Große Dhünn-Talsperre: Wasservorrat vorsorglich schonen

Niedrigwasserabgabe an die Dhünn wird angepasst 

Pressemitteilung vom 16.03.2026

Nach einem trockenen Jahr mit außergewöhnlicher Frühjahrsdürre in 2025 und sehr geringen Niederschlagsmengen in den Wintermonaten November und Dezember 2025 sowie Januar 2026 passt der Wupperverband vorsorglich die Talsperrensteuerung der Großen Dhünn-Talsperre an.

Die Trinkwassertalsperre Große Dhünn hat mehrere Aufgaben: Sie liefert kontinuierlich Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung an zwei Wasserwerke. Gleichzeitig stellt sie in Trockenzeiten eine Mindestwassermenge im Unterlauf der Dhünn sicher (Niedrigwasseraufhöhung) und leistet Hochwasserschutz. 
Durch die außergewöhnlich trockenen Wintermonate ist der Stauinhalt der Trinkwassertalsperre Große Dhünn bislang noch nicht in dem Maße angestiegen, wie das normalerweise im Winterhalbjahr der Fall ist. Der Stauinhalt in der Hauptsperre beträgt aktuell rund 44 Mio. Kubikmeter. Das entspricht 62 Prozent ihres Fassungsvermögens von 72 Mio. Kubikmetern. Durchschnittlich hat die Hauptsperre Mitte März einen Füllstand von etwa 60 Mio. Kubikmetern. 

Um für mögliche weitere Trockenphasen im Jahresverlauf vorzubeugen und den Wasservorrat der Trinkwassertalsperre bestmöglich zu schonen, greift der Wupperverband auf eine bereits bewährte Strategie zurück: 
Die Niedrigwasserabgabe aus der Talsperre an den Unterlauf der Dhünn wird in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln ab dem 16. März maßvoll reduziert. Wie bereits in den Trockensommern 2019 und 2020 wird der Verband nach wie vor im Rahmen der Niedrigwasseraufhöhung in Trockenphasen Talsperrenwasser an die Dhünn abgeben. Statt normalerweise 1.000 Liter pro Sekunde am Leverkusener Pegel wird die Dhünn dann allerdings 700 Liter pro Sekunde führen. Die Niedrigwasserabgabe wird also um 300 Liter pro Sekunde gesenkt. Dies kommt dem Wasservorrat in der Talsperre zugute. 
Der Verband wird die Reduzierung wie in 2019 und 2020 mit einem engmaschigen Gewässermonitoring begleiten und die Wasserqualität der Dhünn im Blick haben.

Zukunftsprogramm Hochwasserschutz: Talsperrenbewirtschaftung an Extreme anpassen

In Zeiten der Extreme von Hochwasser bis Dürre, die auch im Einzugsgebiet der Wupper bereits seit Jahren deutlich spürbar sind, ist eine Anpassung an die Klimafolgen von großer Bedeutung. Beim Wupperverband ist in seiner Agenda Zukunftsprogramm Hochwasserschutz daher die flexiblere Talsperrenbewirtschaftung ein wichtiger Baustein. Dazu gehört zum Beispiel eine bei Bedarf reduzierte Niedrigwasserabgabe aus der Großen Dhünn-Talsperre an die Dhünn. So kann unter schwierigen Bedingungen wie Dürrephasen einerseits der Wasservorrat in der Talsperre geschont werden und andererseits den Anforderungen der Ökosysteme Talsperre und Fluss Rechnung getragen werden.

Trinkwasserspeicher des Wupperverbands

Die Große Dhünn-Talsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Ihr Fassungsvermögen beträgt insgesamt rund 81 Mio. Kubikmeter Wasser.
Neben der Großen Dhünn-Talsperre betreibt der Wupperverband zwei weitere Trinkwassertalsperren. Die Kerspe-Talsperre mit einem Fassungsvermögen von 14,9 Mio. Kubikmetern ist derzeit zu 98 Prozent gefüllt. Die Herbringhauser Talsperre (Fassungsvermögen 2,9 Mio. Kubikmeter) ist aktuell zu 87 Prozent gefüllt. (Stand 16.03.2026)

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