Waschbär
Invasives Säugetier
Steckbrief
Der Waschbär (Procyon Iotor) ist eine Säugetierart aus der Familie der Kleinbären. Ein Tier wiegt bis zu zehn Kilo und hat eine Körperlänge von bis zu 70 cm. Zu erkennen ist der Waschbär an seiner typischen dunklen Gesichtsmaske und dem buschigen Ringelschwanz. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 16 Jahren, häufig sterben die Tiere aber schon früher, beispielsweise bei Unfällen im Straßenverkehr oder Vergiftungen durch den Menschen. Waschbären sind nachtaktiv und bewegen sich deshalb meist während der Nacht und der Dämmerung. Die Allesfresser ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Eicheln, Insekten und Vögeln bzw. deren Eiern. Sie fressen aber auch Tiere aus Teichen und Gewässern wie Fische, Krebse und Amphibien. In der Stadt leeren Waschbären auch gerne Mülleimer auf der Suche nach Futter.
Verbreitung und Fortpflanzung
Die Kleinbären haben die Fähigkeit, sich gut und schnell an unterschiedliche Lebensräume anzupassen. Sie leben aber besonders häufig in der Nähe von Gewässern und nutzen dort Altholzbestände. In den Städten bevorzugen sie Parks und Gärten, da sie sich dort Rückzugsmöglichkeiten finden und zugleich gut Nahrung finden. Ursprünglich stammt die Art aus Nord- und Mittelamerika, mittlerweile ist sie aber auch in ganz Europa und in Deutschland beheimatet. Auslöser dafür waren zwei Ereignisse: 1934 wurden zwei Waschbär-Pärchen in Hessen ausgesetzt, zehn Jahre später entkamen zudem mehrere Tiere einer Pelztierfarm. Seitdem hat sich die Art innerhalb Deutschlands stark verbreitet und ist auch im Wupperverbandsgebiet Wuppertal zu finden, besonders häufig wird sie direkt an der Wupper gesichtet.
Insgesamt gibt es hierzulande mehr als 1,3 Millionen Waschbären, es gibt aber auch Schätzungen, die von über zwei Millionen Tieren ausgehen. Insbesondere seit den 1990ern gibt es laut Naturschutzbund NABU NRW massive Bestandszunahmen.
Die Paarungszeit der Tiere ist im Winter. Nach 65 Tagen Tragezeit kommen ab März etwa zwei bis drei Jungtiere zur Welt.
Einfluss auf das Ökosystem und den Menschen
Der Waschbär ist eine invasive Art, und steht auf der „Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung“ der EU. Die Tiere breiten sich rasant aus und können städtische Infrastruktur wie Müllanlagen und Gebäude beschädigen. Besonders gefährlich sind Waschbären für seltene Amphibien und Reptilien sowie Vogelarten, da sie häufig Vogeleier fressen. Die Tiere haben so einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt. Für den Menschen besteht keine direkte Gefahr in Form von Angriffen, da Waschbären diese nicht grundlos angreifen. Sie können aber Krankheiten übertragen, auch wenn von Übertragungen auf den Menschen bisher wenig Fälle bekannt sind.
Maßnahmen
Privatpersonen können Waschbären durch verschiedene Vorkehrungen fernhalten. So können Mülltonnendeckel beschwert werden, damit die Tiere diese nicht öffnen können. Zudem sollte keine Nahrung im Freien angeboten werden, auch der Zugang zu anderem Futter, das beispielsweise für Igel, Katzen oder Hunde gedacht ist, sollte Waschbären verwehrt werden. Da Waschbären auch durch gekippte Fenster in Häuser und Wohnungen gelangen können, sollten diese insbesondere bei Dunkelheit geschlossen bleiben. Die eigenen Haustiere können durch Impfungen vor der Übertragung von Krankheiten geschützt werden.
