Japanischer Staudenknöterich
Invasive Pflanze

Steckbrief
Der Japanische Staudenknöterich ist eine invasive Pflanzenart (Neophyt), die sich vielerorts in Deutschland stark verbreitet hat und außer Kontrolle geraten ist. Die Art gehört zur Pflanzenfamilie der Knöterichgewächse (Polyconaceae) und zu den Stauden. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Ostasien und ist vor allem in Japan, Taiwan, Korea und China zu Hause. Doch bereits im 19. Jahrhundert wurde die Zierpflanze sowohl in Amerika als auch Europa eingeführt.
Hierzulande ist sie an vielen verschiedenen Standorten zu finden, wie an trockenen Brachflächen, entlang von Verkehrswegen und vor allem entlang von Fließgewässern. Ein Großteil der Pflanzenmasse befindet sich dabei unter der Oberfläche. Der Knöterich kann bis zu drei Meter hochwachsen und ist an weißen Blüten erkennbar, die bis in den Oktober vorhanden sind. Im Herbst stirbt die Blühpflanze dann ab, bevor sie im Folgejahr wieder aus den Wurzeln ausschlägt.
Auswirkungen
Der Japanische Staudenknöterich gehört offiziell zu den invasiven Arten, besonders weil sie sehr konkurrenzstark in ihrem Wuchs ist und schnell Dominanzbestände entwickelt. Dabei wird die heimische Pflanzenvielfalt verdrängt und die Biodiversität nachhaltig geschädigt. Besonders tückisch ist, dass die Wurzeln unterirdische Ausläufer bildet und die Staude sich in alle Richtungen verbreitet. So legt die Pflanze ständig an Masse zu. Die Wurzeln sind so stark, dass sie sogar Mauern durchdringen können und so Schäden an Gebäuden verursachen können.
Lebt die Pflanze an Gewässern, werden die Gewässerufer zunehmend destabilisiert. Wenn oberirdische Pflanzenteile absterben, verbleibt eine stark erosionsgefährdete Oberbodenschicht. Befindet sich die Pflanze an Straßenkreuzungen oder Biegungen, kann das die Verkehrssicherheit gefährden. Insbesondere, da die Staude extrem schnell wächst. In der Hauptwuchszeit im Mai sogar zwischen 10 und 30 Zentimetern pro Tag! Die Pflanze ist nicht giftig.
Entfernung
Wenn der Befall des Knöterichs noch gering ist, gibt es gute Chancen, ihn mit konsequenten Maßnahmen innerhalb von drei bis fünf Jahren vollständig zu entfernen, auf größeren Flächen ist das deutlich komplexer: Eine nachhaltige Entfernung ist dann nahezu unmöglich und besonders entlang von Fließgewässern sehr schwierig. Vorrang haben deshalb Prävention und Eindämmung. Die Bekämpfung der Pflanze ist extrem zeit- und kostenintensiv.
Privatpersonen sollten zunächst versuchen, die Pflanze vollständig herauszureißen, das geht am einfachsten bei Jungbeständen. Sind die Pflanze und ihre Auswüchse entfernt, braucht es eine regelmäßige Nachkontrolle in den Folgejahren. Ist eine vollständige Entfernung nicht mehr möglich, sollten die Flächen regelmäßig gemäht werden, etwa alle drei bis vier Wochen und bei trockenem Wetter. Das Schnittgut muss im Anschluss fachgerecht entsorgt werden, kleinere Mengen werden am besten über den Restmüll entsorgt, größere Mengen im Zweifelsfall über die Gemeinde. Da das Schnittgut verbrannt werden muss, gehört es nicht in die Biotonne oder den Kompost. Nach der Entfernung sollten die Maschinen und Werkzeuge gründlich gereinigt werden.
Verbote und Regelungen
Es ist offiziell in Deutschland nicht verboten, die Pflanze zu halten, allerdings wird deutlich davon abgeraten, die Staude als Gartenpflanze zu kultivieren. Es ist untersagt, die Pflanze in die Natur zu bringen, zum Beispiel dürfen keine Gartenabfälle in der Natur entsorgt werden.
