Wupperverband passt die Wasserabgabe an die Wupper an

Vorsorgliches Talsperrenmanagement: Wasservorrat in Brauchwassertalsperren schonen

Juli 2026: niedriger Füllstand in der Wupper-Talsperre
Juli 2026: niedriger Füllstand in der Wupper-Talsperre

Pressemitteilung vom 03.08.2026

Das aktuelle Wasserwirtschaftsjahr 2026 ist im Wuppergebiet derzeit deutlich zu trocken. An der Referenzmessstelle Bever-Talsperre lagen sieben Monate deutlich unter dem Durchschnitt. Die bisherige Jahressumme liegt zum jetzigen Zeitpunkt um ein Drittel unter dem langjährigen Mittel. 
An diese Situation passt der Wupperverband proaktiv sein Talsperrenmanagement an: Die Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper – insbesondere die großen Speicher Wupper- und Bever-Talsperre – unterstützen in Trockenphasen die Wupper. Mit dieser so genannten Niedrigwasseraufhöhung wird eine Mindestwasserführung in der Wupper aufrechterhalten. Was dem Fluss wegen der Trockenheit an Wasser zur Mindestwasserführung fehlt, wird aus den Brauchwassertalsperren ausgeglichen.  

Die Brauchwassertalsperren haben in den letzten Monaten die Wupper bereits an 111 Tagen mit insgesamt 29 Mio. Kubikmetern Wasser unterstützt. 
Dadurch ist der Wasservorrat inzwischen gesunken und liegt bei 33 Prozent in der Wupper-Talsperre und 66 Prozent in der Bever-Talsperre. Um für kommende Monate – wenn weiterhin kein ergiebiger Regen fällt – vorzubeugen, passt der Wupperverband in Abstimmung mit der Bezirksregierung vorsorglich die Niedrigwasseraufhöhung der Wupper an. 
Die Wupper-Talsperre wird ab heute so gesteuert, dass am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal nun in Trockenphasen rund 3.000 Liter fließen statt 3.500 Liter pro Sekunde. Die Wasserführung der Wupper liegt somit um knapp 15 Prozent unter dem sonst üblichen Mindestpegel. Das entspricht einem Wasserstand von rund 18 Zentimetern statt rund 21 Zentimetern an diesem Pegel. Diese Reduzierung ist zunächst für den Zeitraum bis 30.  September 2026 vorgesehen.
Mit einem umfangreichen Gewässermonitoring hält der Wupperverband kontinuierlich im Blick, welche Auswirkungen die niedrigere Wasserführung für die Wasserqualität der Wupper hat.

Klimawandel: Talsperren flexibler bewirtschaften

Die Folgen der Klimaveränderungen führen immer häufiger zu längeren und extremeren Dürrephasen. Daher passt der Wupperverband sein Talsperrenmanagement an und kann so flexibler auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren.
Auch im Trockenjahr 2025 hatte der Verband schrittweise die Niedrigwasserabgabe aus den Brauchwassertalsperren an die Wupper reduziert. Dadurch wurde ein Leerlaufen dieser Talsperren verhindert. Sie konnten über das ganze Jahr hindurch ihre Aufgabe Niedrigwasseraufhöhung erfüllen und das Ökosystem Wupper unterstützen.

Warum ist die Niedrigwasseraufhöhung wichtig?

Die Brauchwassertalsperren des Wupperverbandes sind Multifunktionsbauwerke mit mehreren Aufgaben. In Trockenzeiten unterstützen die Brauchwassertalsperren – Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre – die Wupper mit Talsperrenwasser. Sie sorgen dafür, dass die Wupper einen Mindestwasserstand hat und nicht austrocknet. Außerdem wird mit dem Talsperrenwasser eine gute Durchmischung in der Wupper gewährleistet, in die unter anderem auch das in den Kläranlagen gereinigte Abwasser abgegeben wird. 
Die Niedrigwasseraufhöhung durch die Talsperren ist daher eine wichtige Stütze des Ökosystems Wupper.
Außerdem dienen die Talsperren dem Hochwasserschutz.

Wie ist der Füllstand der Trinkwassertalsperren des Wupperverbands?

Der Wupperverband betreibt drei Trinkwassertalsperren und stellt daraus Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung bereit. Die Herbringhauser Talsperre ist aktuell zu 88 Prozent gefüllt. Der Füllstand der Kerspe-Talsperre liegt bei 77 Prozent.
Die Große Dhünn-Talsperre erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Rohwasserbereitstellung, Niedrigwasseraufhöhung der Dhünn und Hochwasserschutz. Ihre Hauptsperre ist derzeit zu 46 Prozent gefüllt. 
Um den Wasservorrat der Großen Dhünn-Talsperre zu schonen, hat der Wupperverband seit März 2026 die Niedrigwasserabgabe an die Dhünn maßvoll reduziert von 1.000 Liter pro Sekunde auf 700 Liter pro Sekunde am Pegel in Leverkusen. Seit April 2026 haben zudem die Wasserversorger die Nutzung der Talsperre reduziert und nehmen andere Rohwasserquellen stärker in Anspruch.
Gemeinsam vorsorgen: Trinkwasser bewusst nutzen | Wupperverband

Wie trocken war es bislang im Wuppergebiet?

In den letzten Monaten seit Anfang November 2025 gab es im Wuppergebiet an der Messstelle Bever-Talsperre nur einen sehr nassen Monat (Februar 2026) und einen etwa durchschnittlichen Monat (Mai 2026). Alle anderen Monate waren entweder sehr trocken oder sogar extrem trocken. Aktuell liegt die Jahresniederschlagsmenge für das Wasserwirtschaftsjahr (1. Nov. 2025 bis 31. Okt. 2026) an der Messstelle Bever-Talsperre mit 643 Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnitt von 988 Litern für diesen Zeitraum. Es sind bislang also nur zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge gefallen.

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