Wupperverband verbessert Hochwasserschutz und Ökologie am "Wupperknick" in Kohlfurth

Aufweitung der Wupper nördlich der L74-Brücke

Pressemitteilung vom 12.08.2026

Der Wupperverband hat nun mit den Arbeiten für die Aufweitung des Wupperknicks an der Stadtgrenze von Wuppertal und Solingen begonnen. Der Knick verläuft parallel der Straße Unterkohlfurth nördlich der Brücke der L74. Die Stelle im Fließgewässer wirkte bei höheren Abflüssen teils wie ein "Flaschenhals". Hier fließt die Wupper fast in einem 90 Grad Winkel um die Kurve. Der Engpass wird beseitigt und der Bereich wird künftig doppelt so breit sein. Dafür trägt der Wupperverband umfangreiches Erdmaterial auf der Seite der Schafwiese ab. Zurzeit ist dort ein Hochufer, dieses wird nun in ein flaches Kies-Ufer umgewandelt. Die Aufweitung ist nur auf dieser Flussseite möglich, auf der anderen Seite befindet sich ein Felshang. Ein kleiner, mit Bäumen bewachsener Teil des Ufers verbleibt als Insel im Gewässer.

Renaturierung optimiert Lebensraum und Abflusssituation

Durch die Maßnahme soll künftig der Rückstau in die Ortslage Kohlfurth reduziert werden. Ganz verhindern kann diese Maßnahme Überflutungen bei starken Hochwässern nicht, aber abpuffern und reduzieren. 
An diesem Standort gelingt es, die Verbesserung des Hochwasserschutzes und eine ökologische Aufwertung Hand in Hand gehen zu lassen. Durch die Aufweitung verbessert sich auch der Lebensraum für Tiere. Diese finden künftig z. B. hinter der Insel und in Ufernähe strömungsreduzierte Flachwasserbereiche vor, die wichtig für Fischlaich, kleine Fische und Kleinstlebewesen sind. Auch soll eine Steilwand für Eisvögel an der Insel eingerichtet werden. Zugleich wird dem Gewässer Raum gegeben, sich in dem Bereich selbst zu entfalten. 

Die Maßnahme dauert voraussichtlich bis Ende Oktober. Sie schließt an das bereits 2019 renaturierte Teilstück in Kohlfurth auf Höhe der Firma Berger an.

Vorerst erfolgen die Arbeiten auf der Wiesenfläche abseits der Wupper, der Anschluss der Abgrabungen an die Wupper ist für September geplant. 

Es ist zeitweise z. B. mit LKWs zu rechnen, die das Erdmaterial abtransportieren. 
Im Rahmen der Arbeiten kann es im aktuellen Bauabschnitt und unterhalb zu Trübungen der Wupper durch aufgewirbeltes Sediment kommen. Dies ist aber für die Natur und das Gewässer unbedenklich. Auch sind Baggergeräusche möglich.

Maßnahme wird zu 80 % gefördert

Die Maßnahme wird auf einem Grundstück der Stadt Solingen umgesetzt. Die Investitionen betragen 1,2 Millionen Euro. Das Projekt wird zu 80 % vom Land gefördert aus Mitteln, die für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie zur Verfügung stehen. Die verbleibenden 20 % werden vom Wupperverband genossenschaftlich veranlagt.

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