von 3°C bei 28°C sommerlicher Maximaltemperatur.
Es wurden 25 Maßnahmen/Teilmaßnahmen einzeln bzw. in Kombination auf die Zielerreichung hin untersucht.
Als aussichtsreich und effizient wird eine Kombination von Talsperrenmanagement, Stromproduktionsreduktion, vermehrtem Fernwärmeverkauf, Trinkwassernutzung und einer angepassten Fahrweise der vorhandenen Luftkondensatoren gesehen.
Da auch in Kombination die ökologischen Vorhaben nur knapp erreicht werden und langjährige Daten über die Wassertemperaturen fehlen, ist hier ein 'Learning bei doing' bis 2009 vorgesehen. Der 'Runde Tisch' aus Expert/-innen und Stakeholdern hat sich als leistungsfähig und praxisnah erwiesen.

Nutzen für den Wupperverband
  • enge Kooperation mit den Heizkraftwerken der WSW AG (Dienstleistungsansatz)
  • Erfahrungen mit 'Gewässerzielentwicklung und effizienter Maßnahmenplanung am Runden Tisch' gem. WRRL
  • Erfahrungen mit rechtlichen Auslegungen zur EU-WRRL und FischGewRL
  • Know-how Transfer Fischmonitoring gemäß EU-WRRL (neue Methoden)
  • kalibriertes ATV-Temperaturmodell und kalibriertes Modell TALSIM
  • Verbesserung der Gewässergüte der Unteren Wupper
  • strategische Bedeutung
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