Drüsiges Springkraut
Invasive Pflanze

Steckbrief
Das Drüsige Springkraut (impatiens glandulifera) ist eines der dominantesten Neophyten in der Auen- und Uferlandschaft. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem tropischen Asien und dem Himalaya. Das Springkraut wächst zwischen 50 und 300 Zentimeter hoch und ist an oben verzweigten leicht durchscheinenden Stängeln und einer orchideenartigen Blüte zu erkennen. Die Blüten sind relativ groß und können purpurrot, rosa oder weiß sein. Sie blühen von Juni bis Oktober.
Verbreitung
Bereits 1840 wurde das Springkraut als Zierpflanze über England nach Deutschland eingeführt. Seitdem hat es sich hierzulande flächendeckend etabliert. Es besiedelt meist feuchte, sonnige, bis halbschattige Standorte und ist besonders häufig an Uferrändern und entlang von Gewässern zu finden. Durch Schleuderfrüchte, die eine Distanz bis zu sieben Metern zurücklegen können, breiten sich die Samen aus. Auch durch eine Verschleppung im Profil von Reifen breitet sich das Springkraut aus. Die Pflanze verbreitet sich in kurzer Zeit und baut schnell Dominanzbestände auf.
Auswirkungen
Durch die schnelle und dominante Ausbreitung verändert das Drüsige Springkraut die Artenzusammensetzung und verdrängt so einheimische Pflanzen. Zudem überragt es die meisten heimischen Pflanzen in der Höhe deutlich. Durch das Absterben der Reinbestände im Herbst wird die Erosion von Fließgewässern verstärkt. Die grünen Teile der Pflanzenteile sind im rohen Zustand schwach giftig, die Samen und Blüten hingegen sind für den Menschen nicht gefährlich.
Entfernung
Gefährdet die Population des Drüsigen Springkrauts andere Populationen sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Bestand zu beseitigen. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Im besten Fall werden die Maßnahmen bereits beim Auftreten der ersten Blüten ergriffen. Bei kleinen Beständen kann die Pflanze von Hand, möglichst mit der Wurzel ausgerissen werden. Mit einem zwei- bis maximal dreiwöchigem Rhythmus von Juni bis September erreicht man die besten Ergebnisse. Die Fruchtkapseln sollten in Plastiktüten gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Sie sollten weder kompostiert noch im Grünabfall entsorgt werden. Je nach Bedarf muss die Maßnahme über drei bis fünf Jahre wiederholt werden.
Auch eine Entfernung mittels Freischneider oder Sense ist möglich. Dabei wird die Pflanze möglichst bodennah unter dem untersten Knoten abgeschnitten und das Schnittgut im Anschluss fachgerecht entsorgt. Auch hier sind mehrere Durchgänge, meist zwei bis drei, notwendig und eine mehrjährige regelmäßige Kontrolle.
Außerhalb des eigenen Gartens darf die Pflanze nicht einfach rausgerissen werden, da die Verwechslungsgefahr mit anderen Springkräutern zu hoch ist. Zudem würden dabei brütende Vögel und andere Kleintiere gestört werden.
