Klärwerk Burg: Verfahrenstechnische und energetische Optimierung des Wasserweges

Projektdaten
Beginn der Maßnahme07/2013
Ende der Maßnahme12/2017
Kostenca. 9,0 Mio. €
Finanzierunggenossenschaftlich mit Kreditförderung über KFW-Bank
Klärwerk Burg, Foto: Peter Sondermann 2016
Klärwerk Burg, Foto: Peter Sondermann 2016
Nachdem im Klärwerk Burg im Jahr 2014 das neue Blockheizkraftwerks (BHKW) in Betrieb genommen wurde (s. Pressemitteilung Infobox) und die Schlammschiene seit Juni 2014 saniert wird, steht nun die verfahrenstechnische und energetische Optimierung der Abwasserbehandlung im Fokus. Das Klärwerk hat mit dem letzten umfassenden Ausbau zur Stickstoffelimination in den 1990er Jahren einen genehmigten Anschlusswert von 120.000 Einwohnerwerten. Die Belastung von Kläranlagen ist abhängig von der Jahreszeit und der Wetterlage starken Schwankungen im Tagesverlauf unterworfen. So ist ein energieoptimaler Betrieb der vielen Maschinen und Reaktoren nur durch Einsatz modernster Technik möglich. Da zudem die alte Maschinentechnik mittlerweile einen hohen Reparatur- und Wartungsaufwand erzeugt, soll nun der Wasserweg neu überplant und zukunftsfähig gestaltet werden.

Ziel ist es, die Verfahrenstechnik dem Auslastungsgrad anzupassen, ohne den genehmigten Anschlusswert und die genehmigte maximal aufzunehmende Wassermenge zu reduzieren. Hierzu soll der zukünftige Betrieb einzelner Anlagenteile modular, entsprechend der Abwassermengen und Belastung, erfolgen. Beispielhaft hierfür ist der Betrieb der Rechen zu nennen: Aktuell durchfließt das Abwasser beide Rechen parallel. Durch eine geringe Fließgeschwindigkeit bei Trockenwetter kommt es zu Ablagerungen vor den Rechen. Das führt zu einem erhöhten Energieaufwand, den um die Feststoffe in der Schwebe zu Halten, muss zusätzlich Luft eingetragen werden. Künftig wird bei Trockenwetter nur ein Rechen betrieben und der zweite Rechen bei steigender Zulaufwassermenge dazu geschaltet. Zusätzlich wird die Gerinnebreite angepasst, um die Fließgeschwindigkeit zu optimieren. Auf die zusätzliche Belüftung wird zukünftig verzichtet und so Energie eingespart. Diese Vorgehensweise wird entsprechend auf die übrigen Anlagenteile übertragen: Der Kläranlagenbetrieb wird flexibel auf den aktuellen Auslastungsgrad angepasst, ohne zukünftige Entwicklungen in den angeschlossenen Städten und Gemeinden zu beeinflussen. Ziel ist, dadurch insgesamt 700.000 Kilowattstunden einzusparen. Das entspricht ca. 35 % des jetzigen Energiebedarfs.

Bei der Optimierung des Wasserweges werden auch die Stromversorgung, die Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR) auf den neuesten Stand gebracht. Beim Einbau des BHKW hat sich herausgestellt, dass aus Gründen der Arbeitssicherheit die Elektrotechnik in weiten Teilen erneuert werden muss. Nach der Sanierung ist das Klärwerk flexibel für die Zukunft gerüstet.
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