Tyre Wear Mapping - Studie zu Reifenabrieb

Hier finden Sie den Abschlussbericht zum Forschungsprojekt Tyre Wear Mapping.

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Eines der großen Themen in der Wasserwirtschaft, das in den letzten Jahren sehr viel, auch mediale, Aufmerksamkeit bekommen hat, ist das Thema Mikroplastik. Im Rahmen einer Studie, die vor einigen Jahren von Fraunhofer UMSICHT durchgeführt wurde, sind die unterschiedlichen Arten von Mikroplastik nach ihrem Anteil an der Gesamtmenge, die in Deutschland anfällt, klassifiziert worden. Rechnet man den Abrieb von Autoreifen zum „Plastik“ hinzu, so liegt dieser Stoffstrom mit ca. 133.000 Tonnen im Jahr mit Abstand an erster Stelle.

Das Thema Reifenabrieb ist sehr vielschichtig: Wie viel und welche Fahrzeuge setzen welche Mengen an Reifenabrieb frei? Wie und wo verteilt sich der Reifenabrieb? Wo gibt es „Hot Spots“ für Reifenabrieb?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der Fördermittelgeber dieses Projektes, verfügt über umfangreiche Mobilitäts-, Geo- und Wetterdaten, die als „Open Data“ zugänglich sind. In TyreWearMapping sollten diese Daten angewandt werden, um Freisetzung, räumliche Verteilung und Ausbreitung von Reifenabrieb in Luft und Wasser für Deutschland zu modellieren und zu visualisieren. Probenahmen und Analytik waren nicht Bestandteil dieses Projektes.

Ein erstes Modell berechnete den Reifenabriebanfall deutschlandweit für jede Straße. Die Mengen sind abhängig von der Größe der Straße, der Oberfläche und Zusammensetzung der Fahrbahndecke, der Steigung und Kurvigkeit der Straße und insbesondere vom Vorhandensein von Kreuzungen, an denen gebremst und losgefahren wird. So wird sichtbar, an welchen Stellen sich Hotspots befinden und wieviel Reifenabrieb im Umfeld abgelagert wird. Da die Partikel sehr unterschiedliche Größen haben, erfolgt die weitere Verteilung zum Teil über die Luft, größere Partikel bleiben an Ort und Stelle liegen oder werden mit dem Regen transportiert. Diese Prozesse wurden in weiteren Modellen nachgebildet.

Exemplarisch für die Ausbreitung in der aquatischen Umwelt wurden die in den Einzugsgebieten der Panke und der Wupper entstehenden Reifenabriebmengen und deren Stoffpfade berechnet und bilanziert. Mit den entwickelten Modellen lassen sich z. B. die Auswirkungen von Tempolimits, des Stop and go-Verkehrs oder der Fahrzeugmasse simulieren und darstellen.

An diesem Projekt waren wir als Wupperverband als assoziierter Partner beteiligt. Das heißt, wir haben selber keine Arbeiten innerhalb des Projektes durchgeführt, sondern haben beraten, unser Verbandsgebiet sozusagen als Untersuchungsgebiet zur Verfügung gestellt und bereits vorhandene Daten, Modelle und auch Kontakte zu anderen Partnern, die im Projekt unterstützen konnten, beigesteuert. Im Gegenzug profitieren wir von den Ergebnissen, die wir uns, aufbereitet in unserem FLUGGS, anzeigen lassen können.

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